Aktuell
Home | Kultur Lokal | Jenny van Bree ist mittendrin im Showbiz
Jenny van Bree gönnt sich eine kreative Pause an der Elbe; im Hintergrund: die Heimat Hohnstorf. Foto: ff

Jenny van Bree ist mittendrin im Showbiz

Hohnstorf. Ein Stubenhocker war Jenny van Bree eigentlich nie, aber nun ist sie fast nur noch auf Achse, zwischen Berlin und Hamburg, kurz daheim in Hohnstorf – ein Promotion-Termin hier, ein Interview dort, Aufnahmen für Radio- und Fernseh-Produktionen, Bühnen-Auftritte. Das Leben als Pop-Sängerin ist anstrengend, aber genauso hat sie es ja gewollt, und jetzt geht es erst richtig los: „Zeitlupenmoment“ heißt das erste Album von Jenny van Bree, es erscheint am 12. Mai, und der Einstieg ins Showbiz verläuft vielversprechend.

„Ich bin dein“ heißt die erste ausgekoppelte Single der 27-Jährigen, es folgte „Im Akkord“, nun also der „Zeitlupenmoment“: „Wenn ich singe, klingt meine Stimme nach Schlager“, sagt Jenny van Bree, „aber der Sound meiner Lieder ist vielfältiger, da gibt es Elemente von Trance, House, Elektro – je nachdem.“ Alle 14 Songs, die Titel tragen wie „Lichtermeer“, „Denkmal“ oder „Herzschlag“, sind selbst geschrieben, selbst komponiert, im eigenen kleinen Tonstudio daheim eingespielt und selbst produziert – und das in nur wenigen Monaten, weil ihr Promotion-Partner, das Stuttgarter Label „7us“, drängte. „Das Songwriting fällt mir zum Glück leicht, das geht ziemlich schnell“. Ursprünglich schrieb sie auch englische Texte, „aber auf Deutsch klinge ich einfach authentischer“.

Eigene Texte, eigene Melodien, eigene Produktion

Geboren in Geesthacht, lernte Jennifer Bredow zunächst Verwaltungs-Fachangestellte, arbeitete eine Weile in Lüneburg. Der Job war okay, aber irgendwann fragte sich die junge Frau: „Soll das alles gewesen sein?“ Bitte nicht. Sie nahm in Hamburg Gesangs- und Schauspielunterricht, bekam Rollen und tatsächlich ziemlich schnell einen Plattenvertrag. Der Labelinhaber, ein ehemaliger Kiez-Türsteher, hatte wohl viele Kontakte, wollte aber nur Coversongs. Daraus wurde also nichts Rechtes, über einige Umwege landete Jenny van Bree schließlich bei „7us“. Die letzten Entscheidungen über ihre Produktionen, das ist ihre Bedingung, trifft sie selbst, auch wenn es dann etwas teurer wird. Das gilt auch für die Videoclips, in denen Ehemann Sebastian, selbst Schauspieler und Regisseur, Gastrollen übernimmt und natürlich auch berät.

Ein Schauplatz der Clips ist das Gelände der Jugendfreizeitanlage Hitzacker in Meudelfitz, kein Zufall, die Familie Bredow leitet es. Ein anderes Standbein war lange Zeit die Organisation von Fantasy-Events. Fragen nach Hobbys sind bei Jenny van Bree zurzeit müßig – Freizeit? Wann, bitteschön, soll das sein? Singen, Reisen, Kontakte knüpfen, in den Social Medias präsent bleiben: „Die Leute vergessen einen schnell“, sagt Jenny van Bree. Also: dranbleiben.

Dazu kommt regelmäßiges Fitness-Training, in der Schule war Jennifer Bredow ein ziemliches Pummelchen. Die Zeiten sind vorbei, aber die Sticheleien der Mitschüler hat sie nicht vergessen, die Erinnerungen sind in einen Song mit eingeflossen. Als One-Woman-Show hat die Musikerin auch noch den ganzen Organisationskram am Hals. Da wurde Jenny van Bree doch wieder vom Büro eingeholt, aber das ist ja jetzt etwas ganz anderes.

Hochklettern und nicht nach unten treten

Spaß bereitet der Künstlerin anscheinend im Moment alles, zur Verfeinerung ihrer Auftritte hat sie gerade ein Performance-Coaching absolviert. Die Branche ist mitunter rau, die Konkurrenz groß. „Von Rumgezicke halte ich nichts, ich bleibe entspannt“, sagt Jenny van Bree, und: „Wie soll ich die Leiter hochklettern, wenn ich nach unten trete?“. Auf das erste Album ist sie natürlich stolz, und da gibt es noch einen zweiten Termin: Am 20. Mai teilt sich Jenny van Bree bei einem Konzert die Bühne mit Nino de Angelo und Claudia Jung – das muss man als Youngster erst einmal schaffen.

Von Frank Füllgrabe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.