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Hohnstorfs Bürgermeister André Feit (l.) und sein Stellvertreter Dirk Lindemann beim Ortstermin in der Straße „Am See“. An der Einmündung wurde Pflaster verlegt, um den Verkehr abzubremsen. Foto: be

Hohnstorf: Entlastung bei der Straßensanierung

Hohnstorf. Wie viele Lkw der Bundeswehr, voll beladen mit Sandsäcken, die benötigt wurden, um den durch die Elbeflut 2013 bedrohten Elbdeich zu erhöhen, die Straße Am See im Hohnstorfer Nordosten befahren haben, hat niemand gezählt. „Es waren sehr viele“, weiß Bürgermeister André Feit. Jedenfalls war die 700 Meter lange Verbindungsstraße zwischen Landesstraße 219 (Elbuferstraße) und Deich danach mächtig lädiert. Eine Sanierung der Straße, die auch „schon vorher in Teilen abgängig war“ (Feit), war fällig.

Bei der Finanzierung der Maßnahme werden Gemeinde und Anwohner jetzt merklich entlastet: In dieser Woche traf der Bescheid der „Investitions- und Förderbank – NBank“ über einen Betrag von 386 539,43 Euro im Rathaus ein. „Es ist der endgültige Bescheid, dass mit der Verwendung der Mittel alles seine Richtigkeit hat“, freut sich Bürgermeister Feit.

Die Mittel stammen aus dem Fonds „Aufbauhilfe zur Behebung der vom Hochwasser 2013 verursachten Schäden in Landkreisen, Städten und Gemeinden in Niedersachsen“, auch „Flut-Entschädigungsfonds“ genannt.

Langsamer fahren, wenn es rumpelt

Die Arbeiten an der Straße liefen zum Jahreswechsel 2016/17, die aus den 1970er-Jahren stammende Straße wurde komplett neu aufgebaut und asphaltiert. Während die Fahrbahn jetzt ein wenig schmaler ist als vorher, wurde der Fußweg auf eine Breite von 1,40 Meter erweitert, „sodass jetzt auch zwei Kinderwagen oder Rollatoren aneinander vorbei kommen“ (Feit).

An der Einmündung von der Elbuferstraße in die Straße Am See wurde eine Feldsteinpflasterung vorgenommen. Feit: „Das soll Autofahrern signalisieren: Obacht, es rumpelt, ich muss langsamer fahren.“

Für die Ermittlung der zuschussfähigen Kosten für das Projekt Am See musste ein Ingenieurbüro in einem aufwändigen Verfahren – und auf Basis des Straßenzustands vor der Flut – die durch die übermäßige Belastung der Straße im Juni 2013 entstandenen Kosten ermitteln. Die werden jetzt in voller Höhe erstattet.

Von den 621 300 Euro betragenden Gesamtkosten fließen jetzt 386 500 Euro von der NBank, 234 800 Euro haben Gemeinde und Anlieger je zur Hälfte zu tragen.

Proteste gegen Kostenbeteiligung

Wegen der Sanierung der Straße hatte es lautstarke Proteste der Anwohner gegeben, von denen manche nicht einsehen wollten, dass sie über die in Hohnstorf geltende „Straßenausbaubeitragssatzung“ mit 50 Prozent an den Kosten der Sanierung beteiligt werden sollen.

40 Jahre lang sei an der Straße nichts gemacht worden und jetzt sollten sie zahlen, hieß es von empörten Anwohnern. In Hohnstorf wie auch in anderen Gemeinden gibt es seit Jahren Streit darüber, ob die Beteiligung der Bürger an Straßensanierungen durch die „Straßenausbaubeitragssatzung“ gerecht ist.

„Über die Fördermittel können sich auch die Anwohner freuen“, sagt der stellvertretende Bürgermeister Dirk Lindemann. Er und Feit hoffen nun, dass die Samtgemeinde Scharnebeck zügig die Gebührenbescheide verschickt. pet