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Diese Sporthalle auf dem Leuphana-Areal soll abgerissen werden. Die Uni plant den Neubau einer wettkampfgerechten Halle. Foto: t&w

Die Zukunft der Arena: doch eine Sporthalle statt zwei?

Lüneburg. Mehrheitlich hat der Kreistag Ende Juni den Bau der Veranstaltungshalle „Arena Lüneburger Land“ beschlossen, derzeit wird über Betreiberverträge verhandelt. Der Rat der Hansestadt Lüneburg hatte außerdem Ende Juni über die Beteiligung am Bau und an der Unterhaltung abgestimmt. Den Beschluss hält der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, Ulrich Blanck, möglicherweise für ungültig (LZ berichtete). Nun sieht er weiteren Klärungsbedarf mit Blick darauf, dass auf dem Campus der Leuphana eine wettkampfgerechte Sporthalle für alle Hallensportarten mit Zuschauerflächen entstehen soll.

In einer Anfrage zur Ratssitzung am morgigen Donnerstag, 31. August, 17 Uhr im Huldigungssaal möchte er unter anderem wissen, ob es Gespräche zwischen Stadt/Kreis und Universität gegeben habe, statt zwei Hallen ein gemeinsames Projekt umzusetzen. Und wenn nicht, warum?

Auf LZ-Anfrage sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge: „Die eine Halle hat mit der anderen nichts zu tun. Das eine ist eine multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle (Arena), wie wir sie bisher noch nicht haben in Stadt und Region. Das andere ist ein Ersatz-Neubau für die bisherige, abgängige Uni-Sporthalle, vorrangig für universitäre Nutzungen wie die Lehrer-Ausbildung und den Hochschulsport.“

Blanck verweist auf die Internetseite der Uni sowie einen LZ-Bericht vom 10. Juni , in dem es hieß, dass die Leuphana vom Land rund fünf Millionen Euro für den Ersatzbau der Sporthalle auf dem Campus erhalte. Die Halle werde so ausgelegt sein, dass dort alle Arten von Hallensport betrieben werden können, die Spielfelder sollen so hergestellt werden, dass sie auch für die Austragung von Wettkämpfen zugelassen sind.

„Uns liegt kein Bauantrag oder Ähnliches vor.“
Ulrich Mädge, Oberbürgermeister

Seit wann und in welchem Umfang sind die Pläne der Leuphana zum Bau einer solchen wettkampfgerechten Halle der Stadtverwaltung bekannt? Das fragen die Grünen unter anderem. Und wie schätze die Verwaltung die Auswirkungen einer solchen Halle auf die Wirtschaftlichkeit der Arena Lüneburger Land und die Höhe der erforderlichen Betriebskostenzuschüsse seitens der Stadt ein? Auch zur möglichen Auslastung der Uni-Sporthalle soll die Stadt Auskunft geben.

Mädge empfiehlt, sich an den Bauherrn – also die Uni – zu wenden, der über Maße und Eckdaten vielleicht zu diesem Zeitpunkt schon Auskunft geben könne. „Ich weiß dazu vor allem, was in der Zeitung und in Pressemitteilungen stand. Uns liegt kein Bauantrag oder Ähnliches vor. Aber: 5 Millionen Euro, das ist eine Summe, die wir für eine ganz normale Drei-Feld-Schulsporthalle einkalkulieren. Kein Vergleich mit der Arena. Außerdem bekämen wir eine Arena mit ihrem Angebot für 3000 bis 3500 Zuschauern in der Nähe der Universität und des Zentralgebäudes nicht realisiert – das gibt weder der Platz dort her, noch der B-Plan, noch die Parkplatzsituation. Umgekehrt sehe ich auch nicht, dass die Arena am geplanten Standort als Sporthalle für Uni-Sport und Lehrveranstaltungen geeignet wäre. Das gäben schon die Hallenkapazitäten nicht her. Die Uni braucht einen Neubau auf dem eigenen Gelände.“

Auf der Tagesordnung des Rates steht auch ein Antrag der SPD-Fraktion unter dem Motto „Breitbandversorgung in der Hansestadt Lüneburg bis 2021 zukunftsfähig machen“. In Teilen der Stadt bestehe die Breitbandinfrastruktur noch aus Kupferkabeln. Diese Technologie sei auf die Dauer nicht akzeptabel, sagt der Fraktionsvorsitzende Klaus-Dieter Salewski. „Ziel muss es sein, bis 2021 ein leistungsfähiges Glasfasernetz inklusive Hausanschlüsse zu haben.“ Die Stadtverwaltung soll deshalb eine Bestandserhebung zusammen mit dem niedersächsischen Breitbandkompetenzzentrum, den Netzbetreibern sowie der Wirtschaftsförderung Lüneburg vornehmen. Außerdem seien mit dem Landkreis Lüneburg Verhandlungen aufzunehmen mit dem Ziel, dass für die notwendige Nachrüstung des „Kupfernetzes“ die gleichen Förderbedingungen geschaffen werden wie bei dem aktuellen Breitbandausbau im restlichen Kreisgebiet. Bis zum 1. Juli 2018 soll es einen Sachstandsbericht im Wirtschaftsausschuss geben.

Die Jamaika-Gruppe stellt einen Antrag, dass die Stadt 2018 einen Nachhaltigkeitsbericht mit Öffentlichkeitsbeteiligung erstellen soll – „mit dem Ziel, über die nachhaltige Entwicklung der Stadt zu informieren und diese messbar zu machen“, heißt es in dem Antrag. Lüneburg sollte da einen „Vorbildanspruch“ haben. Bis Ende Oktober solle dem Rat dafür ein Konzept vorgelegt werden. Die Verwaltung verweist darauf, dass bereits vieles in Sachen Nachhaltigkeit umgesetzt werde durch Mitarbeiter. Diese hätten derzeit jedoch keine freien Kapazitäten für die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts. Der erfordere nicht nur personellen Aufwand, sondern auch finanzielle Mittel. Die Verwaltung empfiehlt die Verweisung in den Ausschuss für Umwelt, Verbraucherschutz, Grünflächen und Forsten zur weiteren Beratung.

Von Antje Schäfer

2 Kommentare

  1. Die bisherige Halle hat von Mo-Fr von 16-23Uhr eine Auslastung von 100% und selbst zusätzliche Hallenzeiten könnten mühelos gefüllt werden.
    Wie kann man da bitte an eine gemeinsame Lösung denken?

  2. Wie wäre es die Unisporthalle auf Volleyball Bundesligahöhe zu planen, dann kann sich die SVG dort zu ihren Bundesligaspielen einmieten. Die finden zu Zeiten statt, an denen die Uni keinen Betrieb hat. Uniparkplätze gibt es auch genug und die Uni würde sich über Zusatzeinnahmen freuen. Allen wäre gedient und das gesparte Steuergeld könnte vernünftiger eingesetzt werden