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Friederike Krum wird beim „British Day“ Hits aus Musicals und Filmen singen. Mit ihr kommt Plácido Domingo jr. Foto: be

Crossover im Kurpark

Lüneburg. Einmal hat sie ja schon hier gesungen, damals 1996 in Bleckede bei den Theaterfreunden. Wohin ihre Reise gehen würde, klang da schon auf: Friedrike K rum sang die „Christel von der Post“ und „Evita“. Vorwiegend Heiteres, Genre-übergreifend. Heute lebt die Sängerin in London, und gäbe es Titel für Vielseitigkeitssängerinnen, sie wäre eine Top-Kandidatin. Zwischen Kunstlied, Oper und Musical bewegt sich die Mezzosopranistin. Wenn sie am 19. August im Kurpark das „British Day“-Finale bestreitet, bringt die Sängerin außerdem einen Kollegen mit klingendem Namen mit: Plácido Domingo jr.

Spricht Friederike Krum über ihren Weg, schwingt ein kleiner britischer Sound in ihr Deutsch. Begonnen hat aber alles im deutschen Norden, im Sachsenwald, in der Kinderkantorei. Ihr Talent zeigte sich, und eines kam ihr früh zugute: „Ich hatte nie ein Problem damit, vor Leuten zu singen.“ Sie studierte in Hamburg und zählt den Unipräsidenten Prof. Dr. Hermann Rauhe zu ihren wichtigen Förderern. Rauhe sieht wie Friedrike Krum kein Problem mit dem Sprung durch die Genres. Wichtig aber ist der Sängerin, jedem Genre die richtige Klangfarbe zuzuordnen: „Ich habe lange daran gearbeitet, dass die Stimme nicht nach Klassik klingt, wenn ich Musical singe.“

Oft folgt Friederike Krum Einladungen, auf Galas zu singen, für Reeder und Banker in Hamburg und längst weit darüber hinaus. Galas zahlen sich aus. Krum trat im Laufe ihrer Karriere mit Plácido Domingo, Neil Shicoff und Agnes Baltsa auf; José Carreras engagierte sie für seine Benefiz-Konzerte. Neben den Galas war Krum in Musicals zu sehen, etwa in „Die Schöne und das Biest“, im „Phantom der Oper“ und in der „West Side Story“. Auch Oper liebt sie, aber: „Ich habe nicht Gesang studiert, um mich auf der Bühne auszuziehen und mit Farbtöpfen bewerfen zu lassen.“ Sie mag es klassisch. Auch das Kunstlied hat es ihr angetan, etwa Robert Schumanns „Dichterliebe“.

Der Kontakt zu Plácido Domingo jr. verdichtete sich über Facebook. Der Domingo-Sohn ist Träger eines großen Namens und hat sich wie der Senior dem Gesang verschrieben. „Er vergleicht sich aber nicht mit seinem Vater, versteht sich nicht als klassischer Sänger“, sagt Friedrike Krum. Der mexikanisch-spanische Tenor, 1965 geboren, komponierte Lieder für Künstler wie Michael Bolton und Diana Ross, er arbeitet als Sänger, Komponist und Musikproduzent und ist in dem Bereich unterwegs, der als Crossover bezeichnet wird. Das Konzert in Lüneburg wird sein erster großer Auftritt in Deutschland, sagt Friederike Krum. Die Lüneburger Symphoniker werden spielen, Thomas Dorsch dirigieren.

Konzipiert ist der Auftritt als Picknickkonzert, Beginn ist um 20 Uhr, und das Programm reicht von Mozart über „My Fair Lady“ bis zum finalen „Rule, Britannia“. Um 22 Uhr ist Brexit.

Von Hans-Martin Koch

„British Day“ — Oldtimer, Border Collies und Beatles-Lieder

Von 11 bis 18 Uhr wird am 19. August ein „BritishDay“ im Lüneburger Kurpark gefeiert. Organisator Ed Minhoff sorgt für eine Oldtimer-Parade, lässt Border Collies und eine Foxhound-Meute laufen, die Caledonian Pipe & Drums sorgen für Musik, Norbert Saric an der Gitarre und Johanna Brügge am Flügel werden Beatles-Songs anstimmen. Das Stadtorchester und die Band Kullersteen treten ebenfalls auf.

Burkhard Schmeer liest aus „Paddington der Bär“, Jan Balyon malt die Queen, und natürlich geht es auch kulinarisch um alles, was britisch ist. Der Vorverkauf, auch bei der LZ-Veranstaltungskasse, läuft.