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Malerei von Alexandra Harwardt und ein Fantasy-Szenario von Dennis Eisold. Foto: ff

Wechselnde Wahrnehmung

Bardowick/Lüneburg. Schlicht „blau“ heißt die nächste Ausstellung des Vereins Kulturraum Bardowick in der Galerie am Markt (Große Straße 2a): Wiebke Blesse, Hei di Fandrey, Alexandra Harwardt und Nana Mundhenk zeigen Malerei (Acryl und Aquarell vor allem), die sich natürlich im Schwerpunkt um Wind und Wasser dreht. Da ist es reizvoll, die Arbeitsweisen zu vergleichen. Es gibt ausformulierte Wellenlandschaften, anderswo wurde auf der Leinwand – etwa mit stark verdünnter Farbe – experimentiert, Motiv und Material nähern sich also an. Neben Bildern, die „Ozean“ oder „Blue Dream“ heißen, gibt es Ausflüge zu Nachbarthemen, in die Welt der Fische und Vögel, auch serielle Farbzerlegungen und Variationen von Zeichen, die mit der Farbe selbst zunächst nicht in Verbindung gebracht werden. Die Präsentation umfasst rund fünfzig Exponate.

Die Ausstellung wird am Freitag, 12. Mai, um 18 Uhr eröffnet, auf der Vernissage tritt die A-cappella-Formation „Die Biermanns“ auf. „Blau“ ist an diesem und am nächsten Wochenende jeweils 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Fotografien aus dem Reich der Feen, Elbinnen und Geister zeigt Dennis Eisold bis Ende Mai im Lüneburger Modecafé Aust, dem Domizil des Kunstkreises 2012. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen real existierende Frauen als Heldinnen von heftig verwirbelten, immer etwas geheimnisvollen Szenarien, deren Sog-Wirkung auf den Betrachter durch relativ große Formate noch unterstützt wird. Requisiten wie Maske und Laterne, Schmetterling und Eule sind weitere erkennbare Motive, mit denen der Fotograf seine Bilder zu Geschichten ausbaut. Die kleine Ausstellung wird abgerundet mit Malerei von Patrick Mallee, der seine Leinwände ebenfalls symbolhaft auflädt, dabei eher im diffusen Bereich bleibt.

Angefangen hat Nadine Metzker mit abstrakter Malerei. Dazugekommen ist jetzt die Lust auf graphische Elemente, die Elemente der Pop-Art zitieren. Wie beides zusammenpasst, ist bis 6. Juni bei Lünebuch zu sehen. Titel: „Bunte Schwarzweißwelt“. Die Bilderserie ist, ausgehend von zwei Schwarzweiß-Studien, von einer durchgehenden Programmatik geprägt: Farbintensive Leinwand-Flächen in verschiedenen Formaten, gemalt oder gesprüht, dienen als Hintergrund für (meist anonyme) Frauenporträts, die in Pinselstrichen nur angedeutet werden. Ein Experiment mit Kontrasten also, verschwenderische, diffuse Fülle mit diversen Farbeffekten hier, Präzision und kühle Reduzierung dort.

Malerei und Fotografie präsentiert das Kunstcafé am Spring­intgut bis Ende Mai unter dem Titel „Intersensuell“. Ruth-Agnes Köster von Woyski zeigt Pastellcollagen – märchenhafte, farbenfrohe Welten, dazu stille Bilder mit dunklen Zwischentönen, in ihrer Plakativität nur vordergründig harmonisch. Tobias G. Sommer entfernt sich von seinen fotografierten Landschaften, indem er sie am Computer zu diffusen Erinnerungen verfremdet, die nun wie mit zartem Pinselstrich dargestellt wirken und sich damit dem Aquarell nähern. Abgerundet wird das „Intersensuelle“ durch die Wahrnehmungen der Lyrikerin Dora von Domgoergen.

Am Sonnabend, 13. Mai, 14 Uhr gibt es Kaffeehausgeschichten im Café, vorgestellt von Irene Thiele, Alexandra Rau und Jonathan F. Schaaf (Eintritt frei).

Von Frank Füllgrabe