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Lukas Bärfuss stellt seinen Roman „Hagard“ vor.

LiteraTour Nord: Sechs Autoren, sechs Städte, ein Preis

Lüneburg. Seit 25 Jahren touren in den Wintermonaten Autoren durch den Norden, und am Ende erhält einer einen Preis. Vier Männer und zwei Frauen treten zur neue n Runde der LiteraTour Nord an. Seit 2006 fördert die VGH-Stiftung den Wettbewerb und stiftet die mit 15.000 Euro attraktiv dotierte Auszeichnung. Sechs Städte erreicht die Lesereihe, auch in der Ausgabe 2017/18 ist Lüneburg dabei.

Mehr als moderierte Lesungen bietet die LiteraTour. Einbezogen werden örtliche Veranstalter wie das Literaturbüro Lüneburg. Mit dabei sind Universitäten, die begleitende Seminare bieten und den Moderator stellen. Das wird im Heine-Haus, immer um 19.30 Uhr, wie im Vorjahr Dr. Tilmann Lahme von der Leuphana sein. Weitere Standorte neben Lüneburg sind Oldenburg, Bremen, Lübeck, Rostock und Hannover.

Als erster kommt am 25. Oktober der 1960 geborene Michael Roes mit „Zeithain“. Der promovierte Philosoph lebt heute als Autor und Filmemacher in Berlin. „Zeithain“ führt in die Zeit, in der Kronprinz Friedrich II. unter seinem Vater leidet und mithilfe von Hans Hermann von Katte eine Flucht plant. Katte wird Opfer des scheiternden Plans und hingerichtet, Friedrich muss zusehen.

Carmen Stephan, geboren 1974, war Journalistin für große deutsche Publikationen, lebte in Rio de Janeiro und heute als Autorin in Genf. Der Roman „It‘s all true“ erzählt von vier Fischern, die 1941 in Brasilien eine lange Reise auf sich nehmen, weil sie dem Präsidenten in Rio de Janeiro verdeutlichen wollen, was falsch läuft. Carmen Stephan liest am 6. November.

In die Geschichte eines Vaters führt „Zuckersand“ von Jochen Schmidt, geboren 1970 in Berlin. Mit seinem zweijährigen Sohn Karl entdeckt der Vater die Welt und erinnert sich dabei an die eigene Kindheit, was in komischer und berührender Form erzählt wird. Schmidt, Mitgründer der Berliner Lesebühne „Chaussee der Enthusiasten“, kommt am 6. Dezember nach Lüneburg.

Einen merkwürdigen Blick nach vorn werfen kann die alte Selma. Immer, wenn sie im Traum ein Okapi sieht, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. „Was man von hier aus sehen kann“ nennt Mariana Leky, geboren 1973 in Köln, ihren Roman, der auch als „Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen“ angekündigt wird. Leky ist am 10. Januar 2018 Gast in Lüneburg.

Zum Abschluss kommt Jonas Lüscher

Der Schweizer Lukas Bärfuss, Jahrgang 1971, hat sich einen Namen als Romanautor und Dramatiker gemacht. Bärfuss erhielt 2014 den Schweizer Buchpreis, 2015 den vom Land Niedersachsen vergebenen Nicolas-Born-Preis. „Hagard“ stellt den Geschäftsmann Philip in den Mittelpunkt. Er folgt zwischen zwei Terminen plötzlich einer ihm völlig unbekannten Frau. Was erst zufällig geschieht, entwickelt sich zwanghaft, bedrohlich, surreal und wirft Philips Welt über den Haufen. Termin: 24. Januar.

Zum Abschluss kommt Jonas Lüscher mit „Kraft“. Lüscher, 1976 in Zürich geboren, stellt den Rhetorikprofessor Richard Kraft vor. Er ist unglücklich verheiratet, finanziell gebeutelt und sieht einen Ausweg in einem wissenschaftlichen Wettbewerb im Silicon Valley ein, bei dem es eine Million Dollar zu gewinnen gibt. Kraft gerät in ein Umfeld, das wie er oft aus Kalkül eine Position eingenommen hat. Er wird die Trümmer seines Lebens kaum einsammeln können. Lüscher liest am 31. Januar. oc