Donnerstag , 13. Dezember 2018
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„Die Modelle liefern viele Ideen und Anregungen, die jetzt in die Planungen miteinbezogen werden“, sagt Bienenbüttels Bauamtsleiterin Inga Heitmann. Insgesamt haben die Wismarer Studenten zwölf Modelle gebaut. Foto: lz/t&w

Mehrzweckhalle Bienenbüttel: Visionen aus Pappe

Bienenbüttel. Schon lange ist die neue Mehrzweckhalle Gesprächsthema in der Gemeinde Bienenbüttel – nun werden die Planungen immer konkreter. Seit Anfang März hatten rund 60 Bachelorstudenten der Hochschule Wismar an Ideen für eine neue Halle gearbeitet. Jetzt hat ihr Dozent Dr. Matthias Kathmann die Modelle im Bauausschuss in Bienenbüttel präsentiert. Interessierte Bürger haben derzeit die Möglichkeit, diese im ersten Obergeschoss des Bienenbütteler Rathauses zu begutachten. Fest steht nun außerdem, dass die neue Halle definitiv am Standort der jetzigen Ilmenauhalle entstehen wird.

Schützenhalle ist in die Jahre gekommen

Die Ilmenauhalle an der Niendorfer Straße, der bisherige Treffpunkt für Bürger und Verwaltung sowie die Heimat des Schützenvereins, ist in die Jahre gekommen. Der Betonbau aus dem Jahr 1974 ist zu klein, hat keine Wärmedämmung, dafür aber veraltete Sanitär- und Umkleideräume.

Mit dem Bau einer neuen Halle, in der auch genügend Platz für Veranstaltungen wäre, würde sich für viele Vereine und Verbände, wie den TSV Bienenbüttel, den Spielmannszug der Schützengilde oder die Jugendfeuerwehr, ein Wunsch erfüllen. Dass der Neubau am Standort der jetzigen Ilmenauhalle entstehen soll, ist sicher, sagt Bürgermeister Dr. Merlin Franke. Ein Bebauungsplan soll nun für das Gelände aufgestellt werden.

„Es sind tolle Modelle entstanden. Einen Architekten ersetzen sie aber nicht.“
Dr. Merlin Franke, Bürgermeister

Vereine und Verbände wären Hauptnutzer

Hauptnutzer der neuen Halle wären die Vereine und Verbände. Aus diesem Grund wurden diese bei den Detailplanungen frühzeitig einbezogen, sagt Franke. „Es war uns wichtig, ihre Wünsche zu berücksichtigen. Sie haben extra Arbeitsgruppen gebildet und viele tolle Ideen erarbeitet.“

Ideen haben jetzt auch rund 60 Bachelorstudenten der Hochschule Wismar geliefert. Sie haben in den letzten Monaten insgesamt zwölf Modelle aus Finnpappe gebaut, die verdeutlichen, wie sich die angehenden Architekten den Ersatz für die Ilmenauhalle vorstellen. Diese hat ihr Dozent Dr. Matthias Kathmann jetzt in der letzten Bauausschusssitzung vorgestellt. „Es sind tolle Modelle und Anregungen entstanden“, lobt Dr. Merlin Franke. „Einen Architekten ersetzen sie aber nicht.“

Mit in ihre Planungen einbeziehen mussten die Studenten zum Beispiel, dass sich der Standort im Hochwasserbereich der Ilmenau befindet. „Das Thema Hochwasserschutz wurde ganz unterschiedlich umgesetzt. Zum Beispiel gibt es Entwürfe, bei denen die Halle auf Stelzen steht“, erklärt Bienenbüttels Bauamtsleiterin Inga Heitmann.

Schützenverein in Planungen einbezogen

Ein weiteres Kriterium bei der Planung der Studenten war die Einbeziehung des Schützenvereins mit seinem Schießstand. „Auch hierfür gibt es unterschiedlichste Konzepte, mal befindet sich der Schießstand in der Halle, mal im Außenbereich.“

Manche Modelle zeigen außerdem riesige Glasflächen, verschiedenste Dachformen und Funktionsräume, andere eine sehr moderne Außenarchitektur. „Wir werden das Beste von allen Modellen in die endgültige Planung und Umsetzung miteinbeziehen“, sagt Heitmann.

Wie das niedersächsische Sozialministerium in Hannover bereits im April angekündigt hatte (LZ berichtete), soll Bienenbüttel für den Bau der neuen Halle eine Million Euro erhalten. Den Bescheid für diese Förderung hat die Gemeinde nun bekommen. „Die Mittel werden jetzt noch bei der NBank beantragt“, erklärt Franke. „Unser Ziel ist es dann, im nächsten Jahr weitere Förderungen zu beantragen.“

Das Geld stammt aus dem Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ des Landes Niedersachsen. 2011 sind die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf und die Gemeinde Bienenbüttel als kooperierendes Netzwerk in das Städtebau-Förderprogramm aufgenommen worden.
Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Bienenbüttel für die Planung der Halle Geld aus dem Topf erhalten, insgesamt 13 300 Euro. Die Baukosten stünden derzeit allerdings noch nicht fest, sagt Franke. „Die aktuellen Zahlen werden sich jetzt aus den weiteren Detailplanungen und der Ausschreibung für die Halle ergeben.“

Von Patricia Luft