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Das Organigramm zeigt, welche Gesellschaften unter dem Dach der städtischen Gesundheitsholding gegliedert sind. Grafik: nh

Gesundheitsholding Lüneburg: Hand in Hand für die Gesundheit

Lüneburg. Es war eine wagemutige Idee, als 2007 fünf Gesellschaften unter das Dach der Gesundheitsholding gingen. Gemeinsam hatten sie ein wichtiges Ziel: eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Region Lüneburg zu bieten – von der Geburt bis ins hohe Alter, von der Prävention über die Aktversorgung bis hin zur Reha oder Pflege. Zehn Jahre später hat sich die Gesundheitsholding mit inzwischen neun Gesellschaften als Erfolgsmodell bewährt, macht Geschäftsführer Rolf Sauer deutlich. Denn entgegen dem Trend in anderen Gesundheitseinrichtungen verzeichne man hier einen kontinuierlichen Anstieg der Mitarbeiterzahlen und der wirtschaftlichen Ergebnisse.

Auslöser für die Gründung der Gesundheitsholding war im Juli 2005 die Ankündigung des Landes Niedersachsen, seine Landeskrankenhäuser verkaufen zu wollen. Damals habe man sich die Frage gestellt: Was passiert, wenn die psychiatrische Versorgung in die Hände von Privaten geht und diese sich dann in Folge auch ausbreiten könnten? Mit Blick auf die Daseinsfürsorge der Bürger und die Sicherung der vorhandenen Arbeitsplätze hätten sich alle Ratsfraktionen für den Kauf des Landeskrankenhauses und die Umwandlung in eine GmbH ausgesprochen. Eine millionenschwere Investition, nicht ohne Risiko. Gleichzeitig wurde die Idee geboren, eine Dachgesellschaft für fünf Gesellschaften zu gründen, die Hand in Hand arbeiten würden.

Nach dem Zuschlag fürs Landeskrankenhaus ging das „Quintett plus“, dem unter der Dachgesellschaft das Klinikum, die Gesellschaften Psychiatrische Klinik, Kurzentrum, Tagesklinik am Kurpark, Klinikum Service angehörten, daran, in Projektgruppen auszuarbeiten, wie man sich zukunftsträchtig aufstellen kann und wo es Möglichkeiten der Zusammenarbeit gibt. Ein wesentlicher Aspekt sei dabei aber auch gewesen, dass jedes Unternehmen seine eigene Identität behält. Denn das sei wichtig für die Mitarbeiter, damit sie ihre Gesellschaft als Marke und ihre Leistung vertreten könnten, sagt Sauer. Darüber hinaus wurden einheitliche Führungsgrundsätze sowie ein Leitbild und Strategien für eine gemeinsame Personalentwicklung fixiert.

Zum 10. Geburtstag ein dicker Überschuss

Vernetzt denken und handeln im Sinne der Gesundheitsversorgung war und ist die Devise, 2012 kamen die Städtisches Pflegezentrum gGmbH, die Orthoklinik, sports & friends und das Ambulanzzentrum hinzu. „Die Holding ist Dienstleister für die Gesellschaften und sozusagen Klammer für die gemeinsame Entwicklung und Orientierung“, erläutert Sauer. In ihr konzentrieren sich Aufgaben wie zum Beispiel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Einkauf, Controlling und IT-Sicherheit.

Jüngst sorgte der Jahresabschluss 2016 der Holding und ihrer Gesellschaften erneut für hoch zufriedene Gesichter bei den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses. Das Gesamtergebnis: 9,5 Millionen Euro. Für Sauer aber nur eine Seite der Medaille. Er verweist da­rauf, dass die Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahrzehnt von 2200 auf 3400 gestiegen ist. Auf deren gemeinsamem Engagement basiere auch die Erfolgsgeschichte. Deshalb biete man für sie beispielsweise ein breites betriebliches Gesundheitsmanagement an. Da der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften steigt, setzt die Holding auf die Ausbildung in den eigenen Krankenpflegeschulen sowie auf zahlreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Um für die Zukunft gut gerüstet zu sein, wird auch in große Bauprojekte investiert. Dazu gehören der Erweiterungsbau am Klinikum sowie Neubauten auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik, „mit denen wir den geänderten therapeutischen Abläufen sowie der Unterbringung gerecht werden wollen“. Im SaLü wird unter anderem das Wellenbecken erneuert.

Von Antje Schäfer