Aktuell
Home | Kultur Lokal | Wienebütteler Serenade im Kulturforum
Aquabella singt Lieder in 20 Sprachen.

Wienebütteler Serenade im Kulturforum

Lüneburg. Wenn sich der Sommer im Lande endlich niedergelassen hat, wenn es also auch abends noch zuverlässig hell und warm ist, dann ist Zeit für die Wienebütt eler Sommernachtsmusik. Die Reihe, die immer aus vier Konzerten besteht, geht nun bereits in die 19. Runde. Sie wird am Freitag, 7. Juli, um 21 Uhr im Kulturforum eröffnet mit dem Duo „Piano meets Vibes“, das sind Jens Schliecker (Tasten) und Nils Rohwer (Stäbe). Der Pianist und der Vibraphonist bewegen sich zwischen Jazz, Klassik, Minimal Music, Latin und Folk. Diese bis zur Weltmusik reichende Vielseitigkeit ist auch prägend für die nachfolgenden Abende.

In moderner Duo-Stilistik weben Rohwer und Schliecker mit ihren zu komplexen Harmonien fähigen Instrumenten einen bunten Klangteppich. Dabei schaffen sie mit dem Klang der über Hämmerchen angeschlagenen Saiten beziehungsweise mit Klöppeln geschlagenen Klangstäben ein mehrschichtiges Hörbild. Dabei schöpfen Schlieker und Rohwer auch aus ihren Erfahrungen als Film- Komponisten und aus fast 30 Jahren gemeinsamer Konzerttätigkeit. Das Duo hinterließ bereits 2015 im Museum seine Visitenkarte. Ausgangspunkt der Stücke sind Bilder, Erinnerungen, kleine Geschichten. Das können Spiegelungen im Fenster eines fahrenden Zuges sein, oder der Wunsch, im Zeitalter des data overflow, der ewigen Reizüberflutung, einmal zur Ruhe zu kommen. Umgekehrt schildert etwa das hektische „Zu spät“ die Erinnerung daran, auf dem Weg zum Bahnhof die Tickets vergessen zu haben.

Das Programm

▶Am Freitag, 14. Juli, folgt das Duo Acuerdo aus Berlin: Anja Dolak (Knopfakkordeon) und Bernhard Hariolf Suhm (Violoncello) spielen traditionellen argentinischen Tangos – unter anderem von Francisco Canaro, Anibal Troilo, Mariano Mores und Julian Plaza – auch Tango Nuevo, Kompositionen von Astor Piazzolla natürlich, französische Musettewalzer und Klezmerstücke aus Osteuropa. In den eigenen Arrangements werden bewusst die verschiedenen Lagen und Register beider Instrumente ausgenutzt, sodass trotz der kleinen Duo-Besetzung eine möglichst große klangliche Vielfalt erreicht wird.

▶Konzert Nummer drei wird gestaltet von dem A-cappella-Quartett Aquabella: Freitag, 21. Juli, 21 Uhr. Claudia Karduck und Bettina Stäbert aus Deutschland, Bérangère Palix aus Frankreich und Heleen Joor aus Holland präsentieren Lieder in über zwanzig Sprachen, die Vier sind auch als Schauspieler in ausgefeilten Choreographien zu erleben, runden ihre Klangwelt ab durch den Einsatz von landestypischen Perkussionsinstrumenten wie arabischer Rahmentrommel und Cajon.

▶Das Falk Zenker Trio spielt am Freitag, 28. Juli, 21 Uhr, den Schlussakkord. Neben der – eigens für ihn konstruierten – Nylonstring-Gitarre mit kleinerem Corpus spielt Zenker elektrische und bundlose Gitarren, Kalimba, Grasharfe, Obertonschläuche, diverse Perkussionsinstrumente und arbeitet mit moderner elektronischer Klangverfremdung – zu bedienen über die Zehen, weshalb Falk Zenker meist barfuß auftritt. Zusammen mit dem Violinisten Florian Meyer und der Perkussionistin Nora Thiele führt er in eine Welt pulsierender Rhythmen, lichter Schönheit und strenger, dunkler Schatten. Der musikalischen Bogen führt vom Mittelalter zu Jazz, von der Klassik zum Flamenco.
Von Frank Füllgrabe