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Mit Videokameras und Kennzeichenerkennung wurde im März der Kfz-Verkehr von und nach Vögelsen erfasst. Foto: lz/t&w

Vögelsen aktualisiert Verkehrsgutachten

Vögelsen. Die Ergebnisse der videogestützten Verkehrszählung aus dem Frühjahr rund um Vögelsen liegen jetzt öffentlich vor. Sie sind Bestandteil der derzeit öff entlich ausliegenden Unterlagen für den neuen Bebauungsplan Süderfeld III. Die Gemeinde Vögelsen hat damit das Verkehrsgutachten ergänzt und damit eine Forderung des Landkreises Lüneburg erfüllt. Es waren aber vor allem Lüneburger Stadtratspolitiker, die vor einer zusätzlichen Belastung des Stadtringes durch das Verkehrs­aufkommen aus Vögelsen warnten. Laut Gutachten ist aber Vögelsen selbst vor allem mit Durchgangsverkehr belastet.

Das von der Gemeinde Vögelsen beauftragte Verkehrsplanungsbüro Zacharias errechnete zirka 14 500 Kfz-Fahrten pro Werktag im Siedlungsbereich der Gemeinde Vögelsen. Davon entfielen allein 6147 Fahrten oder 42,6 Prozent auf den Durchgangsverkehr. Jeweils ein Viertel des Gesamtaufkommens entfällt auf den Ziel- (nach Vögelsen hinein) und Quellverkehr (aus Vögelsen heraus). Und der Rest? „Insgesamt ergeben sich in Vögelsen pro Werktag weniger als 1000 Binnenverkehrsfahrten“, schreiben die Gutachter. Das hänge damit zusammen, „dass der Siedlungsraum zum einen relativ klein ist. Viele Wege können demnach mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigt werden“, heißt es. Anders sieht es bei „zentralen Einkaufsmöglichkeiten, Versorgungseinrichtungen wie Praxen und anderen Dienstleistungen sowie Arbeitsstätten aus“. Viele Fahrten würden dafür nach Bardowick und Lüneburg sowie nach Hamburg stattfinden.

Die stärkste Verkehrsbelastung findet erwartungsgemäß auf dem Hauptstraßennetz statt: Die höchsten Belastungen ergeben sich laut Gutachten am nordöstlichen Ortsausgang in Richtung Bardowick auf der Kreisstraße 21 mit zirka 7500 Kfz pro Werktag. Das liegt wahrscheinlich auch an der Anbindung zur A39. Etwas geringer belastet seien die Kreisstraße 50 / Dachtmisser Weg mit rund 4000 Fahrten pro Werktag und die Kreisstraße 21 zwischen Vögelsen und Lüneburg mit rund 4600 Kfz pro Werktag. Auf der K21 in Richtung Mechtersen sowie dem Radbrucher Weg – auch eine beliebte Strecke in Richtung A39 bei Winsen – liegen die Verkehrsmengen bei zirka 1900 beziehungsweise 1300 Kfz.

Beim Punkt Ziel- und Quellverkehr, von und nach Vögelsen, – ohne den Durchgangsverkehr – bekommt der Flecken Bardowick mit 39,7 Prozent oder 2948 Fahrten sogar mehr ab als die Stadt Lüneburg. Auf die Verkehrsbeziehungen mit der Salzstadt von und nach Vögelsen entfallen 34,6 Prozent oder 2569 Fahrten werktags. Interessant ist, was die Verkehrsplaner glauben, wie viel Verkehr durch die Wohnbaugebiete Süderfeld III und später Süderfeld IV dazukommen könnte.

Laut Vögelsens Bürgermeisterin Silke Rogge rechnet die Gemeinde für Abschnitt III mit 70 bis 75 Wohneinheiten, für IV mit nochmal 65 bis 70. Die Verkehrsplaner haben für ihre Annahmen pauschal 50 Prozent draufgeschlagen und gehen von 1,5 Fahrzeugen pro Wohneinheit aus. Daraus ergäben sich pro Bauabschnitt und Werktag bis zu zusätzlich 690 Fahrten, also maximal rund 1380 Kraftfahrzeuge, verteilt auf die verschiedenen Richtungen. Die Gutachter kommen zu dem Schluss: „Die Zuwächse liegen auf dem Hauptstraßennetz fast im Bereich der Schwankungen von Normalwerktagen im Jahresgang.“

Allein der Kiefernweg, der bereits jetzt als Abkürzung für den Durchgangsverkehr dient, dürfte eine relativ hohe Steigerung von 25 bis 40 Prozent erfahren. Dazu sagt Bürgermeisterin Rogge: „Zusammen mit dem Ingenieurbüro Beußel haben wir bereits zwei Varianten zur Verkehrsberuhigung vorgelegt und mit den Anwohnern diskutiert, um weitere Anregungen einarbeiten zu können.“ Weitere Details zur Verkehrsplanung sollen im Bauausschuss voraussichtlich im Oktober öffentlich vorgestellt werden.

Von Dennis Thomas