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Möhren, Rote Bete oder Rhabarber - die Viertklässler der Grundschule Lüne durften auch etwas von den Gemüsefeldern mitnehmen. Gruppenleiterin Katja Frielinghaus erklärte den Kindern, was auf den Feldern wächst. Foto: lz/be

Gesunde Ernährung: Direkt vom Feld in den Topf

Lüneburg. Ist das Rhabarber? Kohlrabi? Blumenkohl? Oder sind das Radieschen? Zwiebeln? Knifflig waren manche Aufgaben, die die 18 Mädchen und Jungen aus der Kla sse 4c der Grundschule Lüne in dieser Woche auf den Gemüsefeldern der Johann und Erika Loewe-Stiftung in Ochtmissen zu lösen hatten.

„Kochen und Erleben@school“ heißt das Projekt, an dem die Kinder teilnehmen, veranstaltet vom Verein „Gelbe Tomaten – Verein für Umwelt- und Erlebnisbildung“, gefördert durch die Betriebskrankenkasse Mobil Oil, und unterstützt von Magnus Mineralbrunnen.

Bewusster Umgang mit Lebensmitteln

An sechs Terminen steht für die Schüler in diesen Wochen Kochen und das Arbeiten in der Küche auf dem Programm. Die Kinder befähigen, mit Lebensmitteln bewusst umzugehen, mehr über das Essen zu erfahren, zu einer ausgewogenen Ernährung zu kommen, das seien Ziele des Projekts, erklärt Iris Pottek, Vorstandsvorsitzende des Vereins „Gelbe Tomaten“.
Vor Ort dabei ist auch Ernährungsberaterin Nina Kohtz, die erklärt: „Wir wollen mit dem Projekt natürlich etwas Nachhaltiges in Bewegung setzen, das soll keine einmalige Sache sein.“ Zum Ende des Projekts gibt es ein Abschlussbüfett für die Eltern und das Diplom als „Mini-Küchenchef“.

„Unser Ziel ist es, im kommenden Jahr noch mehr Schulen zu erreichen.“
Iris Pottek, Verein Gelbe Tomaten

Zwei Mal während des Projekts für die Schüler heißt es im Stundenplan auch: „Erleben“. Dann geht es einmal in einen landwirtschaftlichen Betrieb, wie den der Loewe-Stiftung, einmal in einen Supermarkt, wo unter anderem ergründet wird: „Was unterscheidet gute Lebensmittel von Fertigprodukten?“, erklärt Iris Pottek. Insgesamt zehn Grundschulen, davon zwei in Braunschweig und acht in Stadt und Landkreis Lüneburg, beteiligen sich im ersten Jahr an dem Projekt. Pottek: „Unser Ziel ist es, im kommenden Jahr noch mehr Schulen zu erreichen.“

Salat, Weißkohl und gelbe Himberen

Der Besuch bei der Loewe-Stiftung ist für die Klasse 4c der Schule Lüne mit ihrem Klassenlehrer Marc Zoder sicher einer der Höhepunkte des Projekts. 5,7 Hektar, das sind fast sechs Fußballfelder, umfasst die Fläche der Gemüsebeete mit der angrenzenden Streuobstwiese, erzählt Katja Frielinghaus von der Loewe-Stiftung, die die kleinen Gäste führt.

Salat, Grünkohl, Kartoffeln, Weißkohl, Möhren und sogar gelbe Himbeeren gedeihen dort. Nach dem Marsch über das Feld besucht Frielinghaus mit den Kindern noch das große Gewächshaus, wo Mitarbeiter Zwiebeln putzen oder Möhren bürsten. Die eine oder andere Gemüsesorte dürfen sich die Gäste sogar einstecken. Zum Naschen zu Hause oder für das nächste Mittagessen. Einer der Viertklässler hat aber auch anderes damit vor: „Das verkauf ich auf Ebay-Kleinanzeigen“, verkündet er und lacht.

„Das schmeckt super“

Zum Abschluss des Besuchs in der Loewe-Stiftung führen Küchenleiter Augustinus Balkenhol und Bianka Stöwesandt, Gruppenleiterin Küchenbereich, die Kinder durch die Küche, wo ein Großteil der Produkte, die sie gerade auf dem Feld und im Gewächshaus gesehen haben, verarbeitet werden.

Das Besondere an diesem Tag: Unter den 1000 Mittagessen, die die Loewe-Stiftung täglich ausliefert, ist auch das Mittagessen für die Schule Lüne. „Gemüseschnitzel mit Kartoffelpüree und Erbsen“, berichtet Küchenleiter Balkenhol gebe es heute – die Kinder freuen sich schon drauf.

„Mir hat es vor allem auf dem Feld gut gefallen. Die gelben Himbeeren haben am besten geschmeckt“, meint Marlon nach drei aufregenden Stunden. Genüsslich verspeisen auch Lotte, Mina und Evelina Möhren und Tomaten. „Das schmeckt super“, sind sich die drei einig. Vor allem direkt aus der Erde, direkt vom Strauch, denn längst nicht alle haben einen eigenen Garten zu Hause.

Von Ingo Petersen