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Amy Macdonald singt beim Finale des Open R, im vergangenen Jahr stand sie in Luhmühlen auf der Bühne. Foto: A/t&w

Open R Uelzen: Es wird laut und fröhlich

Uelzen. Das Programm ist fett wie nie zuvor. Gleich vier große Open-Air- bzw. „Open R“-Tage stehen Uelzen Anfang August bevor. Das schon kl assische Open R läuft über drei Tage, und vorgeschaltet ist dem der Auftritt eines Weltstars: Sting eröffnet den Konzertreigen am Dienstag, 1. August.

Wie im Vorjahr ist es dem Veranstalter Ulrich Gustävel gelungen, einen Künstler der ersten Reihe nach Uelzen zu locken. Elton John war im vergangenen Jahr der bisher berühmteste Star, der in der Almased Arena auftrat. In den Jahren zuvor waren es vor allem deutschsprachige Künstler wie Die Ärzte, Peter Maffay und Herbert Grönemeyer, die für große Pop- und Rockmusik sorgten.
Nun also Sting. Er spielt in Uelzen ein Konzert seiner „57th & 9th“-Tour, die ihn quer durch Europa und die Welt führt. Der 65-Jährige hat im Laufe seiner Karriere eine Fülle von Hits geschrieben und immer wieder neue Herausforderungen gesucht. Mit seiner Band The Police brachte Sting zur New-Wave-Zeit Hits von „Roxanne“ bis „Message In A Bottle“ auf den Weg.

Musik für verschiedene Generationen

Songs wie diese tauchen immer wieder in seinen Programmen auf, sicher auch in Uelzen. Aber Sting spielt seine alten Stücke nicht einfach runter, er findet immer wieder neue Arrangements, ohne den Kern zu zerstören. Als Solokünstler blieb Sting auf Erfolgskurs und öffnete sich zugleich musikalischen Einflüssen aller Art, vom Jazz bis zur Musik der Renaissance. Er schrieb auch ein – allerdings weniger erfolgreiches – Musical. Das jüngste Album „57th & 9th“ führte den Sänger und Bassisten wieder zu rockigen „Roots“. Das wird am 1. August ab 20 Uhr zu erleben sein. Vorher schon wird Sting-Sohn Joe Sumner auftreten. Rund 10 000 Besucher erwartet Ulrich Gustävel.

Für das eigentliche Open R vom 4. bis 6. August hat Gustävel drei stilistisch komplett unterschiedliche Programme geschneidert. Sie richten sich an Generationen verschiedener Hör-Vorlieben. Grenzen sind dabei natürlich fließend.

Los geht es mit „Club & House“ am Freitag, 4. August: Ab 16 Uhr sorgen Robin Schulz, Jonas Blue, Feder, Hugel und Deepend für Beats und Elektro-Sounds, wie sie in kleinen und großen Clubs der Welt die Nächte füllen. Der Aufwand für Videowalls, Pyrotechnik und mehr sei gigantisch, sagt Gistävel, der mit rund 5000 Besuchern kalkuliert.

Der populärste Tag wird Sonnabend, 5. August. Ab 15 Uhr treten unter dem Motto „Neue Töne“ Silbermond als Headliner, außerdem Rea Garvey, Gregor Meyle, Max Giesinger, Die höchste Eisenbahn und Malaika auf. Vorwiegend also wird deutschsprachiger und mitsingbarer Mainstream-Pop geboten – gute Laune sollte für rund 10 000 Besucher garantiert sein.

Es wird viel für die Sicherheit getan

Das Finale am Sonntag, 6. August, richtet sich ab 15 Uhr primär an die nächstältere Generation. Gemeldet sind Amy Macdonald, Supertramp-Kopf Roger Hodgson, Bob Geldof und Milow. Nach aktuellem Stand kommen 3500 Besucher zum Finale; das dürften noch etwas mehr sein, findet der sonst zufriedene Veranstalter.

Besser absprechen werde man sich, was Termine betrifft, künftig mit dem fast parallel laufenden „Summer‘s Tale“ in Luhmühlen. Kurios dabei: Malaika, die Frau von „Summer‘s Tale“-Veranstalter Folkert Koopmans, tritt beim Open R in Uelzen auf.

Es gibt für alle Tage der Open-Air-Konzerte in Uelzen noch Karten bei der LZ-Konzertkasse, Am Sande.

Keine Rucksäcke, nur kleine Bauchtaschen

▶ Wie bei allen großen Festivals heißt es beim Uelzen Open R: „Safety First!“ Die Kontrollen an den Eingängen sind mit den Jahren schärfer geworden. Die Auflagen für Gegenstände, die mit aufs Gelände genommen werden, wurden ebenfalls penibler. Nicht erlaubt sind Taschen, Rucksäcke und Turnbeutel aller Art, abgesehen von Bauch- und Gürteltaschen in den Maßen 25cm x 10cm x 15cm und Brustbeutel wie auch Umhängetaschen in DIN A5-Format (21cm x 15cm x 2cm). Draußen bleiben müssen volle Tetra-Packs, Dosen, Trinkflaschen und alles, was als gefährlich gilt, vom Messer über Glasbehälter bis zu großen Regenschirmen (Knirps-Größe ist erlaubt).

Alle Auflagen hat Gustävel mit der Stadt Uelzen und der Polizei abgesprochen; unter anderem wird es Metalldetektoren am Einlass geben. Mehr Aufwand macht Festivals teurer. „Was aber richtig reinhaut“, sagt Gustävel, „sind die steigenden Kosten für Versicherungen“. Durch wetterbedingte Abbrüche großer Festivals oder Unterbrechungen wegen einer Terrorwarnung seien die Kosten für Ausfall-Versicherungen dramatisch gestiegen.

 

Von Hans-Martin Koch

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