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Die Jazz-Schlagzeugerin Christin Nedden aus Uelzen kommt am 28. Juli mit Ensemble in die alte Heimat. Foto: nh

Konzert, Kabarett, Comedy im Neuen Schauspielhaus Uelzen

Uelzen. Visionen können schnell wahr werden, sie am Leben zu erhalten, ist manchmal schwieriger. „Ein Theater, ein kleines Theater, ein Schauspielhaus, ein neues Schauspielhaus sozusagen, das wär doch was.“ Was der – immer etwas überdreht wirkende – Künstler Reinhard Scha–muhn 1998 als Projekt begann, drohte bei seinem plötzlichen Tod vor vier Jahren unterzugehen. Aber der Förderverein, der bis dahin eher ein Dasein hinter den Kulissen führte, übernahm die Bühne. Das „Neue Schauspielhaus Uelzen“ an der Rosenmauer hat sich etabliert, das Programm ist eng gestrickt, die Besucherfrequenz trägt den Betrieb, der ohne Zuschüsse auskommen muss. Jetzt stellte der Vorstand des auf sechzig Mitglieder gewachsenen Trägervereins die Veranstaltungen des zweiten Halbjahres 2017 vor.

Das Theater hat knapp hundert Sitzplätze. „Zuletzt hatten wir 50 Veranstaltungen im Jahr mit insgesamt rund 3000 Besuchern“, sagt Vorstand Johannes Vogt-Krause. In den letzten Monaten hatten die Theatermacher ein wenig Pech, da lief es nicht ganz so gut: „Im ersten Halbjahr haben 1100 Menschen den Weg zu uns gefunden. Die Zahl ist im Vergleich zu 2016 leicht rückläufig. Das lag unter anderem daran, dass wir aus Gründen, die wir nicht zu vertreten hatten, vier Veranstaltungen im Frühjahr absagen mussten.“ Und was läuft besonders gut? „Die Verbindung von Comedy mit Musik ist offenbar sehr beliebt“, so Johannes Vogt-Krause.

Marco Formanek im Oktober zu Gast

„An der konzeptionellen Ausrichtung des Programmes hat sich nicht viel verändert“, so Vorstands-Kollegin Conni Bettlewski. Es enthält eine ganze Reihe von Stammgästen, die den Theatersaal wohl füllen: Bidla Buh (24.11.) gilt als Garant, , Schwarzblond (10.12.), Herzen in Terzen (3.9.), aber auch die Big Band Bad Bevensen (5.12.) oder Michael Westphal mit seiner Heinz-Rühmann-Sylvestervorstellung „Jawoll, meine Herr’n“.

Konzerte, Kabarett, Comedy, Lesungen – insgesamt 29 sind bis Sylvester geplant. Erstmals dabei ist die „Theaterinitiative Bühnensturm“ mit der szenischen Lesung „Lerne mit dem Herzen zu denken“ über den Briefwechsel zwischen Cato Bontjes van Beek und Sophie Scholl (23.9.). Das „Duo Plus one“ präsentiert seinen Chansonabend “La vie en rose“ (30.9.), Marco Formanek erzählt „Aus dem Leben des k.u.k. Scharfrichters Josef Lang“ (28.10.), Dorit Meyer-Gastell berichtet unter dem Titel „Witwe, Schlampe, Mörderin“ von „weiblichen Abgründen“ (4. 11.). Das Lüneburger Impro-Theaterensemble „Heiß und Fettich“ gastiert am 16. September, die Hamburger Impro-Kollegen von „Luv & Lee“ folgen am 25. November. Romeo und Julia kommen auch mit einer Person aus, sein Shakespeare-Solo spielt Philipp Steimel am 9. September.

Die nächsten beiden Konzert gehören dem Jazz, das Trio Way Out spielt am 15. Juli, am 28. Juli folgt Christin Neddens Oceanside Ensemble, ein Heimspiel für eine aus Uelzen stammende Schlagzeugerin – bei gutem Wetter im Theatergarten. Infos unter www.neues-schauspielhaus-uelzen.de.

Von Frank Füllgrabe