Aktuell
Home | Lokales | Mehr Bio in der Schulverpflegung? Rat schließt Kompromiss
Essensausgabe in der Mensa am Johanneum: Die Lokalpolitik möchte mehr mitbestimmen, was auf den Teller kommt. Foto: lz/be

Mehr Bio in der Schulverpflegung? Rat schließt Kompromiss

Lüneburg. Es war eine Marathon-Sitzung. Gut dreieinhalb Stunden tagte der Schulausschuss des Rates, knapp die Hälfte der Zeit nahm allein die Diskussion über einen Antrag der Linken ein, die eine Verbesserung der Schulverpflegung in Lüneburg forderte. Dabei ging es vor allem um den Bio-Anteil. Doch ob an den Schulen überhaupt mehr Bio gewünscht wird, ist noch gar nicht abgefragt worden.

Qualitäts­offensive „Gesundes Schulessen“

„Die Verwaltung wird aufgefordert, Vorbereitungen zu treffen, im Rahmen einer Qualitäts­offensive ‚Gesundes Schulessen‘ im Jahr 2018 Standards für ein gemeinsames Verständnis von gutem Schulessen aller an Schule Beteiligten zu erarbeiten.“ Das ist die Kernaussage des Kompromisses, auf den sich die Ausschussmitglieder nach intensiver Diskussion verständigen konnten.

Berücksichtigt wurden dabei Passagen des Antrags der Linken, aber auch Änderungsanträge von SPD, CDU und FDP mündeten in den letztlich einstimmig gefassten Beschluss, dem ein Vorschlag der Verwaltung zugrunde lag. Vereinbart wurde unter anderem auch, dass der Bio-Anteil bis 2020 bei bevorzugtem Einkauf regionaler und saisonaler Produkte schrittweise erhöht werden soll. Eltern- und Schülervertretungen sollen bei der Erarbeitung einer entsprechenden Beschaffungsrichtlinie beteiligt werden.

Der Weg bis zum Beschluss war lang. Denn nicht nur der Antrag der Linken selbst, auch ein vorab eingereichter Änderungsantrag der SPD, ein Änderungsantrag der CDU, ein mündlicher Antrag der FDP und ein Vorschlag der Verwaltung mussten berücksichtigt werden. Dabei hatte schon der von den Linken eingereichte Antrag seinerseits bereits mehrfach Änderungen erfahren und stand sowohl im Rat als auch im Schulausschuss schon mal auf der Agenda.

Mehrheit gegen bargeldlose Zahlung

Um dieser Antrags- und Themenflut Herr zu werden, wurde über dessen drei Themenpunkte einzeln abgestimmt. Zwei ihrer drei Punkte konnten die Linken nicht durchsetzen, darunter die Forderung, die Stadt möge „die Kosten für Kantinenpersonal, Frachten etc. in geeigneter Weise“ tragen.

Aus Sicht von Sozialdezernentin Pia Steinrücke, Holger Nowak (SPD) und Frank Soldan (FDP) hätte dies mehr Personal erfordert und damit zusätzliche Kosten zur Folge gehabt. Vier stimmten dagegen, drei enthielten sich der Stimme. Außer Antragsteller David Amri (Linke) votierte nur noch Susanne Neuhaus (Grüne) dafür.

Ebenfalls abgelehnt mit fünf Nein-Stimmen wurde die Forderung, das Essen in den Schulen bargeldlos zu realisieren. Amri hatte die Forderung damit begründet, dass mit der bargeldlosen Zahlung sichergestellt sei, „dass Essensgeld vorrangig auch in Schulkantinen landet und Kinder aus Familien, die Transferleistungen beziehen, nicht die manchmal schamvolle Bezahlung in Gutscheinen leisten müssen, während andere Kinder Bargeld beibringen“. Thomas Wiebe, Leiter des Bereichs Bildung und Betreuung bei der Stadt, sagte: „Ihr Antrag entspricht eigentlich schon der Wirklichkeit.“

Elternbefragung geplant

Mehrfach wurde während der Sitzung sowohl von Pia Steinrücke als auch von Maria Schult (SPD), Sonja Jamme (CDU) und Frank Soldan darauf hingewiesen, dass die Selbstverantwortung der Schulen nicht eingeschränkt werden dürfe. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde festgehalten, die Vernetzungsstelle Schulverpflegung einzubinden.

Sie soll gebeten werden, „die Schulen über die Alternativen beim Einkauf und der Ausgabe des Schulessens zu informieren“, wie es in der Beschlussfassung weiter heißt. Ob aber überhaupt an allen Schulen der Wunsch nach einer Änderung des Schulessens besteht, soll durch eine Elternbefragung geklärt werden.

Von Ulf Stüwe

Abriss der Aula: Gespräche mit der Herderschule

Die Stadt sei mit der Leitung der Herderschule im Gespräch, sagte Sozialdezernentin Pia Steinrücke bei ihrem Bericht zum Bildungsfonds II. Dabei geht es um die marode Aula. Anders als die bisherige Schulleitung wolle diese an dem Erhalt der bestehenden Aula festhalten und sie sanieren.

Die Stadt wollte sie eigentlich abreißen und kleiner neu bauen – zusammen mit Unterrichtsräumen (LZ berichtete). Pia Steinrücke betonte, dass der Abriss „noch nicht beschlossen“ sei. Im Fall des Erhalts aber müsse geklärt werden, wo die 13. Jahrgangsstufe untergebracht werden kann.