Donnerstag , 20. September 2018
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Im Studio in Neetze: (v.l.): Lars Plogschties, Peer Frenzke, Janice Harrington, Werner Gürtler (Posaune), Tabbel Dierßen, Matthias Herbst und Thomas Görner. Foto: t&w

Neues Projekt für die Musikszene

Von Hans-Martin Koch
Lüneburg. Die besten Ideen kommen meist zufällig,zum Beispiel beim Reden über Gott und die Musikwelt. Jazzgitarrist Massoud Godemann, heute in Hamburg lebend, und Musikproduzent Matthias Herbst beredeten vor längerer Zeit mal Lüneburg und seine Szene. Da gibt es dies und das und jenes und solches — auf jeden Fall viel! Und viel Gutes. Herbst hat die Idee verfolgt, und daraus rieselt nun „Salt“ — ein Projekt, das zeigt, was in Lüneburg läuft in Sachen Rock und Jazz. Den Start macht „Blue Salt“, da geht es um Blues.

Matthias Herbst produziert und mixt alltags in drei Studios Bands, Singer/Songwriter und was gefällt — mal in Neetze, mal in Adendorf, und übernommen haben Herbst und sein Geschäftspartner Thomas Görner die Musikabteilung bei Chausseeton in der Goseburg. Herbst ist einer, der zuhört und dann mit den Musikern entwickelt, wie sie das in Klang übersetzen, was im Kopf steckt. Aktuell feilt er mit der jungen Band Schön dick Butter am Debütalbum.

Im Studio stand eine Art Lüneburger „Supergroup“

Für „Blue Salt“ wählte er ein anderes Vorgehen. Er lud eine Art Lüneburger „Supergroup“, wie er sagt, für ein Wochenende nach Neetze ein. Dort wurde drei Tage lang an Blues-Klassikern und eigenen Stücken gebastelt. „Pro Song haben wir vom Einstudieren bis zur Aufnahme vielleicht zweieinhalb Stunden gebraucht“, sagt Herbst. Aufgenommen hat er alles analog auf 24-Spur-Band. Nichts wird geschnitten, „hinzu kommen nur Gesangs-Overdubs“. Nicht alle, an die er dachte, hatten an dem gesamten Wochenende Zeit. Saxophonist Hans Malte Witte kam später. Julia Bergen und Chris Thornton jr. singen ihre Parts extra ein.

Wer spielte da in Neetze? Janice Harrington, die Lady für Blues, Soul und Gospel, griff zum Mikro. Peer Frenzke, Alleskönner an der Gitarre und Kopf der 1st Class Session, war dabei. Bassmann Tabbel Dierßen, ein Urgestein und Original der Szene, der mit seiner BluesORGANisation allmonatlich im Café Klatsch spielt. Lars Plogschties, als tiefenentspannter und extrem einfühlsamer Studiodrummer ebenso gefragt wie für Live-Gigs. Und Werner Gürtler, auch ein Urgestein der Szene, der als Posaunist vorwiegend in der Jazztradition unterwegs ist.

Als Vinyl-Schallplatte und als Download

Wer analog aufnimmt, der presst auch analog. „Blue Salt“ soll als Vinyl-Schallplatte erscheinen und als Download. Es wird noch etwas dauern, bis alles aufgenommen und abgemischt ist — „ich bin bis August eigentlich überbucht“, sagt Herbst. Aber er wird Zeit finden für das Projekt, an dem keiner wirklich verdient — „das ist alles auf Knirsch gerechnet.“ Unterstützer hat „Salt“ gefunden: Der Sparkassenstiftung gefällt die Idee, und auch der von Stern Verlag steigt ein. Der Erscheinungstermin liegt noch nicht fest: vor oder nach den Sommerferien, genauer lässt es sich bisher nicht eingrenzen.

„Wir wollen zeigen, dass Lüneburg eine reichhaltige Musikszene hat“, fasst Herbst zusammen. „Blue Salt“ ist ein Testballon für green, yellow und andere Farben, akustisch für Singer/Songwriter, Jazz und mehr. 500 „Blue Salt“-Schallplatten werden schließlich in Harburg gepresst. Gedacht ist auch an Live-Auftritte der „Salt“-Bands, etwa auf dem Stadtfest. Das wäre dann sozusagen das Salz in der „Salt“-Suppe.