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Dennis Maß (v.l.), Christian Krapf, Friederike Westphal und Michaela Burgmer packen schon einmal an – das Fundus muss komplett leer geräumt werden, damit die Fußbodenarbeiten beginnen können. Foto: be

Sozialkaufhaus Dahlenburg: Runderneuert zum Geburtstag

Dahlenburg. „Grundverschönern“ nennt Friederike Westphal das, worauf sie sich schon riesig freut: Was die Projektleiterin für das Sozialkaufhaus „Fundus“ in Dah lenburg meint, ist die gründliche Sanierung des Hauses in der Lüneburger Straße, die in den nächsten Wochen ansteht.

Zuerst nicht nur Wohlgefallen

Und die fällt zusammen mit dem zehnjährigen Bestehen der Einrichtung, die im Herbst 2007 eingeweiht wurde und damals nicht nur mit Wohlwollen empfangen wurde. Heute ist das Fundus ein Erfolgsmodell – bestehend aus dem Dreiklang aus Sozialkaufhaus, einem Café als Treffpunkt für die Menschen aus der Region und dem Angebot von Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose, von denen immer wieder auch einmal welche den Weg in den ersten Arbeitsmarkt finden.

Betrieben wird das Fundus durch die job.sozial GbR mit Sitz in Lüneburg, gefördert wird es durch das Jobcenter Lüneburg. Am Dienstag, 26. September, ab 10 Uhr, sollen die Sanierung und das runde Jubiläum dann zünftig gefeiert werden. Für die Gesamtkosten von 20 000 Euro kommen die job-sozial GbR und zahlreiche Unterstützer auf.

Normalverdiener und bedürftige Kunden 

Gebrauchte und gut erhaltene Textilien und Möbel, Elektrogeräte und Werkzeug, Bücher, Spielzeug, Hausrat und vieles mehr bietet das Fundus seit zehn Jahren in Dahlenburg an. Das Konzept: Normalverdiener und Kunden, die ihre Bedürftigkeit nachweisen, zahlen unterschiedliche Preise. „Wir haben teilweise echte Schätze hier“, verspricht Friederike Westphal.

Zurzeit ist der Fußboden in dem 600-Quadratmeter-Ladenlokal noch in dem Zustand, in dem das Fundus ihn vor einem Jahrzehnt übernommen hatte – eine dünne Schicht Kunstharz, an vielen Stellen aufgescheuert, löchrig und zerschlissen. Wenn der Laden komplett geräumt ist, soll der Boden abgeschliffen, Unebenheiten beseitigt und dann mit einer Kunstharzschicht versehen werden. „In hellem graublau“, erzählt Westphal.

Während das eine Fachfirma erledigt, streichen die Mitarbeiter des Fundus die Wände komplett selbst – mit einem blauen Sockel, darüber wird weiß getüncht. Auch soll die Ware künftig ansprechender in Regalen präsentiert werden. Aber erst einmal muss der Laden in Erdgeschoss und Keller komplett ausgeräumt werden.

Team mit 22 Langzeitarbeitslosen

Seit dem Juni 2016 ist Friederike Westphal Projektleiterin im Dahlenburger Sozialkaufhaus Fundus. Gemeinsam mit den vier Fachanleiterinnen Daniela Kasstein, die seit der Eröffnung 2007 dabei ist, Regine Grimm, Reiner Koof und Birgit Buchholz leitet sie ein Team von 22 Langzeitarbeitslosen, die vom Jobcenter vermittelt worden sind.

In der Regel arbeiten sie für ein halbes Jahr je 20 Stunden pro Woche im Fundus, das die Strukturen eines „richtigen“ Kaufhauses mit all seinen Abteilungen, vom Wareneingang bis zum Verkauf, genau abbildet. Dabei sind auch noch Ehrenamtliche: Angela Hebold ist die Sozialpädagogin zur Betreuung im Team.

Friederike Westphal freut sich auf das Jubiläum und die Neueröffnung des Fundus: „Wir sind schon attraktiv, aber wir wollen noch attraktiver werden.“ Einen Wunsch hat die Projektleiterin dabei aber noch: „Wir könnten neue Schaufensterpuppen vertragen. Es wäre toll, wenn uns die jemand spenden würde.“

Von Ingo Petersen