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Der Bau des Glasfasernetzes im Kreis Uelzen beginnt. Foto: lz/dth

Bienenbüttel beim Breitband ganz vorn dabei

Bienenbüttel. Es waren nur zwei Spaten Erde, die Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume (CDU) und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch neben dem Dorfgemeinschaftshaus im Bienenbütteler Ortsteil Steddorf aufwarfen. Am Ende soll aber ein ganz großer Wurf stehen: Der Landkreis Uelzen wird der erste Kreis in Niedersachsen sein, der flächendeckend über ein Glasfasernetz verfügt – und das auch noch im Besitz des Landkreises ist.

Symbolischer Spatenstich in Steddorf

Jetzt fand der symbolische erste Spatenstich für das Projekt statt, das Landrat Blume eines „der bedeutendsten und zukunftsträchtigsten Infrastrukturprojekte im Landkreis überhaupt“ nannte. Minister Lies lobte den Landkreis, „der sich frühzeitig entschieden hat, das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen“.

Lies weiter: „Was hier passiert, ist Daseinsvorsorge in öffentlicher Hand.“ Ist das Projekt vollendet, stehen den Bürgern im Landkreis Uelzen Internetbandbreiten von mindestens 100 Mbit/s und bis zu 1000 Mbit/s oder auch mehr zur Verfügung. Lies: „Es gibt keine Alternative zum Ausbau des Glasfasernetzes, alles andere sind kurzfristige Zwischenlösungen.“

Man müsse die „beihilferechtlichen Grundlagen an die technische Entwicklung anpassen“, erklärte Minister Lies mit einem Seitenhieb an die Deutsche Telekom: „Heute dürfen wir den Glasfaserausbau nicht fördern, wenn eine Versorgung mit über 30 Mbit/s vorhanden ist. Dies verhindert aktuell noch weitergehende Ausbauprojekte und muss auf europäischer Ebene verändert werden.“

127 Millionen Euro hatte der Landkreis Uelzen in einen Nachtragshaushalt für das gesamte Breitbandprojekt eingestellt. „Diesen Betrag werden wir wohl nicht ganz brauchen“, erklärte gestern Marlis Kämpfer, Projektleiterin beim Landkreis. Die Rede war von rund zehn Millionen Euro, die weniger benötigt werden. Die Hälfte der Kosten wird der Kreis Uelzen bei der landeseigenen Förderbank NBank aufnehmen, fünf Millionen Euro gibt das Land als Zuschuss, auf weitere Millionen hoffen die Kreisverantwortlichen vom Bund, dazu müssen weitere Kredite aufgenommen werden.

Symbolisch griffen Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (hinten) zum Lenkrad und Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume zum Spaten: Nahe Bienenbüttel hat der Bau des kreiseigenen Glasfasernetzes begonnen. Foto: lz/pet

Ehrenamtliche sammeln Verträge ein

In elf „Cluster“ hatte der Landkreis Uelzen sein Gebiet aufgeteilt – in Cluster 1 (Bienenbüttel) und 2 (Bevensen-Mitte) wird jetzt mit den Arbeiten begonnen. Statt der benötigten 60 Prozent an Vorverträgen waren in Bienenbüttel über 70 Prozent erreicht worden. „Einzigartig in Deutschland“, lobte Norbert Hill, Chef des Lüneburger Netzbetreibers LüneCom, der für 25 Jahre Pächter des Netzes sein wird.

Für den unermüdlichen Einsatz Ehrenamtlicher, die auch von Haus zu Haus gegangen seien, um Verträge einzusammeln, bedankte sich Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke (CDU). Auch in Bevensen-Mitte war die Quote von 60 Prozent übertroffen worden. In den übrigen Clustern wird noch hart daran gearbeitet.

Mitte Oktober sollen die Tiefbauarbeiten in Bienenbüttel und Bad Bevensen beginnen, schon im ersten Quartal 2018 erste Anschlüsse freigeschaltet werden. Insgesamt ist für die parallel laufenden Arbeiten an Cluster 1 und 2 eine Bauzeit von neun Monaten geplant. Mit Vorarbeiten wie Baustelleneinrichtungen wird die polnische Tiefbaufirma „Fonbud“ zeitnah beginnen.

Von Ingo Petersen