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Mit knalligen Postkarten und Zitaten aus Stücken des Abends wirbt „Zoing“ um Aufmerksamkeit. Montage: zimmermann

Lange Nacht der Theater steigt

Lüneburg. So geht das eine Nacht lang: Harhar, Buahaha, Wieher, Seufz, Argh, Kreisch, Brüll, Grmpf, Laber, Sülz, Tuschel – kurz gesagt: „Zoing“. Das Comicwort s teht über einem Projekt, das es so in der Stadt noch nicht gegeben hat und das all die Emotionen, die mit Schnatter, Kicher und Co. verbunden sind, auslösen kann und soll – bei der ersten Lüneburger Theaternacht. Auf sieben Bühnen zeigen sich am 26./27. August fast 25 Gruppen und Einzelakteure. Fürs Publikum gilt: ein Ticket, alle Bühnen. Soweit Platz vorhanden ist.

Die Theaterszene wächst kontinuierlich

Die Ideen reifte über ein halbes Jahr. Im September vergangenen Jahres trafen sich Theatermacher aus der Stadt in der KulturBäckerei. Da hat es „Zoing“ gemacht – die Idee war geboren. Möglich macht‘s die Sparkassenstiftung. Mitorganisatorin Nina Lawryniuk trug zusammen, was da auf den Bühnen kreucht und fleucht. Tatsächlich hat sich die Lüneburger Theaterszene kontinuierlich vergrößert. In den vergangenen Jahren sogar in erhöhtem Tempo. Obwohl das große Theater als marktdominierende Bühne mehr produziert als je zuvor. Trotzdem halten sich parallel mehrere professionelle Bühnen über Wasser, beginnend mit dem theater im e.novum mit seinem Schwerpunkt als Theaterschule für Kinder und Jugendliche.

Die „sehr lange Nacht der Theater“ ist auch eine der gegenseitigen Toleranz und eine Aktion „gegen Neid und Konkurrenz“. So sagt es Theater-Chefdramaturg Friedrich von Mansberg. Im idealen Fall entwickele sich so etwas wie ein Netzwerk. „Wir haben ja mit der von mehreren genutzten Bühne in der KulturBäckerei gesehen, dass so etwas funktioniert“, betont Jürgen Baumgarten vom Amateurtheater Rampenlicht. „Anfangs haben wir uns noch etwas misstrauisch beäugt, aber es hat sich sehr gut entwickelt.“ Lange Nächte sind ja ohnehin immer gut für ungeahnte Kooperationen, also kann aus dem 26. August heraus Spannendes erwachsen.

Jede Spielstätte entwickelt eigenes Programm

In der Regel wird es am Sonnabend, 26. August, ab 16 Uhr 20-Minuten-Vorführung geben, in stetem Wechsel. Ein Shuttlebus pendelt zwischen e.novum und KulturBäckerei. Weitere Spielstätten sind das Scala-Programmkino, die Musikschule, der Salon Hansen, das Theater Lüneburg und die Volkshochschule. Details werden noch ausgearbeitet, aber das Spektrum wird von Dramatik über Poetry Slam bis Theaterzirkus reichen. Die Grenzen sind weich, auch Filmisches wird hineinspielen. Der 26. endet mit einer Party im Salon Hansen. Am Sonntag, 27., geht es ab 11 Uhr weiter mit dem großen Theaterfest samt Abendgala und „As You Like It“-Rock im Zelt vor dem Theater.

1500 Karten werden maximal verkauft: Die LZ-Veranstaltungskasse, Am Sande, ist mit dabei, wenn es jetzt die Karten für 15 Euro gibt statt für 20 Euro an der Abend- bzw. Nachtkasse. Unterstützer dürfen auch gern 35 Euro zahlen. Der Eintritt zum Theaterfest am 27. ist frei, abgesehen von der Abendgala. Wie bei der Nacht der Museen gilt: Man kann vieles, aber nicht alles sehen und nichts mit garantiertem Platz. Infos zu Gruppen und Terminen: http://www.zoing-lueneburg.de.

Von Hans-Martin Koch