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Ruth Mundigo eröffnet den Ausstellungsreigen 2017 in der KulurBäckerei. Foto: ff

Blick auf vier Ausstellungen

Lüneburg. Die erste Ausstellung des neuen Jahres in der KulturBäckerei gestaltet eine Malerin, die sich im Kunstbetrieb der Region eher selten zu Wort meldet: Ruth Mundigo. Jetzt präsentiert die Lüneburgerin unter dem Titel „Abstrakte Welten“ Arbeiten mit Elementen von Fantasy und Ethno-Kunst farbenreich, lebendig und manchmal gar nicht so ungegenständlich. Vernissage: heute, Donnerstag, 17 Uhr.

Ulla Bartels

Ruth Mundigo, Jahrgang 1931, ist gelernte Buchhändlerin und begann im Jahre 2000 mit der Acryl-Malerei. Die Ausstellung zeigt 35 Arbeiten ab 2004 bis heute und dokumentiert, dass die Malerin ihren eigenen Stil offensichtlich schnell gefunden hatte. Zum Konzept gehört auch, dass es kein Konzept gibt „am wichtigsten ist mir der Prozess des Entstehens selbst“, so Ruth Mundigo. Viele Motive stammen von Träumen, die „Spielerei mit Farben“ wird zum prägenden Faktor, und „es entstehen Linien, denen ich nachgehe“, bis das Bild schlüssig ist.

Gemälde mit einem archaischen Grundton

Manches erinnert an das Dot-Painting der Aborigines und an afrikanische Masken, ein archaischer Grundton zieht sich durch die Gemälde. Das sind oft komplexe Szenarien mit hintergründigem Humor und einer üppigen Zeichenhaftigkeit, die nicht so leicht zu entschlüsseln ist. Erkennbar ist eine Vorliebe der Malerin zu Wassily Kandinsky, dazu gibt es auch Titel: „Übender Akrobat“ beispielsweise, „Bedrängnis“ und „Schneckenangriff“, die Namen beinhalten schon eine Interpretation sie stammen von Ruth Mundigos Sohn. Die Ausstellung läuft bis 24. Januar. Auf der Vernissage spricht Gabriele Nafisa Klipstein, bei der Ruth Mundigo Unterricht nahm, zur Einführung.

Variationen über Rubens,
Theresia Brühmann

»Der Ausstellungsbetrieb dreht sich auch auf den anderen Lüneburger Kunst-Schauplätzen weiter. Der Kunstkreis 2012 hat im Modecafé Aust (Am Berge) sein Domizil gefunden, im Monatswechsel zeigen hier die Mitglieder reihum ihre Arbeiten. Der Januar allerdings gehört allen gemeinsam, zu sehen ist also ein kleiner Querschnitt der angewandten Techniken.
»Als Gemeinschaftsausstellung ist auch die erste Präsentation in der Ratsbücherei konzipiert: Hier ist (bis 27. Januar) zu sehen, was in den Kursen der Kunstschule „Ikarus“ entstand, die wiederum in der KulturBäckerei ihre Räume hat: Holzskulpturen, Drucktechniken, Malerei die jüngsten Kursteilnehmer sind drei Jahre jung.

„Blickwinkel“ im Heinrich-Heine-Haus

»Erstmals im Heinrich-Heine-Haus präsentiert sich die „neue formation kunst“, die eigentlich in der Bardowicker Galerie am Markt ihren Stützpunkt hat. Unter dem Titel „Blickwinkel“ sind Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und Filzskulpturen (die sich wiederum auf Fotografien aus dem Lüneburger Wasserturm beziehen) versammelt. Landschaften und Stadtszenen aus klassischer Perspektive stehen im Kontrast zu Auge-in-Auge-Konfrontationen mit friedlichen Insekten, die aus diesem Blickwinkel zu Persönlichkeiten werden. Die berühmten „Drei Grazien“ von Paul Rubens erscheinen im Original und in drei Variationen, Mensch und Tier werden präsentiert in kühler Beobachtung und liebevoller Annäherung, angedeutet und ausformuliert (und auch mal aus Lego), es gibt unendlich viele Positionen.

Zum festen Kern der „formation“ gehören Marita Glomm, Manfred Balzer, Gerhard Schlittchen, Beate Schmegel, Inge Bruns-Geraldy, Ilse Twesten, Theresia Brühmann, Silke Thrun-Schrape, Ingeborg Friedrichs und Renate Rudolph. Eröffnet wird die Ausstellung Sonntag, 15. Januar, 11.30 Uhr, mit Gitarren- und Cello-Musik. Marita Glomm begrüßt die Gäste, zur Einführung spricht Dr. Gisela Aye. „Blickwinkel“ läuft bis 29. Januar.

Von Frank Füllgrabe