Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg zeigt Macht und Pracht beim Tag des offenen Denkmals
Der Ambrosiuskeller im Lüneburger Rathaus ist zum Tag des offenen Denkmals geöffnet. Er war schon 2013 eine gefragte Anlaufstelle, Lennart Hellberg gab Einblicke in die Geschichte. Foto: A/t&w

Lüneburg zeigt Macht und Pracht beim Tag des offenen Denkmals

Lüneburg. „Macht und Pracht“ – unter diesem Motto öffnen sich am Sonntag, 10. September, auch in Lüneburg wieder zahlreiche Türen, die der Öffentlichkeit sonst weitgehend verschlossen bleiben. Der bundesweite Tag des offenen Denkmals, koordiniert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), macht es möglich. Gemeinsam mit vielen Partnern, Mitstreitern und Eigentümern vor Ort haben die Denkmalpflegerinnen der Hansestadt Lüneburg, Cornelia Abheiden und Doreen Braun, dazu ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Es umfasst das historische Rathaus ebenso wie Kirchen, Kloster, das frühere Schloss und heutige Landgericht, aber auch zahlreiche andere Gebäude, teils in privater Hand, Museen und mehr.

Cornelia Abheiden weiß, dass dieser Tag eine besondere Bedeutung hat. Für die Eigentümer, welche oft ganz überrascht sind, dass so viele Besucher Interesse zeigen und die Mühe sehen und wertschätzen, die sie aufgewendet haben. Für die Besucher, weil es an den Stationen oft ungewöhnliche und seltene Einblicke gibt. Und natürlich auch für die Denkmalpfleger, Architekten und am Bau Beteiligten, die ihren Arbeitsalltag präsentieren.

Für manche Angebote ist am Tag selbst eine Anmeldung erforderlich. Der Eintritt ist in der Regel frei.
Ein Faltblatt zum Tag des offenen Denkmals in Lüneburg mit allen Programmpunkten und Informationen liegt im Rathaus, in der Tourist-Info Am Markt sowie bei den teilnehmenden Stationen aus und ist auch auf der städtischen Internetseite einsehbar. Einige Tipps:

Historisches Rathaus

Das Rathaus ist, passend zum Thema „Macht und Pracht“, einer der Hauptanlaufpunkte am Denkmaltag. Die Stiftung, der Arbeitskreis Lüneburger Altstadt (ALA) und der Verein Lüneburger Stadtarchäologie präsentieren sich mit Informationsständen, dort werden auch Anmeldungen für bestimmte Programmpunkte entgegengenommen. Der Bach-Chor Lüneburg singt um 11 und um 15 Uhr im Huldigungssaal, das Sinfonische Blasorchester Flutissima Bardowick spielt um 13.30 Uhr im Garten des Rathauses. Rund um das Rathaus bietet das Ortskuratorium Lüneburg der DSD besondere Führungen bzw. Vorträge (allesamt mit Anmeldung) an und zwar durch den Ambrosiuskeller (12 und 14.30 Uhr), zur Außenarchitektur (12.30 und 14 Uhr), zu den Fürstenbildern im Fürstensaal (16 Uhr) und zum Bildnis der 9 Guten Helden in der Gerichtslaube (16.30 Uhr).

Landgericht

Auch im Landgericht, dem früheren Lüneburger Schloss, organisiert das Ortskuratorium eine Führung durch ausgewählte Räume mit Barockausstattung, Anmeldung im Rathaus erforderlich. Die beiden Führungen starten um 11.30 und 14 Uhr.

Ehemalige Pfarrwitwenwohnungen/Hinter der Bardowicker Mauer 10

Zurzeit im Umbau sind die ehemaligen sogenannten Freiwohnungen aus dem 16. Jahrhundert für Bedürftige und Pfarrwitwen, Hinter der Bardowicker Mauer. Die Gebäude sollen Teil der Kinder- und Jugendbücherei werden. Spannende Einblicke in die Bausubstanz und den Umbau gewähren zwei Führungen um 15 und 16 Uhr.

Auf dem Klosterhof 1

Ganz ähnlich ist die Situation in diesem 1428 errichteten Gebäude des Franziskanerklosters, auf dem Hof zwischen der Ratsbücherei und der Kinder-/Jugendbücherei. Bei drei Führungen des ALA (10.30, 12 und 15 Uhr, Anmeldung im Rathaus) erfahren Besucher Näheres.

