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Currywürste sind ein lukratives Geschäft auf dem Lüneburger Marktplatz. Davon möchten mehr Imbissbetreiber profitieren als es der Stadt lieb ist. Foto: lz/phs

Vor Gericht geht‘s um die Wurst

Lüneburg. Was das Verwaltungsgericht Anfang März der Stadt servierte, war so gar nicht nach deren Geschmack: Ein Wurst-Bräter hatte juristisch durchgesetzt, dass auch er einen Imbiss-Wagen auf dem Marktplatz aufstellen darf. Bislang wechseln sich dort zwei andere Betreiber mit ihren Imbiss-Wagen ab. Doch die Stadt hofft nun auf einen süßen Nachtisch: Sie hat gegen das Urteil die Berufung beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) angestrebt. „Das OVG hat die Berufung zugelassen“, bestätigte Gerichtssprecherin Michaela Obelode der LZ. Wann es im 7. Senat um die Wurst geht, kann sie noch nicht sagen: „Die Berufung muss erst begründet werden, dann folgen die Stellungsnahmen.“

Bereits seit zwei Jahren stellen zwei Betreiber ihre Wagen abwechselnd auf dem Markt nahe der Bäckerstraße auf. Der Biss in Brötchen und Würste scheint einiges in die Kassen zu spülen, denn ein dritter Interessent bewarb sich bei der Stadt. Die allerdings hatte im April vergangenen Jahres empfohlen: Der Neue einigt sich mit den bisherigen Betreibern und steigt in deren Wechselsystem ein. Doch da bissen die Platzverteiler bei den beiden Platzhirschen auf Granit, die argumentierten: Ihr Geschäft rechne sich dann nicht mehr.

Der Neue war der erste Bewerber

Da die Stadt dem Neuen eine Absage erteilte, zog der vors Verwaltungsgericht. Und das entschied klar für ihn: Die Flächen auf dem Markt werden regelmäßig neu vergeben und zwar nach dem Prioritätsprinzip, wer sich als Erster bewirbt, erhält den Zuschlag. Und bei einer der Vergaben (zum Januar 2016) war der Neue eben der erste Bewerber. So hatte die Stadt gegen ihr eigenes Prioritätsprinzip verstoßen. Also hätte der Dritte im Bunde bereits seit dem 1. Januar 2016 auftischen dürfen, die Genehmigung würde nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts bis zum 31. Dezember 2020 laufen.

Während nun das Verfahren vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht läuft, erhalten die Lüneburger und die Besucher der Stadt am Markt ihre Würste weiterhin von den altbekannten Brätern. Sollte der Bewerber auch vor dem OVG siegen, dürfte noch die Frage zu klären sein, ob er Anspruch auf entgangene Ausgaben seit 1. Januar 2016 hat.

Von Rainer Schubert

One comment

  1. Wo ist das Problem? Der neue hat sich ganz regulär als erster beworben!! Vorher wollten die anderen zwei den „neuen“ nicht. Also sollen sich die beiden „alten“ um den zweiten Betreiberstand zanken.