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Gitarrist Peer Frenzke gibt den Ton an bei der 1st Class Session, zu der Musiker von weither anreisen. Foto: t&w

1st Class Session: Zehn Jahre erste Klasse

Lüneburg. Zehn Jahre, ist das nicht genug? Kurz, sagt Peer Frenzke, hätte er mit sich gehadert. „Ich hätte ja nie gedacht, dass es einen so langen Lauf bekommt“, sagt der Mann, der im Mai 2007 eines langen Konzerts Reise in die Nacht die 1st Class Session erfand, damals in der WunderBar. Sie ist noch da, die Session, sie hat sich gewandelt, ist umgezogen. Am Ende des Haderns stand für den Gitarristen und Gastgeber Frenzke fest: „Solange es den Musikern und den Besuchern Spaß macht, geht es weiter – bis ich umfalle“. Jetzt wird lang und laut gefeiert, am 12. Mai in der Ritterakademie.

Der Name, den Frenzke mit WunderBar-Betreiber Jo Lund ersann, „den kennt heute jeder in der deutschen Musikszene“. Da ist sich Peer Frenzke sicher. Die Liste der Musiker, die zur Session kamen, ist lang, die Kontakte reichen weit. Einen Schwerpunkt bildet die Mannheimer Szene, „das ist für mich das deutsche Nashville“, sagt Frenzke. Aus dem Kreis der Mannheimer Söhne kommen zwei Musiker, mit denen Peer Frenzke besonders gern und oft spielt: Drummer Ralf Gustke und Bassist Robbee Mariano. „Das sind unfassbar songdienliche Musiker“, sagt Frenzke.
Das Publikum aber achtet vor allem auf diejenigen, die am Mikro stehen. Es kamen Sänger, die ihren ganz großen Erfolg noch vor sich hatten, und solche, die vielleicht noch erste Liga singen, aber mittlerweile in der zweiten Liga unterwegs sind. Ein paar Namen: Bobby Kimball, Gregor Meyle, Max Mutzke, Julia Neigel, Johannes Oerding, Pohlmann, Roachford, Cassandra Steen, Rolf Stahlhofen, Edo Zanki und so weiter. Auch etliche junge Hoffnungsträger aus dem Kreis der Castingshows griffen und greifen zum Mikro.

Die Spielorte werden wechseln

Die Ritterakademie hat sich nach der WunderBar, heute Salon Hansen, als Standort etabliert. Rund 200 Besucher kommen zu den Sessions. Das ist, zumal jeder Abend eine musikalische Wundertüte aufreißt, eine gute Zahl. „Die geilsten Sessions“, sagt Peer Frenzke, „waren nicht unbedingt die mit den großen Namen.“ Soll er aber einen Abend aus den rund hundert in Lüneburg nennen, dann überlegt er lange – und noch etwas länger, sagt „jaa“ und denkt noch weiter. Dann aber ist es doch ein Abend mit einem Promi: Roachford. „Ich finde ihn als Sänger umwerfend.“ Danach fällt ihm die Session mit Sharon Phillips ein, damals in der WunderBar – „der Schweiß tropfte von der Decke.“

Für Campus, den Ritterakdemie-Betreiber, sind 200 Besucher aber doch eine kritische Zahl, hart an der Grenze. Es muss sich ja rechnen. Darüber kommt es künftig zu einem Kompromiss. Die 1st Class Session wird zum Teil in der Ritterakademie bleiben, aber auch wandern: in die Garage, ins Kulturforum, vielleicht in den Nolte-Saal oder back to the roots in den Salon Hansen, der mal die WunderBar war. Manches steht fest, anderes angedacht. Wandel als Chance begreifen, das gilt auch für Frenzkes Reihe.

Nichts läuft ohne Sponsoren und ein gutes Team

Sessions gibt es viele. Ohne Vorbereitung geht bei der 1st Class nichts. MP3-Dateien gehen rum und Leadsheets, das Skizzieren der Stücke mit Akkordfolgen. Nichts ist ausformuliert, immer öffnet sich der Raum, der die Session ausmacht. Eine Probe von etwa zwei Stunden läuft vor dem Konzert, zum Tonartchecken etc. Dann rauf auf die Bühne! Sehen, was passiert, was geht. . .
Die 1st Class Session lief in Gifhorn und Uelzen, aktuell ist Neu Wulmstorf ein fester Ort, hinzu kommt Gut Varrel bei Stuhr. Ohne funktionierende Organisation läuft da nichts. Gudrun Reimers, die mit Peer Frenzke dem Trägerverein vorsteht, managt die Abende. Sponsoren stellen Autos, bei den Unterkünften wackelt es gerade etwas. Aber es wird weitergehen – solange es eben Spaß macht.

Von Hans-Martin Koch

Die Jubiläumsnacht

Zum zehnten Geburtstag wird es am Freitag, 12. Mai, ab 20 Uhr auf der Bühne der Ritterakademie eng. Die Besetzung ist groß wie nie: Singen werden Andreas Kümmert, Pamela Falcon, Jessy Martens, Boris Alexander Stein und Julia Bergen. Die Band bilden Frank Itt (bass), Anika Nilles (drums), Rainer Scheithauer (keyboard) und Peer Frenzke (guitar). Nach dem Konzert wird es eine Party geben. Und vorher werden einige langjährige Kenner der Session einen kleinen Blick auf die frühen Jahre werfen.

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