Wohnhaus, Koltmannstraße 4, und Hotel Anno 1433, Neue Sülze 24

Wie ist das eigentlich mit dem Umbau so eines Denkmals? Welche Schätze kommen zu Tage? Die Eigentümer zweier Baudenkmäler, die als Wohnhaus bzw. zum Hotel umgebaut wurden, geben Auskunft. Für die Führungen in der Koltmannstraße bitte vorab im Rathaus anmelden.

Seniorenresidenz, Neue Sülze 25/26

Es waren Großbürgerhäuser namhafter Lüneburger Familien aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die 1989 zu einer Seniorenwohnanlage umgebaut wurden. Stadtarchäologe Prof. Dr. Edgar Ring erläutert in einem Vortrag um 15.30 Uhr die Geschichte des Hauses. Stündliche Führungen zwischen 10 und 17 Uhr erlauben ungewohnte Einblicke in historische Gemäuer und moderne Technik.

Brömsehaus

Ein Vortrag über „Die Hanse und das Baltikum“ ist im Brömsehaus, Am Berge 35, um 12 Uhr zu hören. Daneben gibt es eine Ausstellung und mehrere Führungen den Tag über.

Kirchen und Kloster

Zu Führungen und teilweise auch weiteren Programmpunkten laden sowohl die St.-Johannis- als auch die St.-Michaeliskirche ein sowie das Kloster Lüne in Lüneburg, aber auch der St. Nikolaihof in Bardowick.

Wasserturm und Museen

Auch Museen und der Wasserturm beteiligen sich mit Sonderveranstaltungen. Mehrere Male lädt das Salzmuseum zu Führungen mit Besichtigung des Brunnenhauses ein (10, 12, 14 und 16 Uhr). Im Museum Lüneburg eröffnet Oberbürgermeister Mädge um 11.30 Uhr die Ausstellung „Die Reformation in Lüneburg als kommunikatives Ereignis“. Das Brauereimuseum bietet um 14 Uhr eine Führung an. Touren im Wasserturm gibt es um 11, 13, 15 und 17 Uhr. sp

Weitere Termine: Angebote im Landkreis

Adendorf: Johanneskapelle 11 bis 17 Uhr; Us Heimathus Kastanienallee, 12 bis 16 Uhr.
Bardowick: Schleuse Bardowick 11 bis 17 Uhr; St. Nikolaihof, 14 bis 18 Uhr mit Restauratorenführung um 16 Uhr, Vorführung des alten Handwerks zu Buch und Papier.
Barendorf: Villa Bockelmann und Gutspark Barendorf 10 bis 18 Uhr, Führungen nach Bedarf.
Barnstedt: Gut von Estorff, Gutskapelle 11 bis 17 Uhr.
Scharnebeck: St.-Marien-Kirche 11 bis 18 Uhr.

2 Kommentare

  1. Mathias loves Lueneburg

    Der Tag war ein unvergessliches Erlebnis für mich und meine Familie. Lüneburg präsentierte sich von seiner besten Seite. Prof.Dr.Ring tingelte von Denkmal zu Denkmal und offerierte die Geschichte. Es war übervoll und die Hausführer begeistert vom Zuspruch. Wir besichtigten die Seniorenresidenz und hörten den Vortrag. Das moderne Altenheim konnte sich mit seiner Nutzung der historischen Bausubstanz kompetent und wirksam präsentieren. Nur wo auch eine so moderne Nachnutzung gegeben ist, lebt das Denkmal weiter. Im Gewölbekeller gab es Bierausschank und daneben feinste Weine. Auf dem Hof Drehorgelmusik und Zwiebelkuchen. Im Cafe selbstgebackene Kuchen und Torten. Alles von bester Qualität. Ein toller Tag, dessen einziges Manko die Vielfalt der Angebote war. Man konnte nicht alles wahrnehmen und so verteilte sich der Besucherstrom auch angenehm. Wie die Museumsnacht ist dieser Tag ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Stadt. Ich streiche ihn mir für das kommende Jahr schon einmal ganz dick in meinem Kalender an. Danke an alle, die so viel Kraft und Liebe hineingesteckt haben.

    • Fabi the Fabulous

      Dank DIR, Matthias! Du hast den Stadtmarketingleuten abgenommen, eine schmalzige virale Lobhudelei unter der Tarnkappe eines loveletter-launchenden Lüneburgliebhabers lancieren zu müssen.