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Bei Ton und Licht in der Elbphilharmonie mischen auch Lüneburger Profis mit. Foto: oc

Elbphilharmonie: Profis aus Lüneburg sind dabei

Lüneburg/Hamburg. Alle reden über die Elbphilharmonie. Tobias Lange auch. Schon sehr lange sogar, er war mit der Lüneburger Firma Profi Musik schon bei der Grundsteinlegung dabei 2007! Damals war noch Jürgen Thiele als Profi-Musik-Gründer federführend. 2013 gab Thiele die Firma weiter, Lange ist nun Co-Geschäftsführer. Alles, was mit Licht und Ton zu tun hat, ist seit vielen Jahren und bundesweit Sache von Profi Musik, und da es eine lange Verbindung mit der Elbphilharmonie und der Laeiszhalle gibt, sind die Lüneburger beim neuen Hamburger Wahrzeichen mit im Boot. Aber nicht allein.

„Es ging sehr turbulent zu“, sagt Lange, viele aus der Branche wollten mitmischen. Im ersten Halbjahr gibt es 35 Konzerte, die elektroakustische Unterstützung brauchen. Profi Musik teilt sich die Aufträge mit einem Marktmitgestalter; wie im Detail, das ist noch nicht klar. Sicher ist, dass die Lüneburger erstmalig am 16. Januar die volle Klang-/Lichtverantwortung im Großen Saal tragen für ein Solokonzert des Jazzpianisten Brad Mehldau.

Vor allem sind es Jazzkonzerte, die Technik brauchen. „Es gibt aber auch spezielle Anforderungen bei einigen klassischen Konzerten, auch bei Weltmusik“, sagt Lange. Er kennt die Qualitäten des gerühmten Saales bereits gut. Denn Profi Musik übernahm die Technik bei einem Testkonzert mit zwei Bands. Lange kennt seither auch die Tücken des Saales. „Grundsätzlich ist die Akustik natürlich großartig“, sagt er. Aber sie ist eben für klassische Musik ausgelegt.

Die „weiße Haut“ ist gar nicht weiß

Die „weiße Haut“, wie die 10000 von Star-Akustiker Yasuhisa Toyota am Computer entworfenen, individuell geformten, hellgrauen Gipsfaserplatten genannt werden, sorgt für eine möglichst perfekte Schallverteilung bei unverstärkten klassischen Konzerten. Die Elbphilharmonie hat den Anspruch, einer der zehn besten Konzertsäle der Welt zu sein, Man wird hören und darüber reden ab 11. Januar.

Für Konzerte, die Technik brauchen, ist die „weiße Haut“ allerdings eine Herausforderung. „Wir müssen die Akustik des Saales möglichst wenig anregen, um perfekten Klang zu bekommen“, sagt Tobias Lange, der bei Konzerten in der Elbphilharmonie mit jeweils etwa zehn Mitarbeitern zugegen sein wird. „Aktuell haben wir darüber hinaus im Rahmen einer Arbeitnehmer­überlassung mehrere Kollegen der Elbphilharmonie ausgeliehen“, sagt Lange. Es gibt ja noch mehrere Säle und Räume, die dort betreut werden müssen.

Bei den Testkonzerten im Großen Saal zeigte sich, dass es bei Produktionen, die gewöhnlicherweise eher ziemlich laut sind, schwierig wird. „Da müssen wir aufpassen, dass der Saal akustisch nicht absäuft“, sagt Lange. Solche Herausforderungen machen aber immer auch ein Stück weit den Reiz aus, mit dessen Meisterung sich Profi Musik bundesweit einen guten Ruf erworben hat.

Aktuell geht es um einen anderen Kultur Palast

Gerade im Dezember kam zum Beispiel die Zusage, dass Profi Musik beim Elbjazz-Festival 2017 als „technischer Generaldienstleister“ gebucht wurde. Seit 25 Jahren und damit seit Gründung sind die Lüneburger dem JazzBaltica-Festival verbunden, sie tragen in der Autostadt Wolfsburg Verantwortung und sind auch beim Luhmühlen-Festival „A Summers Tale“ im Einsatz. Aktuell sind sie dabei, den Kultur Palast in Hamburg-Billstedt fit zu machen, dort ist unter anderem die Hip Hop Academy zu Hause und gilt der Anspruch, Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen. Da wird kulturelle Basisarbeit geleistet. Die Elbphilharmonie stellt die andere, die glitzernde Seite der Medaille dar.

In dem neuen Hamburger Wahrzeichen gibt es weitere Mitstreiter mit Lüneburg-Bezug: Timo Dumke, der aus Lüneburg stammt, ist Abteilungsleiter Audio. Florian Kienast von der Firma Formwände gestaltete Gastronomiebereiche. Pressefrau Elena Wätjen studierte an der Leuphana Kulturwissenschaften, und Pres­se­­spre­cher Tom R. Schulz machte mal Jazzprogramme für Bleckede.

Von Hans-Martin Koch