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Conny Stark hat sich auf die Interpretation und Wiedergabe von Gesichtern spezialisiert. Foto: t&w

Kunst-Stipendiatin Conny Stark sucht Lüneburger für Porträts

Lüneburg. Zum Einstand ist Conny Stark erst einmal die Treppe runtergepurzelt. Aber sie steht und geht, und vor allem malt sie in dem schnuckeligen Haus mit den steilen Stufen im Rote-Hahn-Stift. Dort finden Stipendiaten der Uwe-Lüders-Stiftung ein Heim auf Zeit. Conny Stark ist die zweite Künstlerin, die in Holz und Backstein wohnt. Sie hat Kater Rudi, die Fellmuse, mitgebracht und entdeckt noch die Stadt, schwärmt vom Bäcker um die Ecke und hat Apfelkuchen besorgt, morgens um zehn – lecker!

Conny Stark kommt aus dem Norden, sie lebt in Rahlstedt und hat ein Thema gefunden, das sie umtreibt: Porträts. Angefangen aber hat es ganz anders, nämlich mit 15 und einem Museumsbesuch. Seither wollte sie Künstlerin werden und wurde erst einmal etwas Solides, erst Schaufenstergestalterin, dann Grafikerin, zehn Jahre lang. Schließlich aber wurde sie doch Künstlerin, seit 2005 freischaffend, seit 2009 als Mitglied im Bund Bildender Künstler.

„Ich beschönige nicht“

„Das Thema Mensch ist bei mir sehr ausgeprägt“, sagt Conny Stark. Schnell kann sie arbeiten. Sie saß in Jazzclubs und skizzierte die Musiker. Sie malte Akte, gab sich und den Modellen zehn Minuten. Sie weiß um das Flüchtige und auch, wie das Wesentliche schnell erfasst werden kann.

Es muss nicht immer schnell sein. Conny Stark hört zu. Sie hat sich mit dem Thema Missbrauch auseinandergesetzt, Geschichten von Opfern erfahren und Bilder wie verblassende Fresken geschaffen, in Gesichtern spiegelt sich in der Tiefe gärende seelische Not. Conny Stark malt die Welt nicht heil, in ihren Bildern spürt sie nach dem, was hinter den Fassaden liegt, was aufwühlt. „Ich beschönige nicht“, sagt sie.

Auch bei ihren Porträts mag sie es, die Geschichte der Menschen zu erfahren. Sie schaut sich zum Beispiel (Kinder-)Fotos an, setzt Notizen auf die Leinwand, und vielleicht bleibt von den Worten am Ende etwas zu sehen. Conny Stark beginnt mit Vorstudien auf kleinem Format und bleibt auch zum Endergebnis bei einem handhabbaren Format (40 x 50). Sie geht dicht ran, immer auf der Suche nach Wesentlichem. Ölkreide, Acryl, öfter noch Graphit und Kohle setzt sie ein, und auf der Fensterbank steht eine Flasche Moorlauge. Mit der malt sie auch. Die Ergebnisse rücken den Menschen nah, oft bis zum Ausschnitt eines Gesichts.

Interessierte können sich bei Conny Stark melden

Stifter Uwe Lüders kam auf die Malerin zu, er mailte ihr, sie kamen in Kontakt. Waren die Stipendiatinnen vor Conny Stark deutlich aufs Thema Stadt-Land-Fluss fokussiert, so sind die Bilder von Conny Stark anders, dunkler, psychologischer. Mag aber sein, dass sie auch noch testet, was ihr malerisch die Giebel der Stadt sagen und was das Land um die Stadt.

Doch erst einmal – bis maximal zum 15. April – sucht Conny Stark Gesichter. Vieles, was sie hier malt oder skizziert, wird sie in Rahlstedt fertigstellen. Frauen und Männer, die Lust haben, sich malen zu lassen, können sich bei ihr melden. „Viele haben Angst vor Porträts“, hat Conny Stark festgestellt. Die anderen schicken ihr eine Mail: info_costa@gmx.de. Wie das dann so aussehen könnte, lässt sich auf ihrer Homepage erkunden: www.diemalerin-connystark.de.

Von Hans-Martin Koch

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