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Zwei Wochen reisten Natalie Knöchelmann und Jan Martin Ahlers beim Tramprennen als Team von Deutschland bis Litauen -- per Autostopp. Spenden zu sammeln war das Ziel dieses Abendteuertrips. Foto: alhlers

Tramprennen: Gesund und munter zurück im Heimathafen

Lüneburg. Mit einem guten Gefühl und rund 4000 Euro an gesammelten Spenden ist Jan Martin Ahlers zurückgekehrt von seinem Abenteuertrip für den guten Zweck. Zwei Wochen lang nahm der Lüneburger gemeinsam mit seiner Hannoveraner Teamkollegin Natalie Knöchelmann als „Sir Otto III und Jane the Viking“ am Tramprennen teil. Insgesamt 120 Kandidaten reisten so per Anhalter von Deutschland bis Mindunai in Litauen. Für Ahlers und Knöchelmann hatte die Reise in Rettmer begonnen, sie wurden schließlich 3. in der Gesamtplatzierung. LZ-Leser konnten die Etappen währenddessen auf einer digitalen Landkarte verfolgen (siehe unten).

Spenden sammeln wir beim Sponsorenlauf

Ziel des seit 2008 jährlich stattfindenden Tramprennens ist es, ähnlich wie bei einem Sponsorenlauf Spenden zu generieren. Das gesammelte Geld geht am Ende an die Flüchtlingsinitiative „Pro Asyl“ und die entwicklungspolitische Organisation „Viva Con Agua“. Rund 11000 Euro konnten die Teams bislang auftreiben. Und auch, wenn das Rennen seit dem vergangenen Wochenende offiziell beendet ist, die Kassen bleiben zwei weitere Wochen geöffnet.

Der 30-Jährige Projektmanager hatte sich für Zeit extra Urlaub genommen, die positiven Erfahrungen seines ersten Rennens im Sommer 2016 in die bulgarische Bergstadt Tsigov Chark ließen ihn nicht lange zögern. „Viele Leute fragen mich, ob ich dabei überhaupt entspannen kann — das, was man im Urlaub ja eigentlich macht. Für mich sind die Erfahrungen mit den vielen netten Menschen und die Gespräche auf den Touren das lohnenswerte.“

Positive Erfahrungen machen alles lohnenswert

An Erfahrungen wieder ein Stückchen reicher geworden, erinnert sich Ahlers am liebsten an eine Fahrt nach dem eigentlichen Rennen zurück: Ein französischer Mönch hatte ihn und seine Teamkollegin auf dem Weg zurück nach Vilnius in Litauen an der Straße aufgelesen „noch bevor wir überhaupt Daumen oder Schild draußen hatten“. Anregende Gespräche folgten, sowie die Einladung zu Kaffee und Kuchen. „Reisen als Anhalter ohne Zeitdruck ist nochmal eine ganz andere Erfahrung“, erzählt Ahlers.

So etwas wie ein „Tramper-Mitnehm-Stereotyp“ hat er auch im zweiten Jahr noch nicht ausmachen können. „Alle sind vertreten, vom Trucker über den Banker bis zur Mama, die ihre Kinder abholen fährt“, berichtet der Autostopper. Nur eins sei ihm erneut aufgefallen: „In Deutschland habe ich bislang immer am längsten darauf warten müssen, dass mich jemand mitnimmt.“ Woran das liegt? Im kommenden Jahr wird er vielleicht einmal genauer nachhaken, denn dann wird er wieder teilnehmen, beim Tramprennen 2018. jdr

Die Etappen von Lüneburg bis Mindunai

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