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Viel Zeit zum Lesen hat Edzard Schmidt-Jortzig in diesen Tagen nicht. Foto: lz/t&w

Kandidaten zur Bundestagswahl: Dr. Edzard Schmidt-Jortzig (FDP)

Lüneburg. In seinem Berufsleben ist Dr. Edzard Schmidt-Jortzig weit in der Welt herumgekommen. Politisch hat der 48-Jährige dagegen eine feste Heimat: Seit dem 17. Lebensjahr gehört der Lüneburger der FDP an. Für die will der Rechtsanwalt nun in den Bundestag einziehen.

In Lüneburg wurde Edzard Schmidt-Jortzig geboren, unter anderem Kiel, Bonn, Lausanne, Berlin und Südafrika waren Stationen, ehe er als 25-Jähriger für die Vereinten Nationen in Genf arbeitete. „Ich wollte möglichst viel von der Welt kennenlernen“, sagt Schmidt-Jortzig. Seit 1999 ist er Rechtsanwalt, er arbeitete in New York, seit 2007 wurde er Gründungspartner einer Sozietät in Hamburg. Der FDP-Direktkandidat im Wahlkreis 37 (Lüchow-Dannenberg/Lüneburg) ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Als Lüneburg 2007 wieder die Heimat für ihn und seine Familie wurde, kam in Edzard Schmidt-Jortzig auch die Idee auf, „mich wieder um solche Dinge wie die Politik zu kümmern, mich gesellschaftlich einzubringen“. Natürlich in der FDP, denn: „Ich bin Freier Demokrat, weil ich an die Unverwechselbarkeit jedes einzelnen Menschen und sein Recht, nach seiner Façon glücklich zu werden, glaube.“ 2013 kandidierte Schmidt-Jortzig für den Landtag, im vorigen Jahr wurde er Kreisvorsitzender.

Kurzinterview mit Dr. Edzard Schmidt-Jortzig

Über Edzard Schmidt-Jortzig und die Politik zu reden, geht nicht ganz, ohne über seinen gleichnamigen Vater zu reden. Den Sitz im Bundestag, den der Sohn anstrebt, hatte sein Vater von 1994 bis 2002 inne. Von 1996 bis 1998 war er Bundesjustizminister. „Das hat geprägt, aber beeinflusst hat mein Vater mich nicht“, erinnert sich der Sohn.

Dass ein FDP-Kandidat ein Direktmandat für den Bundestag erringt, das hat es in 68 Jahren nur 19 Mal und zuletzt 1990 gegeben. Auch Edzard Schmidt-Jortzig weiß darum – umso mehr wird er am Wahltag auf die Zweitstimmen achten. Auf dem neunten Platz der Landesliste ist der Lüneburger verzeichnet. „Kein sicherer Platz“, weiß Schmidt-Jortzig. Im günstigen Fall, so hat er ausgerechnet, könnten 11,5 Prozent für ein Mandat reichen – ein Wert, von dem die FDP aber zurzeit um einiges entfernt ist.

Aber daran, dass er einen Platz im Bundestag will, lässt der Lüneburger keinen Zweifel: „Sonst würde ich mich im Wahlkampf nicht so engagieren.“ Mit Familie und seinen Partnern in der Kanzlei sei auch ein Wechsel nach Berlin abgesprochen. Schmidt-Jortzig: „Wenn es am Wahltag nicht klappt, sitze ich am 25. September eben wieder am Schreibtisch in Hamburg.“
Manchmal beneidet Schmidt-Jortzig ein wenig Berufspolitiker, die sich ausschließlich in den Wahlkampf stürzen können. Seine Sozietät läuft gut: „Wir haben viel zu tun.“ Daneben stehen Wahlkampftermine, Gespräche, Arbeit am Wahlkampfstand und sogar noch ein Bundesparteitag in Berlin an, „aber das macht mir Spaß“. Schmidt-Jortzig: „Ein Spagat, der an die Substanz geht und nicht auf Dauer zu leisten ist.“ Zehn Tage lang will er noch kämpfen.

Von Ingo Petersen

Drei Ziele für den Bundestag

Infrastruktur, Bildung, Landwirtschaft

Zukunftsfähige Infrastruktur: „Durch mehr Investitionen in die Verkehrswege, wie die A39, die Elbquerung und das Schiffshebewerk in Scharnebeck – aber auch in die Schaffung eines flächendeckenden Glasfasernetzes. So stärken wir auch die Wirtschaft, vor allem im ländlichen Raum, und somit unsere Region insgesamt.“

Weltbeste Bildung für jeden: „Durch eine Abschaffung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern, eine Erhöhung der Ausgaben insbesondere für die digitale Bildung und die Festlegung von Bildungsstandards. Für mehr Eigenständigkeit der Schulen bei Erhalt der Bildungsvielfalt inklusive der Gymnasien.“

Stärkung des ländlichen Raumes: „Durch eine Wertschätzung der Land- und Forstwirtschaft und ihrem Beitrag für Wirtschaft, Ökologie und Naherholung. Für eine ideologiefreie Bewertung neuer Technologien und Innovationsprogramme – und eine nachhaltige Nahrungs- und Rohstoffproduktion unter Beachtung des Grundrechtes auf Eigentum.“