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Bevor Birigt Rehse rund 50 Töpferwerkstätten nach Lüneburg lotst, betrachtet sie im Museum Keramik aus alter Zeit. (Foto: t&w)

Töpferkunst im Museum Lüneburg: Alles dreht sich

Lüneburg. Dreißig Jahre hat Birgit Rehse in Bad Bevensen das Tourismusmarketing vorangetrieben. Das ist vorbei. Eine Sache aber betreibt sie dort heute noch, we itet sie aber aus – von Rügen bis Bad Mergentheim. Die Frau aus Klein Bünstorf ist so etwas wie die Töpfermarktspezialistin. Künftig auch in Lüneburg: Am 10. und 11. Juni bringt sie mehr als 50 Werkstätten aus dem ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus dazu, sich in Lüneburg zu präsentieren.

Verbündete dabei ist Museumsdirektorin Prof. Dr. Heike Düselder. Der Markt findet rund ums Museum statt und drinnen dazu ein Wettbewerb um die „Lüneburger Fliese“.
„Meine Märkte finden immer in schönem Umfeld statt“, sagt Birgit Rehse, die sich als Eventmanagerin versteht. Das entsprechend ansprechende Umfeld sollte rund ums Museum gegeben sein. Der Ort passt zudem, da sich in der Ausstellung des Museums viele Beispiele historischer Keramik besichtigen lassen. Vieles sind Funde, die Teams um den Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring bei Kloaken-Ausgrabungen machten.

Wettbewerb um die „Lüneburger Fliese“

Töpferhandwerk der Gegenwart geht weit über Gebrauchsgeschirr hinaus. Florale Keramik, Gefäßunikate, freie Objekte, Lampen, Reliefs und Schmuck gehören zu den Bereichen, auf die sich Töpfer spezialisieren. Birgit Rehse achtet bei ihrer Teilnehmerauslese darauf, dass keine Händler vertreten sind. Alle, die kommen, drehen und brennen ihre Werke selbst.
Ausgeschrieben wurde parallel ein Wettbewerb um die „Lüneburger Fliese“ – aufgreifend, dass in Lüneburg schon im Mittelalter Kacheln produziert wurden. Der Wettbewerb soll wie der Markt zu einer Tradition werden. Ein Thema gibt es für den Wettbewerb auch: „Reformation“. 18 Werkstätten lassen sich dazu einen Beitrag einfallen. Gezeigt werden die Fliesen im Foyer des Museums, das Publikum wählt den Gewinner. Die Siegerfliese wird später in der Touristinfo der Stadt und im Museum zu bekommen sein – und soll sich mit denen der folgenden Jahre zum Sammlerstück mausern.

Begleitet wird der Markt von Musik. Straßenmusiker, die mitmachen wollen, können sich im Museum Lüneburg melden.
Geöffnet wird der Töpfermarkt rund ums Museum am Sonnabend und Sonntag, 10./11. Juni, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt zum Markt ist frei. Das Museum ist zu den üblichen Konditionen zu besuchen, es gibt aber einen günstigen Kombipreis für das Parkhaus am Wasserturm und den Museumseintritt. Dass es Kaffee, Kuchen und etwas vom Grill gibt, sei auch erwähnt.

Birgit Rehses Töpfermarktkalender ist gut gefüllt. Immer am letzten Wochende im August zum Beispiel steht der Töpfermarkt Bad Bevensen auf dem Plan, in diesem Jahr am 26. und 27. Es wird bereits die 17. Ausgabe sein. Bis zu so einer langen Tradition muss in Lüneburg noch viel gedreht und aufgebaut werden.
Von Hans-Martin Koch