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Versenken gemeinsam die Zeitkapsel im Fundament (v.l.) Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann mit Architekt Ralf Horn sowie dessen Mitarbeiterinnen Nadine Steiger (r.) und Olga Mahn. Foto: lz/dth

Grundschule Bardowick: Der Grundstein ist gelegt

Bardowick. Rund zehn Jahre hat das Lehrerkollegium um Schulleiterin Monika Köster auf diesen Moment gewartet: Mit mehr als 300 Kindern feierten sie gestern geme insam mit Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann und Architekt Ralf Horn die Grundsteinlegung für den ersehnten Anbau der Grundschule Bardowick.

Horn sagte: „Wir erweitern das Gebäude um etwas mehr als ein Drittel.“ Zusammen mit Luhmann versenkte er bei der kleinen Feierstunde eine Zeitkapsel in der in Arbeit befindlichen Bodenplatte des geplanten Anbaus, der eine Grundfläche von rund 950 Quadratmetern haben wird.

Grundschule Bardowick soll 2,3 Millionen Euro kosten

Die Samtgemeinde rechnet mit Kosten von rund 2,3 Millionen Euro für die bauliche Erweiterung, setzt dabei aber auf einen Zuschuss von rund 377 000 Euro aus der Kreisschulbaukasse, sagte auf LZ-Nachfrage Bardowicks Bauamtsleiter Christian Helke. Mit dem Anbau können künftig wieder alle Klassenverbände der Grundschule unter einem Dach vereint werden. Schulleiterin Köster sagte: „Seit zwölf Jahren haben wir zwei Klassenräume in der benachbarten Oberschule ausgelagert und wir freuen uns, dass sie bald zurückkommen können.“ Neben zwei allgemeinen Unterrichtsräumen sowie zwei Gruppenräumen soll in dem neuen Anbau ein rund 300 Quadratmeter großer Verwaltungstrakt Platz finden, unter anderem mit fünf Lehrerarbeitsplätzen.

Rund 950 Quadratmeter Grundfläche wird der Anbau der Grundschule Bardowick haben.

Zeitkapsel als Gruß in die Zukunft

Der Anbau soll laut Helke bis zu den Sommerferien 2018 fertig gestellt werden. In einem nächsten Schritt ist der Umzug in die neuen Räume geplant sowie ein Umbau im Bestand für weitere rund 180 000 Euro. Die freiwerdenden Kapazitäten im Altbau sollen für den Schulkindergarten genutzt werden, einen Ruheraum, Sozialarbeit sowie weiteren sieben Lehrerarbeitsplätzen. Zudem soll laut Helke ein Behinderten-WC neu eingerichtet, die Akkustik und Beleuchtung überarbeitet und automatische Türöffner eingebaut werden, um eine inklusive Beschulung zu unterstützen. Zudem gelten die Um- und Anbaumaßnahmen als Vorbereitung für einen künftigen Ganztagsschulbetrieb. Noch fehlt dafür allerdings eine geeignete Mensa.

Übrigens: In der bei der Feierstunde versenkten Zeitkapsel befinden sich neben Münzen, Bauplänen und verschiedenen Zeitdokumenten auch zahlreiche selbstgemalte Bilder der Schülerinnen und Schüler zum Thema Grundsteinlegung. Die Bilder sind versehen mit guten Wünschen für die Zukunft, beispielsweise schönere Lernräume und mehr Platz sowie weniger Hausaufgaben.

Von Dennis Thomas

Archäologische Untersuchungen: Spuren einer Perlenmanufaktur

Nicht nur die Überreste eines sogenannten Grubenhauses wurden bei den archäologischen Untersuchungen vor Baubeginn auf dem Grundschulgelände entdeckt. „Unsere Mitarbeiter haben auch viele, teilweise mit Gold überzogene Perlen gefunden“, berichtet Lüneburgs Bezirksarchäologe Dr. Mario Pahlow.

„Die Funde stammen aus der Blütezeit des mittelalterlichen Bardowicks.“ Die zutage geförderten Stücke und Spuren ließen laut Pahlow die achäologische Interpretation zu, dass an dem Standort einst eine mittelalterliche Perlenmanufaktur existiert habe. Als für den neuen Anbau nachträglich noch Gas- und Entwässerungsleitungen umgelegt werden mussten, durften die Archäologen noch einmal das Grabungsfeld für wenige Wochen erweitern und fanden ihre Einschätzung bestätigt.

Pahlow: „Diese Grabung hat erneut Bardowicks große Bedeutung als mittelalterliche Fundstätte unterstrichen.“ dth