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Ich bin die Neue, sagt Britt Wolfgramm (links). Mit Gabriele Parnow-Kloth startet sie eine Reihe mit Figurentheater. Foto: t&w

Neues Publikum gewinnen

Lüneburg. Die Theaterszene in Lüneburg wächst. Das ist vor allem für Menschen ab vier Jahren interessant bzw. für ihre Eltern. Das Angebot wächst genau da, wo auch die Stadt sich ausdehnt und neue Bewohner bekommt. Gleich beim Hanseviertel in der KulturBäckerei wird es ab 14. Januar einmal im Monat ein Angebot mit Figurentheater geben. „Das ist keine Konkurrenz zum monatlichen Angebot im Theater“, betont Gabriele Parnow-Kloth. Möglich geworden ist die neue Reihe auch durch einen Zuzug bzw. eine Rückkehr: Puppenspielerin Britt Wolfgramm, aufgewachsen in Lüneburg, zieht von Hannover nach Heiligenthal.

Keine Überschneidungen mit den T.3-Terminen

Britt Wolfgramm steht für das Marmelock-, Gabriele Parnow-Kloth für das Tandera-Theater. Parnow-Kloth organisiert seit Jahren auch die Reihe, die monatlich im T.3 des Theaters stattfindet. „Ich bin dem Theater sehr dankbar, diese Reihe dort unterbringen zu können“, sagt die Organisatorin. Nächster Termin im T.3: „Bauer Enno und seine Kuh Afrika“ mit dem Tandera Theater, spielen wird Parnow-Kloths Kollegin Dörte Kiehn (12. Februar, 11.30 und 15 Uhr sowie 13. Februar, 10.30 Uhr). „Es wird keine Überschneidungen mit der Reihe in der KulturBäckerei geben“, betonen Parnow-Kloth und Wolfgramm. Sie hoffen eher auf Synergie-Effekte.

Sie zielen nicht nur, aber schon deutlich auf ein Publikum aus Neu-Lüneburgern. Im Hanseviertel werden gut 1500 Menschen leben, darunter ganz viele junge Familien. Die KulturBäckerei liegt quasi um die Ecke. Bis Mai haben das Tandera- und das Marmelock-Theater jetzt ein Programm erstellt, das im Theaterraum der KulturBäckerei gespielt wird. „Wir haben rund 25 Stücke im Repertoire“, sagt Britt Wolfgramm, die auch schon Gast im T.3 war. „Wir sehen das Ganze natürlich auch als Testlauf“, sagt Gabriele Parnow-Kloth.

Zum Start am 14. Januar gibt es zwei Stücke

Puppenspiel hat in jüngerer Zeit auf überraschendem Terrain Popularität gewonnen. Comedians wie René Marik (1. April, Uelzen), Michael Hatzius, Jörg Jara (24. März, Kulturforum) oder Benjamin Tomkins (26. Oktober, Kulturforum) setzen Puppen in Comedy-Programmen für Erwachsene ein. Die Puppenspielszene, die sich um Kinder kümmert, sei aber auch stabil, beobachtet Gabriele Parnow-Kloth. In Stuttgart und Berlin gebe es auch entsprechende Studiengänge, ergänzt Britt Wolfgramm, die seit mehr als 20 Jahren in der Szene unterwegs ist.

In der KulturBäckerei werden sich die Tandera- und die Marmelock-Spielerin abwechseln. Zum Start am Sonnabend, 14. Januar, sind beide in Aktion und wird Sigrun Bankwitz Musik aus ihrer Kinderlieder-CD spielen. Um 11 Uhr zeigt Tandera das Stück „Frieda und Frosch“ über eine eher träge Kröte und einen abenteuerlustigen Frosch. Zielgruppe: dreieinhalb bis acht Jahre. Um 15 Uhr folgt Marmelock mit „Eliot und Isabella und das Geheimnis des Leuchtturms“ nach Ingo Siegners Buch. Das „rattenstarke“ Stück dauert etwa 50 Minuten und richtet sich an alle ab vier Jahren.

Unter den folgenden Terminen ragt der 22. April heraus: An dem Sonnabend wird abends gespielt, um 20 Uhr für Erwachsene. Seit vielen Jahren arbeitet Britt Wolfgramm mit der Staatsoper Hannover. Mit dem Quartetto Aperto geht es um „Haydn GEISTreich“, also um den Komponisten. Kanalratten spielen dabei auch eine Rolle. Aber es geht garantiert geistreich zu.