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Das TraumFleck Marionettentheater gastiert mit „Ms. Braeburn“ in der Musikschule. In der KulturBäckerei ist unter anderem Yasmina Rezas Komödie „Kunst“ mit Thomas Ney, Henning Karge und Raimund Becker-Wurzwallner zu sehen.

Figaros Hochzeit und ein Pups

Lüneburg. Wohin gehen wir zuerst? Und wohin dann als nächstes? Diese Fragen dürften am kommenden Wochenende nicht leicht zu beantworten sein . Gleich zwei Festivals verbinden sich in Lüneburg, versprochen wird erstens eine „sehr langen Nacht der Theater“; der nach Comic klingende Titel ist kürzer: „Zoing“. Puppenspiel, Tanz, Performance, Musiktheater, Komödie, Plattdüütsches – insgesamt 26 Ensembles und Initiativen mit mehr als 120 Darsteller(inne)n präsentieren sich auf sieben Bühnen – nicht eingerechnet die Plätze und Straßen Lüneburgs, auf denen mobile Künstlertruppen unterwegs sind.

Am Sonnabend beginnt der Reigen um 16 Uhr parallel auf den beiden Ebenen der KulturBäckerei: Unten im Theater spielt das Schauspielkollektiv „Ein Schaf fürs Leben“, oben, im Artrium, erzählt das Ensemble von Kunst & Fertig die Geschichte „Der kleine Mann“. In der Musikschule öffnet das Puppentheater Barbara Grey: „Wir sind doch keine dummen Hühner!“ Beteiligt an der großen Zoing-Fete ist das Scala-Kino, hier hat der junge Kulturverein „IM.Kasten“ ein Kurzfilmfestival auf die Beine gestellt.

Poetry-Slam im Salon Hansen

Der Salon Hansen lädt ab 19.30 Uhr (Einlass) zum Poetry-Slam, hier gastiert dann später der Circus Tabasco. Das Theater im e.novum spielt ab 16.30 Uhr Rotkäppchen und führt im Laufe des Tages durch weitere eigene Inszenierungen. In der Volkshochschule beginnt das Angebot von Workshops und Werkpräsentationen um 18 Uhr, hier steht der Tango-Tänzer Roberto Barcena im Mittelpunkt. Das Theater Lüneburg beginnt um 18 Uhr mit einem Auftritt des Quintetts im Namen der Comedian Harmonists, es folgen Burkhard Schmeers Lustspielspektakel und die Niederdeutsche Bühne Sülfmeister. Bereits um 16 Uhr beginnt um 16 Uhr eine „Tangoing Performance“ auf dem Marktplatz, ebenfalls durch Lüneburg zieht das Körperfunkkollektiv, an verschiedenen Orten machen außerdem Krimi-Shows station – zum Beispiel auf der Dachterrasse der Musikschule.

„Zoing“ ist ein Projekt der Sparkassenstiftung Lüneburg, initiiert gemeinsam mit den Akteuren, es gibt sogar einen Bus-Shuttle. Nähere Informationen über das bis Mitternacht laufende Programm und den Kartenvorverkauf (unter anderem bei der LZ) im Netz unter zoing-lueneburg.de.

Abendgala längst ausverkauft

Am Sonntag mündet Zoing in das fast schon traditionelle Theaterfest zur Auftakt der Saison an den Reeperbahnen. Um 11 Uhr ertönt – gewissermaßen als Fanfare – ein „Elefantenpups“. So jedenfalls lautet der Titel eines Familienkonzerts für Zuhörer ab drei Jahren im Großen Haus (siehe Artikel unten). Um 11.45 Uhr wird nebenan im T.3 „Das Zauberschächtelchen“ geöffnet (auch um 13 Uhr). Um 12 Uhr stellt sich im Ballettsaal die Ballettschule des Hauses vor, um 12.30 Uhr beginnt auf der großen Bühne eine Probe für die Tragödie „Medea“, die am 22. September Premiere feiert.

In dichter Folge zeigen die Künstler aller Sparten Szenen aus den geplanten Produktionen. Es gibt – draußen vor der Tür, im Festzelt – um 13 Uhr ein Musicalkonzert, im T.NT eine Trailershow (13.30 und 15.30 Uhr, dazu 14.30 und 16.30 Uhr im T.3). Die „Hochzeit des Figaro“ wird schon einmal um 13.30 Uhr gefeiert, das Ballett probt um 15.15 Uhr, um 16.40 Uhr erklingt offenes Singen. Weitere Programmpunkte: Kuchenbuffett und Barmusik (14.30 Uhr), Workshops (Kampfchoreographie um 14.30 Uhr, Schauspiel für junge Leute um 15 Uhr), Führungen (12, 13 und 17 Uhr) und Abschlussfeier im Zelt (21 Uhr).

Der Dreh- und Angelpunkt des Theaterfestes ist einmal mehr die Abendgala um 19 Uhr, sie ist allerdings – ebenfalls wie üblich – längst ausverkauft.

Von Frank Füllgrabe