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Omotunde Kasali (l.) und Bartholomew A-obe haben gemeinsam eine afrikanische Studentenorganisation gegründet. Foto: lz/t&w

Gegen Vorurteile: Studenten gründen Organisation

Lüneburg. Sie möchten dazu beitragen, dass sich andere afrikanische Studenten an der Leuphana zurechtfinden. Omotunde Kasali und Bartholomew A-obe haben deshalb die „Leuphana African Students Organization“, kurz LASO, gegründet, 40 Studenten und Absolventen mit afrikanischem Hintergrund engagieren sich in der Initiative. Den beiden 26-Jährigen ist es ein Anliegen, mit Vorurteilen aufzuräumen und anderen zu zeigen, was sie an ihrer Heimat so sehr lieben.

Bartholomew A-obe stammt aus Ghana, seit knapp einem Jahr studiert er Staatswissenschaften an der Leuphana. In der Zeit hat er gemerkt, dass viele Menschen einen negativen Eindruck von Afrika haben, die Armut, niedrige Lebenserwartung, die vielen Krankheiten sehen. „Natürlich gibt es dort viele Probleme, aber dennoch lieben wir unseren Kontinent.“ A-obe sehnt sich nach der Sonne, dem leckeren Essen und auch nach seiner Familie. „In Afrika ist man nie allein, bei uns gibt es eine sehr starke Familienbindung.“

All das möchte das Duo an die Leuphana tragen, anderen Afrikanern so helfen, in Lüneburg Fuß zu fassen. „Es soll hier ein afrikanisches Erlebnis geben. Durch uns sollen auch die Lüneburger den Kontinent kennenlernen.“ Insgesamt hofft Omotunde Kasali, der gern „Tunde“ genannt werden möchte, auf ein Verständnis zwischen der deutschen Gemeinschaft und afrikanischen Studenten.

Einen afrikanischen Abend hat die Organisation bereits im Juni veranstaltet – mit landestypischen Speisen, einer Dokumentation und Musik. 100 Leute haben daran teilgenommen. Für Kasali und A-obe ein erfolgreicher Abend, den sie unbedingt wiederholen möchten. „Auf jeden Fall noch bevor der Winter kommt. Schnee und Afrika, das passt nicht so gut.“ Auch gibt es Überlegungen, mit den Geflüchteten in Adendorf in Kontakt zu treten. „Darunter sind viele Brüder, wir wollen helfen, sie zu integrieren.“

Omotunde Kasali hat sich in Lüneburg aber auch mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt, das Fach auch studiert. Seine Masterarbeit hat Bildung für nachhaltige Entwicklung in Nigeria zum Thema. Denn das Bildungssystem in seiner Heimat gefällt dem Studenten nicht, „es ist schlecht strukturiert“. In seiner wissenschaftlichen Arbeit hat Kasali sich mit einer Frage beschäftigt: „Inwieweit erlernen die Schüler und Studenten Kompetenzen, um Armut bekämpfen zu können?“ Später möchte er zu dieser Ausbildung beitragen, vielleicht selbst einmal Studenten unterrichten und Forschungen durchführen.

Ende September geht es für Omotunde Kasali zurück nach Lagos, die bevölkerungsreichste Stadt Afrikas ist sein Zuhause. Lüneburg für die 18-Millionen-Einwohner-Stadt zu verlassen, fällt ihm schwer. Er hat hier viele Freundschaften geschlossen, auch muss er den Vorsitz der Organisation abgeben. Aber er geht auch mit einem guten Gefühl: „Wir konnten Menschen aus Nigeria, Ghana, Simbabwe, Ägypten, Nordafrika, Somalia, Zentral- und Südafrika gewinnen. Und im nächsten Semester kommt noch jemand aus Kenia dazu.“

Sein Freund Bartholomew bleibt noch ein Jahr hier, in der Zeit möchte er das Netzwerk weiter vergrößern. Er betont, dass auch Afrikaner, die bereits fertig mit ihrem Studium sind, aber noch in Lüneburg leben, zu den monatlichen Treffen eingeladen seien. Und das Interesse, sich an verschiedenen Festen zu beteiligen und mit Lüneburgern ins Gespräch zu kommen, sei auch groß. „Wir würden gern bei einem Stadtfest mithelfen.“

▶ Die Organisation ist per E-Mail an stud.initiative.laso@ leuphana.de erreichbar.

Von Anna Paarmann