Aktuell
Home | Bundestagswahl 2017 | Vandalismus: Wahl-Werbung mit sehr kurzer Lebensdauer
Tatort Grasweg/Ecke Sültenweg, wo eine Stellwand der SPD beschmiert wurde. Foto: t&w

Vandalismus: Wahl-Werbung mit sehr kurzer Lebensdauer

Lüneburg. „Wer glaubt das noch?“, wird die Politik der SPD auf einem ihrer Wahlplakate frontal angegriffen. Voll „verschleiert“ oder mit „Zorr omaske“ ist CDU-Kandidat Eckhard Pols auf anderen Plakaten zu sehen. Auch andere Parteien, die für die am 24. September anstehenden Bundestagswahlen für sich werben, haben die ersten Verluste hinnehmen müssen – in größerem und kleinerem Umfang.

Afd-Plakat angezündet

Verschiedene Fälle von Vandalismus meldete in dieser Woche die Lüneburger Polizei: So sei am vergangenen Dienstag ein Plakat der AfD in Amelinghausen am helllichten Tage angezündet worden. Dabei wurden auch eine Hecke und ein Zaun beschädigt. Weitere Fälle wurden aus dem Grasweg und dem Meisterweg in Lüneburg gemeldet.

Wie bei vorangegangenen Wahlen hat es die AfD am schlimmsten erwischt: „90 Prozent unserer Wahlplakate im Lüneburger Stadtgebiet wurden zerstört oder abgerissen. In Adendorf und Bardowick sind es wohl an die 100 Prozent“, klagt der Kreisvorsitzende Stefan Bothe. „Aber was sollen wir machen, wir plakatieren weiter, bis zu den Bundestagswahlen und auch noch bis zu den Landtagswahlen am 15. Oktober.“

Ganze Arbeit haben Vandalen im Lüneburger Stadtteil Kaltenmoor geleistet – 20 Plakate oder mehr der AfD liegen in der Theodor-Heuss-Straße.

„Anzeigen bei der Polizei bringen nichts“

Gleich ein ganzes Bündel von AfD-Plakaten, wohl mehr als 20, lagen gestern in der Lüneburger Theodor-Heuss-Straße. Vermutlich waren sie in Kaltenmoor entfernt worden, wo kein Plakat der Partei mehr zu sehen war. Eine längere Lebensdauer haben einige AfD-Plakate, die im Stadtgebiet an Laternenmasten, in sechs, sieben Meter Höhe angebracht wurden – über die Gesamtzahl der Plakate in Stadt und Landkreis machte Bothe keine Angaben.

Er habe gerade ein paar beschmierte Plakate in Kaltenmoor eingesammelt, berichtet Eckhard Pols, Bundestagsdirektkandidat der CDU. „Und ich habe sie gleich durch neue ersetzt.“ Pols schätzt, dass bisher etwa 50 Plakate der Christdemokraten im Stadtgebiet zerstört oder beschmiert wurden. „Anzeigen bei der Polizei bringen nichts, das kostet nur Zeit“, glaubt er.

In ähnlicher Zahl wie die CDU hat auch die SPD in den letzten Tagen zerstörte Wahlplakate zählen müssen, berichtet Hiltrud Lotze, Direktkandidatin der Sozialdemokraten. „Wir dokumentieren die Schäden, geben sie dann gesammelt an die Polizei weiter“, sagt Lotze. In einem Fall habe man ein Foto bekommen, auf dem ein Unbekannter bei einer Zerstöraktion zu sehen ist, auch das gehe der Polizei zu.

Im Schnellenberger Weg wurden Wahlplakate der CDU von Unbekannten beschmiert.

Während Eckhard Pols die Anzahl der CDU-Wahlplakate im Stadtgebiet auf zurzeit 400 bis 500 schätzt, gibt SPD-Frau Lotze die Anzahl der Plakate mit rund 350 an. Michèl Pauly, Direktkandidat der Partei Die Linke, gibt die Anzahl der Plakate seiner Partei in Stadt und Landkreis mit „550 bis 600“ an.
Pauly berichtet für die Linke von „einigen Schmierereien, Diebstählen oder Plakaten, die wir dann im Gebüsch finden.“ Und weiter: „Wir haben aufgehört, das bei der Polizei anzuzeigen, tun das nur, wenn wir Anhaltspunkte haben“, sagt er.

„Bei uns hält es sich bisher in Grenzen mit den Zerstörungen von Plakaten“, erklärt Dr. Edzard Schmidt-Jortzig, Direktkandidat der FDP in der Region. „Wir haben deshalb bisher auch noch nicht nachplakatiert.“ Und auch Claudia Schmidt, eine der Sprecherinnen des Grünen-Kreisverbands, erklärt, man sei von Beschädigungen noch nicht so betroffen. „Wir haben aber auch gerade erst plakatiert“, ergänzt sie. Mit 200 Plakaten in der Stadt und 350 in den Landkreisgemeinden werben die Grünen für sich.
„Es kommt immer wieder vereinzelt zu Beschädigungen von Wahlwerbung“, bestätigt auch Polizeisprecherin Antje Freudenberg auf LZ-Anfrage. „Ob die Tendenz zunehmend ist, kann man nicht sagen.“ Die Polizei nimmt unter (04131)83062215 Hinweise entgegen.

Von Ingo Petersen

One comment

  1. Wahlplakte verschandeln die Umwelt und sind störend, von jedem 2. Baum grinst dich ein Poltiker an.
    Wem wird da nicht schlecht? Es sollte verboten oder begrenzt werden. Jede Partei darf Plakate im Wert von max. 25000 Euro ausgeben. So müssten die Partein um Wähler zu bekommen etwas tun zum Beispiel ihr Wahlversprechen einlösen damit sie wieder gewählt werden. Vielleicht wird dann auch das Lügen und betrügen in der Branche weniger.