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Karomuster auf dem Hemd und im Bild, das ist Zufall: Holger Dressler in der KulturBäckerei.

Holger Dressler stellt in der KulturBäckerei aus

Lüneburg. Es geht Holger Dressler wie vielen, die Bilder malen. Sie haben in Kindheit und Jugend ihre Liebe zur Kunst entdeckt, doch dann kam der Beruf. Dressle r machte Karriere im Finanzwesen: 1996 führte ihn der Weg nach Lüneburg, 2009 schied er als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse altersbedingt aus. Immer wieder meldete sich unterwegs die Kunst zurück, aber nun mit Macht. In jüngerer Zeit schlägt Dressler einen Bogen in seine Kindheit, und vielleicht liegt die Liebe zur Malerei auch ein wenig an den Genen. Jetzt stellt Holger Dressler seine Bilder zum ersten Mal aus, im Artrium der KulturBäckerei.

Die Sache mit den Genen oder besser mit der eigenen Geschichte führt zurück zum Ludwig-Richter-Schüler Eduard Leonhardi (1829-1905). Der Dresdner Künstler kam als „Maler des deutschen Waldes“ zu Ruhm und Ehren, er wurde zum Ehrenmitglied der Dresdner Kunstakademie berufen. Dressler, ein Ur-Ur-Enkel, hat sich mit dem Romantiker ausgiebig befasst. Die Nähe und Liebe zur Kunst zieht sich ohnehin durch die Familiengeschichte.

Seinem Vater nämlich verdankt es Dressler, dass er nun Bilder aus Kindheit und Jugend nutzen kann. Der Vater hob auf, was sein Sohn ausprobierte. Der nun eher späte Dressler nutzt die erhaltenen Linolschnitte und meist abstrakten Versuche als Bildzentrum, um die herum er geometrische Farblandschaften komponiert. Dabei werden bisweilen die Formspiele der frühen Bilder aufgenommen und weitergedreht.

Die Ausstellung läuft bis zum 25. August

Typisch für Dresslers Collagen sind verhaltene Farbtöne, aufgetragen mit Wachsstift oder Pastellkreide. Farbflächen bricht Dressler mittels einer Kratztechnik auf, wodurch die Bilder eine Art zeitloser Patina gewinnen. Über die Bilder legt Dressler oft eine Art Gitterstruktur. Linien ordnen Räume, formieren die abstrakten Landschaften zu freien Landkarten.

Die Bilder tragen Titel, die aber für den Betrachter nur bedingt Bedeutung besitzen. Oft sind sie biographisch wie bei der „Flucht aus dem Weserbergland“, der Enge der Jugend. Die jüngeren Bilder mit den Dokumenten der frühen Jahre tragen alle den Nebentitel „Erinnerungen“.

Zu sehen sind Bilder aus den Jahren 1961 bis 2017. Die Ausstellung läuft bis zum 25. August.

Von Hans-Martin Koch

Vorschau

Lüneburgs Kunstzentrale

Die KulturBäckerei hat sich schnell zu Lüneburgs zentralem Ort für Ausstellungen vorwiegend zeitgenössischer Kunst entwickelt. Zwei Räume werden nahezu laufend genutzt, die Kunsthalle im Erd- und das Artrium im Obergeschoss. Folgende Ausstellungen sind von der Sparkassenstiftung als Betreiberin der KulturBäckerei für das laufende Jahr angekündigt:
▶ Noch bis zum 27. August läuft in der Kunsthalle die große Ausstellung „Der Merlin Verlag wird 60“.
▶ Vom 18. bis 20. August stellt Anke Gruss im Atelier 10 aus, Titel: „Streckennetz – Malreisen und Reisemalerei“. Eine weitere Ausstellung im Atelier gestalten vom 1. bis 3. September die Geschwister Gruss.
▶ Vom 1. bis 3. September kommt die FormArt als Jahresschau des Vereins Angewandte Kunst Lüneburg ins Haus.
▶ Bernd Uhdes spektakuläre Fotokunst ist vom 10. September bis 1. Oktober in der Kunsthalle zu sehen.
▶ „Im Lichtschatten“ nennt Karl-Ernst Gaertner eine Werkauswahl, die er vom 29. September bis 15. Oktober im Artrium zeigt.