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Der Kindergarten Radbruch braucht mehr Platz. Dafür würde Bürgermeister Rolf Semrok sogar das Gemeindebüro räumen und umbauen lassen. Foto: lz/dth

Radbrucher Kita ist schon wieder zu klein

Radbruch. Seit der Einweihung der jüngsten Kindergartenerweiterung in Radbruch ist gerade mal knapp ein Jahr vergangen. Demnächst platzen Kita und Krippe schon wieder aus allen Nähten. Um die Situation kurzfristig zu entschärfen wird die Gemeindeverwaltung ihre Büros der Kita zur Verfügung stellen und in einen Container umziehen. Als langfristige Lösung wird ein Neubau für die Krippe angestrebt.

Auch das Büro der Kita-Leitung soll umziehen

Zum 1. November sind die 70 Kindergartenplätze im „Huus för Kinner“ voll besetzt. Bis zum Ende des Kindergartenjahres fehlen insgesamt 16 Plätze und in den kommenden Jahren wird sich laut Prognosen des Landkreises die Situation weiter verschärfen – bis zu 25 Plätzen werden bis zum Jahr 2023 fehlen und in diesen Zahlen ist das Baugebiet Hofkoppeln II noch nicht enthalten. Um die erste Spitze abzufangen, stellte Bürgermeister Rolf Semrok im Sozialausschuss der Gemeinde jetzt eine kurzfristige Lösung vor und skizzierte eine mögliche langfristige Strategie, um dauerhaft ausreichend viele Krippen- und Kita-Plätze vorhalten zu können.

So wird die Gemeindeverwaltung, die bisher im Kindergartengebäude untergebracht ist, voraussichtlich zum 1. Dezember in einen Container ziehen, der seinen Platz zwischen Kita und Ausgleichsfläche bekommen wird. Das frei werdende Gemeindebüro soll nach einigen kleinen Umbaumaßnahmen ab April 2018 für eine Kleingruppe genutzt werden. Außerdem wird auch die Kita-Leitung ihr Büro räumen und in die Holzwerkstatt umziehen. Die so freiwerdenden Räume reichen für eine Kleingruppe mit 15 Kindern aus. Damit wären die drängendsten Probleme erst einmal gelöst.

Da auch die Krippe mit zur Zeit 15 Plätzen Ende des Jahres ausgebucht sein wird und für 2018 bereits 19 Anmeldungen vorliegen, aber nur maximal fünf Kinder aufgenommen werden können, muss auch hier in Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde eine Lösung gefunden werden. Angedacht ist nun, auf dem Gelände des Kindergartens ein neues Krippengebäude mit mindestens 30 Plätzen zu errichten. Nach Fertigstellung dieses Gebäudes könnte die bisher im Kindergarten untergebrachte Krippe in den Neubau umziehen und damit Platz für 25 weitere Kindergartenplätze schaffen. Die dann gewährleisteten 100 Kindergartenplätze entsprechen den Prognosen des Landkreises für die nächsten Jahre.

Ist auch die Grundschule vom Kinderboom betroffen?

Die Kosten für die kurz- und die langfristige Lösung sind für die Gemeinde überschaubar. Die Containerlösung schlägt voraussichtlich mit rund 1000 Euro Miete pro Monat zu Buche. Die Baukosten für die neue Krippe werden derzeit auf rund 650 000 Euro geschätzt. „Wir sind gerade mit der Samtgemeinde Bardowick in Verhandlungen, dass sie den Neubau der Krippe übernimmt“, sagt Semrok.

Mit der Fertigstellung eines Neubaus ist laut Bürgermeister frühestens in zwei Jahren zu rechnen. Bis dahin müssen Radbrucher Kinder voraussichtlich auf andere Krippen in der Samtgemeinde ausweichen, falls es dort noch freie Plätze gibt. Ob auch die Grundschule vom Kinderboom betroffen sein wird, soll in den nächsten Wochen in Gesprächen mit der Samtgemeinde geklärt werden. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für die vorgeschlagene Lösung aus.

Von Franzis Waber