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Claudia Kröger (links) und Kathrin Hanke sind wieder mörderisch drauf. foto: verlag

Katharinas Nerven flattern

Lüneburg. Sie haben sich verquatscht und prompt die Ausfahrt verpasst. Dabei sprechen sie doch täglich miteinander, aber Kathrin Hanke sitz t dabei in Hamburg und Claudia Kröger im Kreis Lüneburg. Zusammen sind sie ein Krimigespann und haben nun Fall fünf für Katharina von Hagemann vorgelegt. Hanke/Krögers Lüneburg-Krimis laufen gut, aber gesehen haben sie das neue Buch noch nicht. Jetzt aber gibt es erstmal einen Latte macchiato und dann „Heidezorn“.

Angefangen hat es 2013 mit „Blutheide“ und weiter ging die mörderische Fahrt mit „Heidegrab“, „Eisheide“ und „Heideglut“. Der erste Band geht bereits in die achte Auflage, mittlerweile sind die Startauflagen höhergeschraubt. „“Fast 80 000 verkaufte Exemplare“, meldet der Gmeiner Verlag und widmet dem Duo im neuen Katalog gleich vier Seiten. Das spricht für großen Rückhalt. Und für Erfolg. „Fall sechs ist in Arbeit“, sagt Claudia Kröger, „Fall sieben im Kopf“, ergänzt Kathrin Hanke. „Wir machen weiter, solange es Spaß macht“, sagt die eine und die andere stimmt zu.
Aber jetzt zu Fall fünf. Mehrere Frauen werden in Lüneburg getötet, und in Katharina von Hagemann keimt ein fürchterlicher Verdacht. War es etwa ihr früherer Lebensgefährte? Der ist ein schlimmer Finger, aber er sitzt ja in München im Knast. Sie selbst hatte ihn damals, bevor sie möglichst weit weg nach Lüneburg wechselte, als Mörder überführt. Doch dieser neue Fall rückt der Lüneburger Kommissarin gefährlich nahe und bringt sie nervlich an den Rand.

Es erscheint ja schon als Phänomen, wie Krimischreiber/innen immer neue Formen von Mord ersinnen. „Ach“, sagt Kathrin Hanke, „guckt man sich an, was wirklich passiert, da denkt man doch oft, das kann kein echter Mensch sein. Das ist doch viel schlimmer. Ich schalte schon weg, wenn so etwas im Fernsehen kommt.“ Dann sprechen sie über aktuelle Mordfälle wie den vom Neffen, der die Oma. . . – ein wenig so, als würden sie überlegen, ob sie Mohn- oder Käsekuchen nehmen.

Hanke/Kröger haben sich rund um Lüneburg viele Leser erschrieben, Leserinnen in erster Linie. Festgestellt haben sie, dass Frauen und Männer unterschiedlich reagieren. Frauen gefallen die Exkurse ins Private, Männer murren: zu viele Nebengeschichten. Zu den Lesungen kommen prompt vornehmlich Frauen. „Männer müssen mit und sagen hinterher: schön“, hat Claudia Kröger beobachtet.

Vor Lesungen sind sie nachwie vor nervös – „wir sind keine Rampensäue“. Spaß macht es ihnen dennoch. Die erste „Heidezorn“-Lesung findet am Donnerstag, 16. März, um 19 Uhr bei Lünebuch statt. Das hat schon Tradition, der Abend ist ausverkauft. Es gibt zwei weitere Termine, am 21. März um 19 Uhr in der Buchhandlung Pollmann und Stadtbücherei in Munster sowie am 5. April, 19 Uhr im Atelier Julia Heigl in Hanstedt. Da kommt sicher noch was nach, denn der Radius, in dem Lüneburg-Krimis gefragt sind, weitet sich.

Sie haben ihr neues Buch noch nicht gesehen, aber es liegt schon in der Redaktion. „Wie viel Seiten hat es denn?“ fragt Kathrin Hanke. 344.

Von Hans-Martin Koch