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Mehr als 2500 Unterschriften hatte die Bürgerinitiative „Bus 209“ für bessere Busverbindungen nach Lüneburg gesammelt. Die übergaben die Mitglieder, darunter Sprecherin Anke Ahlf (vorn, l.) im Herbst 2016 an Landrat Manfred Nahrstedt (sitzend, r.). Foto: lz/t&w

Bürgerinitiative „Bus 209“ erkämpft zusätzliche Busverbindungen

Lüneburg. Dreimal täglich zusätzlich fährt der Bus künftig von Hohnstorf über Artlenburg und Brietlingen nach Lüneburg. Zweimal täglich mehr als bisher verkehrt er von Lüneburg über Brietlingen und Artlenburg nach Hohnstorf. Diese einstimmige Empfehlung gab jetzt der Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Touristik, Verkehrsplanung und ÖPNV dem Kreisausschuss.

Langer Kampf der Bürgerinitiative

Für eine Verbesserung des Busverkehrs nach Lüneburg hatte die Bürgerinitiative „Bus 209“ lange gekämpft. Fröhliche Gesichter gab es dann auch, als BI-Sprecherin Anke Ahlf, ihre Mitstreiterinnen und Brietlingens Bürgermeister Helmut Kowalik die Sitzung verließen. Aber Anke Ahlf betonte auch: „Wir sind zwar zufrieden, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen, da, wo andere Orte in unserer Größenordnung schon sind.“

Wenn auch der Kreisausschuss des Kreistags am 23. Oktober sich dem Votum des Wirtschaftsausschusses anschließt, soll es ab Fahrplanwechsel im Dezember folgende zusätzliche Busverbindungen geben:

Von Hohnstorf nach Lüneburg: Abfahrt 6.55 Uhr/Ankunft 7.50 Uhr (alles ungefähre Zeiten/zusätzliche Kosten: 35 000 Euro pro Jahr), 8.33 Uhr/9.22 Uhr (9500 Euro); 15.36 Uhr/16.17 Uhr (9500 Euro). Von Lüneburg nach Hohnstorf: Abfahrt 14.40 Uhr/15.22 Uhr (9500 Euro/Jahr); 15.40 Uhr/16.22 Uhr (9500 Euro).

Landrat würdigt Vorgeschichte

Landrat Manfred Nahrstedt erinnerte an eine eineinhalbjährige Vorgeschichte, verwies auf die intensive Arbeit der Bürgerinitiative „Bus 209“, an zahlreiche Gespräche und Ausschusssitzungen. Ein Glücksfall sei dem Landkreis bei der Verwirklichung einer besseren Busverbindung zwischen Lüneburg und Hohnstorf zu Hilfe gekommen. Der Landkreis sei vom Land Niedersachsen als einer der im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) „am schlechtesten aufgestellten“ eingestuft worden.

Für eine Angebotsverbesserung seien dem Landkreis aus diesem Grund rund 337 000 Euro zur Verfügung gestellt worden. Ein Teil davon könne jetzt für die Angebotsverbesserung der Verbindung zwischen Lüneburg und Hohnstorf verwendet werden. Eine Laufzeit des Testbetriebs für zwei Jahre hatte die Verwaltung der Politik vorgeschlagen.

„Wir sind zwar zufrieden, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen, da, wo andere Orte in unserer Größenordnung schon sind.“
Anke Ahlf, BI „Bus 209“

Angenommen wurde dann der Vorschlag von Franz-Josef Kamp (SPD), nach einem Jahr zu überprüfen, wie die neuen Verbindungen angenommen werden und darüber dann im Ausschuss zu diskutieren. Auch wenn BI-Mitglied Jutta Bauer zu bedenken gab, dass „ein Umstellungsprozess im Busverkehr einfach seine Zeit dauere, wenn etwa die Bürger wegen der aktuellen schlechten Verbindungen schon mehrere Autos angeschafft haben“.

Detlev Schulz-Hendel (Grüne) lobte die BI „Bus 209“ für ihre „fundierten Vorträge“, signalisierte Zustimmung für die künftig bessere Busverbindung. Ein Ja signalisierte auch Günter Dubber (CDU), und auch Martin Gödecke (Unabhängige) sprach sich für den Test aus, ist sicher: „Die Menschen werden mit den Füßen abstimmen.“
„Wir freuen uns, das ist eine gute Sache“, sagte BI-Sprecherin Anke Ahlfs nach dem Votum für bessere Busverbindungen. „Aber wir bleiben aktiv, unser Ziel ist, dass die Strecke eine regionale Hauptlinie mit noch regelmäßigeren Verbindungen wird.“

Von Ingo Petersen

Aus dem Archiv: 2500 Unterschriften für den Landrat