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Das Rock-Gitarren-Buch ist endlich fertig: Ulf Manú Müller präsentiert seinen „Pentatonic Workout“. Foto: ff

Lüneburger veröffentlicht Lehrbuch für Rock-Gitarristen

Lüneburg. Es gibt begnadete Menschen, die nehmen – ohne jeden blassen Schimmer von Noten oder Harmonien – eine E-Gitarre in die Hand, stöpseln sie ein, legen los und erobern den Olymp. Für normalsterbliche Rock-Gitarristen allerdings führt der Weg an ein paar Grundkenntnissen nicht vorbei, wenn die Musik über ein Drei-Akkorde-Geschrammel hinausgehen soll. Wie beginnen? Lehrbücher gibt es genug, sind aber oft sperrig. „Pentatonic Workout“ heißt eine Einführung von Ulf Manú Müller, auch dieser Titel klingt zunächst ein wenig mühselig, dabei ist die Sache eigentlich einfach: Wer zum Blues will, zu Funk oder Metal, der lerne die entscheidenden fünf Töne.

Angesprochen sind die künftigen Meister der elektrischen Gitarre. Ihre akustischen Schwestern gehen zur Not auch, aber für einige typische Solo-Effekte ist der verstärkte, verzerrte Sound besser – bei langen Noten beispielsweise, die einen ganzen Takt lang erklingen sollen, oder bei Tönen, die durch das Dehnen der Saite ein wenig erhöht werden müssen. Und einen Vibrato-Hebel für das Jammern eines Tones oder eines ganzen Akkordes hat nun einmal nur die „Solidbody“.

Einführung in die Pentatonik

Ein paar Jahre Erfahrung mit der Gitarre sollten die Workout-Leser schon mitbringen. Im Kern geht es also um Pentatonik – bei einer normalen Dur-Tonleiter werden die vierte und die siebente Stufe weggelassen, bei Moll die zweite und die sechste. „Es gibt Lehrbücher mit unendliche vielen Licks“, sagt Ulf Manú Müller, „aber es fehlt die große Ordnung, der Zusammenhang“. Er hat also ein Buch geschrieben, das er selbst damals in seinen Lehrjahren gern gehabt hätte.

Das Workout verspricht „14 peppige Stücke“, vom Autor komponiert, manche angelehnt an berühmte Klassiker. Was könnte wohl mit „Bloke on the Water“ gemeint sein, oder mit „Sweet Home Fujiyama“ ? Für die einzelnenen Songs wird zunächst die grundlegende Pentatonik vorgestellt, dann in verschiedenen Übungen variiert, schließlich auf den Song angewandt. Eine beiliegende Übungs-CD bietet nicht weniger als 94 Tracks – neben einzelnen Übungen gibt es jedes Stück vier Mal: komplett und ohne Melodiestimme (also mit Playback, wer hat schon immer eine Band beim Üben zur Verfügung?), langsam und im Originaltempo.

Konzert in der Hippolitkirche

Eine aufwändige Angelegenheit also. Dazu kommt, dass alles doppelt notiert ist – in klassischen Notensystemen und parallel in der branchenüblichen Zahlen-Tabulaturschrift, die in den Aufzeichnungen für Laute ihre Wurzeln hat. Diese Zahlen sind in dem Buch übrigens, und das ist schon ein von Liebe und Erfahrung kündendes Detail, ebenfalls mit Notenwerten (Viertel, Achtel usw.) versehen, das ist nicht üblich. Darüber hinaus gibt es ein extra Einlegeheft mit den Stimmen für einen zweiten Gitarristen. Damit können Duos schon eine Menge anfangen.

Der „Pentatonic Workout“ (Acoustic Music Books, Wilhelmshaven, 52 plus 28 Seiten, 21,90 Euro) trägt den Untertitel „Band eins“, Ulf Manú Müller hat also bereits den zweiten in Angriff genommen. Wer den Gitarristen mit seinem Quartett hören möchte: Freitag, 19. August, Hippolitkirche Amelinghausen.

Von Frank Füllgrabe