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Intendant Dr. Markus Fein und (im Hintergrund) Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt wollen Bleckede und Neuhaus auch künftig als Spielstätte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Foto: A/t&w

Festspielstadt Bleckede?

Von Hans-Martin Koch
Lüneburg. Weitere fünf Jahre will der Landkreis Lüneburg mit den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern kooperieren, um Bleckede als Festivalstadt zu erhalten. Darüber wird der Kreis-Ausschuss für Partnerschaft und Kultur am Montag, 27. Februar, um 15 Uhr im Museum Lüneburg beraten. Thema sind auch die Kunstschule Ikarus und das Literaturbüro.

Die vorwiegend mit Kindern und Jugendlichen arbeitende Kunstschule Ikarus, seit 2014 mit Sitz in der KulturBäckerei, wird nach eigener Darstellung zur Hälfte von Kursteilnehmern aus der Stadt und aus dem Landkreis besucht. Der Kreis unterstützt den Trägervererin seit 2014, bereits 2015 und 2016 mit jeweils 5000 Euro. Diese Summe wurde wieder in den Haushaltsplan eingestellt.

Auch das Literaturbüro wird vom Landkreis gefördert

Auch das Literaturbüro Lüneburg wird vom Landkreis gefördert, zuletzt 2015 mit 1500 Euro, 2016 mit 2000 Euro. Beantragt hat Literaturbüroleiterin Kerstin Fischer für das angelaufene Jahr 5000 Euro mit Blick auf zwei Projekte. Das eine nennt sich „Gedankenfliegerei“ und soll ein erfolgreiches Hamburger Projekt zum Philophieren mit Kindern ins Lüneburgische bringen. Punkt zwei ist die Reihe „Ausgewählt“, in der besondere Belletristik vorgestellt wird, es aber auch um Sachbücher geht. Der Kreis hat für das Haushaltsjahr 2017 Mittel in Höhe von 3000 Euro veranschlagt.

So wie Lüneburg der Südpol des Schleswig-Holstein Musik Festivals ist, so sind der Bleckeder Schlosshof und das Amt Neuhaus zur westlichsten Spielstätte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern geworden. Seit 2012 besteht ein auf fünf Jahre datierter Kooperationsvertrag, der zunächst ein, mittlerweile zwei Konzerte in die Region brachte. Der in diesem Jahr auslaufende Vertrag soll um weitere fünf Jahre verlängert werden.

Die Akzeptanz ist deutlich gestiegen

Die Gastspiele stehen in der Folge des Festivals „Musikalischer Frühling Schloss Bleckede“, das seit 1976 vom Landkreis mit der Stadt Bleckede und dem Kultur- und Heimatkreis durchgeführt wurde. Konzepte und Finanzierung für den „Frühling“ trugen aber nicht mehr, weder bei der Finanzierung noch bei der Resonanz. Bis auf 2016 waren dagegen die Konzerte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ausverkauft. Die Akzeptanz ist also deutlich gestiegen und bringt auch Besucher von außerhalb nach Bleckede, was der Gastronomie am Ort nicht schaden dürfte. Allerdings muss der Kreis für die Konzerte jährlich 20.000 Euro einsetzen. Gemildert wurde der Betrag bisher durch Zuschüsse des Lüneburgischen Landschaftsverbandes und der Sparkassenstiftung.

Vorstellen wird sich auf der Sitzung Melanie Meyer, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Museum Lüneburg den Bereich „Bildung und Vermittlung/Koordi­nation Museums­netz­werk“ betreut. In einem weiteren Punkt der Tagesordnung geht es um einen Zuschuss von 3500 Euro des Landkreises an den Verein „Internationale Partnerschaften“ sowie Aktivitäten im Rahmen der Partnerschaft zwischen den Landkreisen Wagrowiec (Polen) und Lüneburg. Voraussichtlich vom 28. Juni bis 1. Juli wird eine Delegation aus Wagrowiec den Landkreis besuchen. Außerdem plant der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge vom 1. bis 14. August eine Jugendbegegnung unter dem Motto „Vision Europa“ in Lüneburg. Teilnehmen sollen gut 30 polnische, französische und deutsche Jugendliche im Alter von 16 bis 22 Jahren.

Personen

Das sind die Kreis-Kulturpolitiker
Bernie Wiemann, Vorsitzender (FDP), Barbara Beenen (SPD), Melanie Dieckmann-Kirks (Bündnis 90/Die Grünen), Martin Dingeldey (AfD), Rainer Dittmers (SPD), Karlheinz Fahrenwaldt (Die Linke), Hans-Georg Führinger (CDU), Wilhelm Kastens (CDU), Felix Petersen (CDU), Ute Schaller (SPD), Inge Schmidt (CDU), Detlev Schulz-Hendel (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Inge Voltmann-Hummes, (SPD) sowie als beratendes Mitglied Christa Krüger vom Verein für Internationale Partnerschaften.