Donnerstag , 18. Oktober 2018
Aktuell
Home | Lokales | Was passiert nun Auf den Sandbergen?
Das Luftbild zeigt oben rechts das KVG-Gelände neben der Ostumgehung. Auf der großen, von vielen Bäumen umgebenen Grünfläche könnte eine Flüchtlingsunterkunft entstehen, sofern Bedarf da ist. Foto: boldt

Was passiert nun Auf den Sandbergen?

Lüneburg. Zwei Jahre ist es her, dass der Aufstellungsbeschluss einen Bebauungsplan für das Areal Auf den Sandbergen, gelegen zwischen dem KVG-Gelände und dem B augebiet „In den Kämpen“, mehrheitlich beschlossen wurde. Inzwischen will nicht nur die Bürgerinitiative Grünfläche Lüneburg, dass der Beschluss gekippt wird, auch die Politik ist ins Grübeln gekommen.

Da das Gelände einen neuen Eigentümer hat, hakte Ulrich Blanck, Fraktionschef der Grünen, im Rat der Stadt nach. Er wollte wissen: „Gibt es schon Überlegungen vom Eigentümer, was er dort machen will?“ Dahinter steckt auch die Sorge, dass – sollte der Aufstellungsbeschluss bestehen bleiben – der Eigentümer Anspruch haben könnte auf die Weiterführung des Verfahrens und damit auf eine Bebauung.

Wie berichtet, stand die Stadt aufgrund des starken Zustroms von Flüchtlingen 2015 vor der Herausforderung, Unterkünfte für sie zu schaffen. Als eines der Areale, auf denen eine Unterkunft entstehen sollte, nahm sie das Gelände Auf den Sandbergen in den Blick. Für das Grundstück, das noch als Ausgleichsfläche und Naherholungsgebiet ausgewiesen ist, wurde deshalb ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan beschlossen. Im Sommer darauf hatte die BI erklärt, dass sie vollstes Verständnis dafür habe, dass Flüchtlinge Unterkünfte bräuchten. Doch das wäre ja womöglich zeitlich befristet und nicht von Dauer.

Sie kritisierte deshalb, dass Nachfragen zu einer möglichen dauerhaften Bebauung als „reine Spekulation“ seitens der Stadt abgetan worden seien. Wenig später habe es geheißen, dass statt „fliegender Unterkünfte“ feste Bauten für anerkannte Flüchtlinge oder Mieter mit kleinem Geldbeutel entstehen sollten. Deshalb forderte die Initiative die Rücknahme des Aufstellungsbeschlusses.

Ohne den Rat ist eine Bebauung nicht möglich

Oberbürgermeister Ulrich Mädge erklärte nun im Rat, dass der Stadt eine Bauvoranfrage des neuen Eigentümers vorliege. Auf LZ-Anfrage sagte Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck gestern: „Es ist eine Bauvoranfrage von Privat, er möchte dort Wohnungen bauen. Das, was er angefragt hat, ist planungsrechtlich nicht zulässig.“
In der Ratssitzung machte Mädge weiter deutlich, dass der Rat den Aufstellungsbeschluss aufheben könne, aber er rate davon ab mit Blick darauf, dass wieder mehr Flüchtlinge aufgenommen werden müssten. „Wir haben die Fläche reserviert für Flüchtlingsunterbringung.“ Man könne doch nicht sagen: „Kommt rein und dann wieder Flächen für die Unterbringung herausnehmen.“

Ulrich Blanck wollte wissen, ob der neue Eigentümer nicht Druck machen könne, dass das Verfahren für den Bebauungsplan vorangetrieben wird. Denn der habe das Grundstück doch wahrscheinlich mit einem Ziel gekauft. Mädge erläuterte, dass das Verfahren für den Bebauungsplan ruhe. Ohne Satzungsbeschluss – und für den müsse der Rat grünes Licht geben – könne dort gar nichts realisiert werden. „Erst wenn neue Unterkünfte für Flüchtlinge gebaut werden müssen, gehen wir wieder ins Verfahren.“

Von Antje Schäfer