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Die Beschwerden über die Unpünktlichkeitbei der KVG häufen sich. Der Betriebsleiter bittet um Entschuldigung. Foto: A/lz/t&w

Das vergebliche Warten auf den Bus

Hohnstorf/Lüneburg. Morgens um 6.28 Uhr war für Anna-Sophie die Welt nicht mehr in Ordnung. Denn der Bus, mit dem die Hohnstorferin zu ihrer Ausbildungsstelle n ach Lüneburg fahren wollte, kam nicht. Nicht der erste Ärger dieser Art: Fünf Vorfälle registrierte die Hohnstorferin allein im vergangenen Jahr – „und in den vergangenen fünf Wochen gab es drei weitere konkrete Fälle, die wir so nicht weiter hinnehmen wollen“, ärgert sich auch Anna-Sophies Vater Frank Gollhardt. Er hat einen Beschwerdebrief an die KVG-Geschäftsführung geschrieben – und dabei auch dem Busunternehmen 28,80 Euro in Rechnung gestellt. Dafür, dass er nun selbst seine Tochter nach Lüneburg bringen musste. Weil der Bus zu früh abfuhr – oder erst gar nicht kam.

Hartmut Müller, KVG-Betriebsleiter in Lüneburg, sagt: „Wir haben mit Herrn Gollhardt gesprochen. Wir werden das prüfen. Wenn unsere Fahrer tatsächlich zu früh an der Haltestelle abgefahren sind, geht das natürlich nicht. In diesen Fällen können die Fahrgäste ein Taxi bestellen. Wir übernehmen die Kosten.“ Voraussetzung dafür allerdings sei, dass die vom Busfahrer stehen gelassenen Fahrgäste Hartmut Müller das Datum, die genaue Uhrzeit, Ort und Buslinie benennen. Ohne diese Daten kann ich den Vorfall sonst nicht nachvollziehen“, sagt Müller.

Den Beschwerdebrief aus Hohnstorf nimmt der KVG-Betriebsleiter zum Anlass, seine Fahrer noch einmal zu sensibilisieren, die im Fahrplan angegebenen Zeiten einzuhalten. „Im Fahrscheindrucker sind die Abfahrtszeiten hinterlegt. Ein akustisches Signal informiert die Fahrer, wann sie abfahren müssen“, erläutert der KVG-Betriebsleiter das System.

Unpünktlichkeit scheint ein größeres Problem zu sein. Der LZ-Redaktion liegen auch Beschwerden von Fahrgästen vor, die beklagen, dass die Busfahrer erstens zu früh und zweitens quasi vor ihrer Nase die Türen schließen und abfahren. Passiert ist das auch einer Kindergartengruppe aus Scharnebeck. Fast eine ganze Stunde hätten die Erzieherinnen und die 14 Kinder am Bahnhof auf den nächsten Bus warten müssen (LZ berichtete auf der Leserbriefseite).

Hartmut Müller hat zwischenzeitlich mit den Erzieherinnen gesprochen. „Das kann auch nicht im Interesse der KVG sein, dass die Gruppe mit den Kindern fast eine Stunde auf den nächsten Bus warten musste“, bittet er um Entschuldigung und rät in solchen Fällen, sich unmittelbar telefonisch an die KVG zu wenden. „Das bekommen wir dann schnell geregelt“, verspricht der KVG-Betriebsleiter: „Entweder wir beordern den Fahrer noch einmal zurück oder wir schicken einen Ersatzbus.“

Was Frank Gollhardt verwundert: Vor einigen Jahren hat es die Probleme in dieser Häufung bei der KVG noch nicht gegeben“, glaubt der Hohnstorfer. „Hat das Busunternehmen Personalnotstand?“, fragt sich der Familienvater, den auch interessieren würde, wie groß die Fluktuation unter den Fahrern ist. Gerade junge Menschen auf dem Lande seien auf pünktliche und zuverlässige Verkehrsverbindungen angewiesen. Denn sie haben seinen Beobachtungen zufolge bei Bewerbungen schon aufgrund ihres Wohnortes Wettbewerbsnachteile: „Wenn Arbeitgeber die Wahl haben, stellen sie lieber Bewerber aus der Stadt ein, denn da wissen sie, dass die wenigstens pünktlich zu Arbeitsbeginn da sind – und nicht auf den Bus warten müssen, der sich wieder mal verspätet hat.“ kre

3 Kommentare

  1. Das problem habe ich fast jeden 2. Sonntag, wenn mein Sohn mit dem Bus vom Lambertiplatz fahren möchte… Der fährt einige minuten eher!

    • Wenn ich mit dem Bus fahren will, bin ich immer einige Minuten früher an der Haltestelle und komme nicht au den letzten Drücker. Es ist immer ein feiner Zug, wenn der Busfahrer eigentlich seine Abfahrtzeit hat und noch wartet, bis die letzten „Sprinter“ zugestiegen sind.

  2. 5 bis 8 minuten eher wie der Fahrplan an der Bushaltestelle ist für mich nicht auf den letzten Drücker!