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Wohin die Gier den Menschen treibt, ist im „Revisor“ zu erkennen. Foto: theater/wege

Buckeln und treten im E.Novum

Lüneburg. Früh startet Margit Weihe die Theatersaison am Munstermannskamp. Bereits am Sonnabend, 19. August, um 20 Uhr steht die erste Premiere im theater im e. novum an. Zum Start spielen aber nicht Kinder oder Jugendliche, das Kernklientel des Theaters, sondern das Erwachsenenensemble. Es packt einen Klassiker der Verwechslungskomödie aus: „Der Revisor“ von Nikolai Gogol. Im Laufe des zweiten Halbjahrs stehen als Eigenproduktionen dann noch zwei Märchen im Programm.

Alle intrigieren, bestechen und fälschen

In seiner Komödie „Der Revisor“ nimmt Nikolai Gogol (1809-1852) Bürokraten, Beamte und Obrigkeitshörigkeit aufs Korn. Das Stück, 1835 geschrieben, führt in eine russische Kleinstadt. Das Leben geht dort seinen gewohnten Gang. Das heißt: Es wird nach Herzenslust und Gier intrigiert, geschmiert, bestochen, gefälscht. Jeder nimmt gern. Jeder buckelt, wenn er einen Vorteil für sich sieht, und tritt aus gleichem Grund. Nun aber soll inkognito ein höchstbehördlicher Revisor in der Stadt sein. Der Mann, den sie nun umgarnen, ist indes nur ein armer reisender Beamter, der aber Vorteile auszukosten weiß, ob es um Geld geht, um Frauen. . .. Das treibt die Komödie weiter und ist noch lange nicht das Ende der Verwicklungen.

Es dürfte dem Publikum einiges über Dummheit, Arroganz und Intrige bekannt vorkommen, manches ändert sich eben nicht. Die Aktualität des Themas wird Theaterleiterin Margit Weihe in ihrem Zugriff vorzuführen wissen.
Als Weihnachtsmärchen studiert das Kinderensemble 2 „Rotkäppchen“ nach den Brüdern Grimm ein. Die Version für Kinder ab vier Jahren wird von Kirstin Rechten inszeniert. Gitarrist Ulf Manú, dem Theater seit langem verbunden, wird dazu Musik beisteuern. Es gibt zwei Gruppen, die das Märchen spielen, also kommt es auch zu zwei Premieren, am Sonntag, 12. November, um 15 Uhr und am Sonntag, 19. November, um 15 Uhr.

Der Kinderbuchklassiker „Der Zauberer von Oz“ erzählt ebenfalls eine Märchengeschichte mit böser und mit guter Hexe und einer Botschaft über Mut und Vertrauen in eigene Stärke. Die Theaterfassung richtet sich an Zuschauer ab sechs Jahren. Edina Hasselbrink leitet das Kinderensemble 2, und wer macht die Musik dazu? Natürlich Ulf Manú. Premiere: 10. Dezember.

Auch bei „Zoing!“ wird mitgespielt

Ein besonderer Tag für die großen und kleinen Theater in Lüneburg ist der 26. August. Da öffnet eine Karte die Türen zu 24 Theatern. „Zoing!“ ist die erste „sehr lange Theaternacht“ überschrieben. Das theater im e.novum ist dabei, zeigt Ausschnitte aus „Rotkäppchen“ und dem „Revisor“, bietet eine szenische Lesung aus Martin Baltscheits „Die besseren Wälder“, dazu mehrere Theaterworkshops.

Wie in jedem Programm bucht Margit Weihe Gastspiele. Zuerst geht es ins „Obstgärtchen“. In einem interaktiven Theaterspiel für Kinder ab drei Jahren greift das Theater Mär das gleichnamige Brettspiel auf, mit Musik und Theater. Das passiert am Sonntag, 24. September, um 15 Uhr.
Zum 70. Todestag des Schriftstellers Wolfgang Borchert, der glückliche Schauspielertage in Lüneburg erlebte, sind am 29. September um 20 Uhr Chansons und Lyrik zu hören. „Meine Seele ist noch unterwegs“ nennt Johannes Kirchberg sein Programm. Es handelt sich bei dem Gastspiel um eine Produktion des Berliner Maxim-Gorki-Theaters.
Natürlich weht wieder Impro-Theaterluft durch den Saal: Die Steife Brise, treuer Gast am Munstermannskamp, ist am Sonnabend 30. September, und am Freitag, 3. November, jeweils um 20 Uhr zu erleben.

Schließlich noch einmal Märchen. „Dornröschen oder: Pieksen gilt nicht“ heißt ein „Märchenspektakel mit Hofstaat, Rosen und Zeitmaschine“. Das Tamalan Theater spielt für Kinder ab vier Jahren am Sonntag, 29. Oktober, um 15 Uhr. oc