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Sie organisieren die erste Wandelwoche in Lüneburg: (v.l.) Norbert Bernholt, Horst Jäger und Mark Beelmann. Foto: t&w

Erste Wandelwoche für Lüneburg

Lüneburg. In Städten wie Hamburg, Berlin, Frankfurt und Brandenburg gibt es sie bereits, nun zieht auch Lüneburg nach. Rund 20 Initiativen und Organisationen beteiligen sich an der Wandelwoche, die vom 22. bis 28. Oktober stattfindet. Das Motto: „Ein gutes Leben für alle ist möglich“. In dem Zeitraum sollen in ganz Lüneburg verschiedene Aktionen, Vorträge, Exkursionen und Workshops stattfinden. Norbert Bernholt, Mark Beelmann und Horst Jäger organisieren die Wandelwoche federführend mit zwei weiteren Personen, ihr Ziel ist es, einzelne Bürger, Organisationen und Initiativen zu vernetzen und Visionen, die es für Lüneburg gibt, gemeinsam umzusetzen.

Horst Jäger, er engagiert sich in dem Verein Technik.Umwelt.Natur (T.U.N.), wünscht sich eine solidarische Wirtschaft, die dem Menschen dient. Auch möchte er diejenigen zusammenbringen, „die sich bereits auf den Weg des Wandels gemacht haben“. Ein wichtiges Anliegen sei auch der Ausbau demokratischer Entscheidungsformen, um echte politische Teilhabe zu ermöglichen.
All diese Anliegen sieht Norbert Bernholt in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung zusammengefasst. „Sie fördert genau diese Anliegen, es geht darum, UN-Ziele auf kommunaler Ebene zu verankern.“ Für Lüneburg wolle man diesen Prozess mit Leben füllen. Das Trio möchte etwas verändern und nicht weitermachen wie bisher. So sei ein Anliegen beispielsweise, eine Mobilität zu finden, die umweltverträglich ist. „Ein Umstieg von Diesel auf Elektro reicht nicht aus, das Konzept muss komplett neu durchdacht werden“, sagt Bernholt, der auch schon die Wandelwoche in Hamburg im vergangenen Jahr mit­initiiert hat.

Lagerfeuer, Running Dinner und vieles mehr

Das Programm ist vielfältig: Die Eröffnung findet am Sonntag, 22. Oktober, um 18 Uhr im Museum an der Willy-Brandt-Straße statt. Dort gibt es unter anderem ein Theaterprojekt zum Thema „gutes Leben“ zu sehen, auch sind Musikgespräche und Vorträge geplant. Am Montag lädt der Verein Janun Lüneburg zu einer Live-Comic-Aktion auf den Marktplatz ein, außerdem ist dort die Mobilitätsgruppe samt StadtRad, Carsharing und der Initiative Fahrradbus vertreten. Der Landkreis wird zudem sein Mobilitätskonzept vorstellen. Am Dienstag lädt das Energieforum in die VHS ein, geplant ist ein Energiewende-Abend mit regionalen Akteuren. Der Kulturgarten Lüneburg lädt am Mittwoch zum Lagerfeuer ein, die Initiative „Lüneburg im Wandel“ veranstaltet ein Running Dinner. Donnerstag bietet Greenpeace die Möglichkeit, Kosmetik ohne Mikroplastik im Heinrich-Böll-Haus herzustellen, die Marktschwärmer bringen Bauern aus der Region und Konsumenten zusammen.

Weitere Gruppen haben bereits Interesse signalisiert: So soll es Workshops zum Thema Teamkonflikte geben, das Haus der Kulturen möchte internationale Speisen auf dem Marktplatz anbieten. Beteiligt sind zudem der Lüneburger Tauschring, das Projekt „Zukunftsstadt Lüneburg 2030+“ und die Gemüsegenossenschaft WirGarten.

Mit der Abschlussveranstaltung (Freitag, 28. Oktober, um 19 Uhr im Museum) soll die Wandelwoche keinesfalls ein Ende finden, betont Horst Jäger. Sie soll dem Zweck dienen, Ergebnisse zu präsentieren und einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Verwaltung und Politik Raum zu geben. Auch gibt es die Überlegung, einen Zukunftsrat zu entwickeln. “Die Wandelwoche soll eine langfristige, nachhaltige Aktion sein.“ Norbert Bernholt wird sie beispielsweise durch ein Seminar in der Volkshochschule weiterführen, es startet am Mittwoch, 8. November, unter dem Titel „Wandel ist möglich“. Anfang 2018 soll ein Netzwerktreffen stattfinden, Bernholt, Beelmann und Jäger würden dort auch gern die Gründung eines Dachverbands anregen.

Von Anna Paarmann