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Malerin Katja Hirschbiel und Pastor Bernd Skowron präsentieren Bilder für den Frieden.

Neue Kontaktflächen

Lüneburg. Seit knapp zwei Jahren, seit Mai 2015, hat die Lüneburger Kreuzkirche einen zweiten Namen: PianoKirche. Im Mittelpunkt steht ein ausgewachsener Bechstein-Flügel, die Ausführung D 282, seither Mittelpunkt einer ganzen Reihe von Konzerten. Sie stehen für sich, sind aber natürlich auch Teil der Gemeinde-Arbeit. „Wir wollen neue Kontaktflächen schaffen“, sagt Pastor Bernd Skowron, neben der Musik soll es nun weitere Kontakte über die Kunst geben, über die Malerei. Dafür steht nun in der Kreuzkirche ein Name: Katja Hirschbiel.

 

Die Malerin gestaltet die nächste Ausstellung, sie ist zugleich die Kuratorin des neu geschaffenen Ressorts Kunst der Kirche in der Röntgenstraße. Angesprochen sind Kolleg(inn)en aus der Profi-Fraktion. Katja Hirschbiel selbst, 1968 in Marbach geboren, studierte Textildesign und Malerei in Stuttgart und Hamburg, arbeitete als Innenarchitektin und Designerin in Hamburg, lebt seit 2002 als freischaffende Malerin in Lüneburg, gewissermaßen bei der PianoKirche gleich um die Ecke.

„Bilder für den Frieden“ ist der Titel ihrer Präsentation, die am Sonntag, 8. Januar, um 10 Uhr im Gottesdienst angesprochen wird, ihm schließt sich die offizielle Vernissage an. Die insgesamt 26 Bilder ziehen sich, ausgehend von der Kirche selbst, durch das Gemeindehaus bis in die Arbeitszimmer. Katja Hirschbiel legt, fast wie bei einem Kartenspiel, zunächst vier Bilder der Weltreligionen aus: Islam, Buddhismus, Judentum und Christentum, jeweils kombiniert mit Symbolen wie Kreuz und Halbmond, vor allem aber mit den architektonischen Ausprägungen Kirche, Moschee, Synagoge und Tempel. Dazu gibt es wiederum Bildertitel wie Frieden, Salam, Shalom und Shanti.

Orientierung an Paul Klee und Wassily Kandinsky

Die Künstlerin wurde durch den Vater (der ebenfalls Maler war) schon früh mit den Werken von Paul Klee und Wassily Kandinsky vertraut gemacht, die Abstraktion ist bis heute ihr stilbildendes Programm. Die Arbeiten, oft im Quadrat-Format, strahlen Ruhe und eine gewisse Ordnung aus, sind klar gegliedert. Ihre Komplexität offenbart sich erst bei näherem Hinschauen, dann zeigen die Flächen Transparenz und Komplexität, mitunter vielschichtige Strukturen. Das ist natürlich beabsichtigt Innehalten, Meditation, Stille, das sind zentrale Themen, Pastor Skowron bringt in diesem Zusammenhang den Begriff der Spiritualität ins Spiel, der schließlich nicht zwingend an eine bestimmte Religion gebunden ist. Und noch ein Leitmotiv: Die Architekturen sind zunächst nur Projektionsflächen, mit Leben gefüllt werden die Häus eben erst durch den Menschen.

Vier jeweils zweimonatige Ausstellungen pro Jahr sind geplant, bis Mai 2018 steht der Fahrplan schon fest. Nach den „Bildern für den Frieden“ (bis 26. Februar) zeigt Marita Richter digitale Malerei unter dem Titel „Leben im Wandel“ (17. April bis 28. Mai). Es folgen der Fotograf Uwe Ahrens aus Hannover („Orte der Stille“, 1. Oktober bis 19. November) sowie die Malerinnen Kerstin Carbow (22. Dezember bis 18. Februar) und Constanze Straub (1. April bis 27. Mai).

Jazz-Konzert mit dem Joachim Goerke Trio

Natürlich wird auch der Flügel weiter erklingen, mittlerweile hat sich der Konzertbetrieb im Schnitt auf einen Termin pro Monat eingependelt. Das nächste Konzert gilt dem Jazz, das Joachim Goerke Trio mit dem Bassisten Sebastian Brandt und dem Schlagwerker Daniel Orthey spielt am Sonnabend, 28. Januar, 20 Uhr.
Am 4. Februar gibt es eine weitere Premiere, dann tanzt die Hamburgerin Helen Franziska Hannak zu Musik von Kathi Kelsh (Violine) und Hye-Yeon Kim (Klavier), die Leitung hat Deborah Coombe. Werke von Johannes Brahms, Claude Debussy, Richard Strauss und Ralph Vaughan Williams sowie eine Auswahl von Volksliedern singt der Kammerchor St. Michaelis unter der Leitung von Kantor Henning Voss.