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Sturmtief Sebastian hatte jüngst auch in der Region großen Schaden angerichtet, besonders schlimm erwischt hatte es das Tangendorfer Sportlerheim, dessen Dach davon flog. Foto: feuerwehr

Welche Versicherung für Sturmschäden zahlt

Lüneburg. Das Sturmtief „Sebastian“ hinterließ Schäden an Bäumen, Autos und Häusern. Jetzt geht es um den Schadensersatz. Doch welche Versicherung zahlt bei wel chen Schäden? „Am einfachsten ist das bei Autos, die durch abgebrochene Äste, umgestürzte Bäume, Bautafeln oder Dachziegel beschädigt wurden“, sagt Hendrik Hampel, Sprecher des Bezirks Lüneburg im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK): „Die Kaskoversicherungen zahlen, zwar abzüglich vereinbarter Selbstbeteiligungen, aber ohne Rabattrückstufung.“

Abgedeckte Dächer, zertrümmerte Fensterscheiben…

Ab Windstärke 8 (62,1 km/h und mehr) sind auch die Gebäude- und Hausratversicherungen für den Schadenersatz zuständig. „Sebastian“ erreichte mancherorts Geschwindigkeiten über 140 km/h. Die Folgen: abgeknickte und entwurzelte Bäume, abgedeckte Dächer, zertrümmerte Fensterscheiben, Überschwemmungen. Für die finanzielle Entschädigung sind die Gebäudeversicherung oder bei Mietern die Hausratversicherung zuständig.

Wenn allerdings Keller mit Regenwasser vollgelaufen sind, benötigen Hausbesitzer und Mieter eine sogenannte Elementarschadenversicherung. „Diese kann in die bereits bestehende Gebäude- oder Hausratversicherung eingeschlossen werden und deckt auch Schäden von Starkregen, Erdrutschen und -senkungen und Lawinen ab“, erklärt Hampel.

Alle Schäden zügig melden

Wenn Nachbars Baum – oder einer der Gemeinde – sowie abgerissene große Äste schwere Schäden an Autos oder Häusern anrichten, hilft meist nur die eigene Versicherung. Die kann später prüfen, ob dem Baum­eigentümer ein Schuldvorwurf zu machen ist, ob er beispielsweise einen erkennbar kranken Baum vorher hätte entfernen lassen müssen und er daher Geld an die Versicherung erstatten müsste. „Dies ist ein sehr seltener Fall“, betont Hampel. Ist der eigene Baum umgefallen, sieht man nach, ob die hohen Entsorgungskosten für Holz und Geäst in der Gebäudeversicherung mitversichert sind.

Hauseigentümer, die nach erstem Anschein glimpflich davongekommen sind, sollten dennoch ihr Hausdach mustern. Am einfachsten geht das mit einem Fernglas. Denn auch verschobene oder gerissene Dachziegel sind Sturmschäden, die auf Kosten der Gebäudeversicherung gerichtet werden sollten.

Was auch immer „Sebastian“ an Üblem beschert hat, das oberste Gebot für Geschädigte laut Hampel: „Alle Schäden zügig melden, Dokumentationsfotos von Schäden sind wichtig und erleichtern die Schadensregulierung.“ lz