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Eckhard Pols ist gelernter Glasermeister. Dass er das Handwerk beherrscht, sieht man in seinem Wohnzimmer: Dort hängen selbstgefertigte Bleiglas-Bilder. Foto: be

Kandidaten zur Bundestagswahl: Eckhard Pols (CDU)

Lüneburg. In einen Spiegel muss Eckhard Pols zurzeit nicht schauen, um sein eigenes Konterfei zu sehen. Spätestens, wenn der 55-jährige CDU-Politiker die Haust ür öffnet, steht er sich quasi selbst gegenüber. In der Einfahrt parkt der VW-Bulli des Bundestagsabgeordneten – mit seinem Porträt auf der Seitentür. Aber mutet es nicht auch für einen Politiker seltsam an, in diesen Tagen durch die Stadt zu gehen und an fast jeder Straßenecke in sein eigenes Antlitz zu schauen? „Man gewöhnt sich daran“, sagt Pols schmunzelnd und fügt hinzu: „Mein Wahlkampf-Plakat ist auch nicht im Fotostudio entstanden, sondern ist ein Schnappschuss, der an der Dömitzer Brücke gemacht wurde.“

Das Bild sei auch nicht bearbeitet worden. Pols ist stolz darauf. Kein Fotograf habe im Nachhinein die Aufnahme retuschiert und mit Weichzeichner aufgehübscht. Was so gesehen auch schon wieder eine politische Aussage ist. Pols will beim Wähler ehrlich rüberkommen, lautet die Botschaft.

Schließlich hat der fünffache Familienvater seine Wurzeln im Handwerk, Eitelkeit sei da fehl am Platz. „Mein Urgroßvater war Zimmermeister und Baumeister“, berichtet Eckhard Pols, sein Großvater habe dann in den 1920er-Jahren die Glaserei gegründet, die dann sein Vater Klaus und schließlich er selbst weitergeführt haben. Bis vor acht Jahren – als Pols das Direktmandat gewann und zum ersten Mal als Abgeordneter in den Bundestag einzog.

Kurzinterview mit Eckhard Pols

Auch bei der Bundestagswahl vor vier Jahren war der Glasermeister erfolgreich, holte erneut das Direktmandat – „mit einem noch besseren Ergebnis“, freut sich der Lüneburger. Die Erwartungen für die jetzt anstehende Wahl sind also hoch gesteckt. Pols steht auf Platz 17 der Landesliste, doch der Politiker strebt den Hattrick an und will erneut den Wahlkreis 37 Lüchow-Dannenberg/Lüneburg für die CDU gewinnen.

Er beschreibt sich selbst als bodenständig, mit einer „liberal-konservativen“ Grundüberzeugung: „Ich halte es mit dem Alten Fritz, der gesagt hat, dass jeder nach seiner Façon selig werden soll.“

Politisch interessiert zeigte sich der Christdemokrat bereits als Jugendlicher, obwohl er nach eigenem Bekunden aus einem eher unpolitischen Elternhaus kommt: „Mit 16 Jahren bin ich in die Junge Union eingetreten.“ Über Freunde hatte er Kontakt bekommen zu der Jugendorganisation der Christdemokraten. Drei Jahre später wurde Pols CDU-Mitglied, doch dann trat die Politik erstmal in den Hintergrund. Ausbildung und Beruf hatten Vorrang. Erst mit seiner Selbstständigkeit wurde Pols auch politisch wieder aktiv.

630 Abgeordnete zählte der alte Bundestag, „davon sind gerade mal eine Handvoll Handwerker“, stellt Pols fest, der auch im neuen Bundestag die Fahne der Handwerker hochhalten und ihre politische Rolle stärken will. Dass er Christdemokrat aber beileibe nicht nur strammer Parteisoldat ist, machte der Lüneburger unter anderem bei den Abstimmungen zur Griechenlandhilfe, beim Thema „Ehe für alle“, aber auch bei der Frage zum Bau des dritten Gleises deutlich. Er stimmte jeweils gegen diese Projekte. „Weil ich sie für falsch halte“, sagt der Lüneburger.

Von Klaus Reschke

Drei Ziele für den Bundestag

Familie, Handwerk und die Region

Ganz oben auf seiner Agenda steht für Eckhard Pols der Bereich Kinder, Jugend und Familie. Das gesunde Aufwachsen der Kinder, Prävention und frühkindliche Bildung nennt Pols als wichtigste Ziele.

Mittelstands- und Handwerkspolitik sind ebenfalls wichtige Eckpunkte in Pols‘ Programm: „Wir haben 600.000 Handwerksbetriebe mit sechs Millionen Beschäftigten. Pols bezeichnet diese Unternehmen als Stützen der Gesellschaft, „die Steuern zahlen, damit der Staat damit etwas Vernünftiges“ macht.

Und schließlich will sich Pols für die Region Lüneburg einsetzen, für gute Lebensgrundlagen, Verkehrsanbindungen und Naturschutz sorgen. Seinen Worten zufolge geht es dabei um die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie: „Ohne Wirtschaft lässt sich auch kein Naturschutz umsetzen, denn auch der kostet Geld.“