Mittwoch , 19. September 2018
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Sbu Myeni stellt am Gymnasium Oedeme die Arbeit der Imbeleko Foundation vor. Foto: lz/be

Sie geben Kindern eine Chance auf Bildung

Lüneburg. „Man muss Afrika verstehen lernen. Das geht nur über Begegnung.“ Mit diesen Worten leitet Ulrike Voigt, Lehrerin am Gymnasium Oedeme, einen Vortrag von Sbu Myeni ein. Myeni ist Südafrikanerin und spricht vor Schülern des 10. Jahrgangs und dem Oberstufen-Philosophiekursus über die Arbeit der Imbeleko Foundation. Seit 2010 setzt sich die Stiftung dafür ein, dass südafrikanische Kinder bessere Zukunftschancen erhalten.

Bessere Zukunftschancen für Kinder

Ihren Sitz hat die Stiftung nahe der Stadt Durban im Westen des Landes. Die Region hat eine der höchsten Aids- und HIV-Raten des ohnehin gebeutelten Landes. Deswegen gebe es dort sehr viele Vollwaisen. Die Imbeleko Foundation sorgt unter anderem dafür, dass diese Kinder Schulbildung erhalten. 75 Kinder haben ein Stipendium, damit sie auf Internate gehen können.

Weitere 295 Kinder nehmen an einem Programm teil, bei dem ihnen nach der Schule bei den Hausaufgaben geholfen wird. Auch in den Bereichen Gesundheit und künstlerisches Handwerk hat die Stiftung Projekte organisiert, um die Kinder zum Beispiel über gesunde Ernährung aufzuklären oder ihnen Hygieneartikel zu finanzieren.

Lions Club Lüneburg-Ilmenau unterstützt die Arbeit

Ulrike Voigt sagt: „Durch diesen Vortrag soll ein persönlicher Bezug zu dem Kontinent entstehen. Die Schüler sollen sehen: Was ist in Afrika anders? Was ist besser oder schlechter? Was kann ich aus diesen Erfahrungen fürs Leben lernen?“ Sbu Myeni erzählt die Gründungsgeschichte der Stiftung, die von ihrer Zwillingsschwester angeregt wurde. Die war Ärztin und starb 2006 an Krebs. Zu Lebzeiten engagierte sich Myenis Schwester für die Kinder in ihrer Gemeinschaft.

„Sie hat mir gesagt: ,Wenn Du meine Arbeit nach meinem Tod nicht weiterführst, suche ich Dich als Geist heim‘“, erzählt Sbu Myeni schmunzelnd. Sie berichtet auch von der Mentalität in ihrem Land, dem Streben nach Macht und Geld, das für viele ein Problem darstelle. Auch Fremdenfeindlichkeit gegen Flüchtlinge aus Somalia und Pakistan habe sie in ihrer Dorfgemeinschaft erlebt. Aber wenn man den Kindern in Südafrika eine Chance gebe, erlebe man auch viel Lebensfreude und Energie.

Unterstützt wird die Stiftung seit einigen Jahren auch vom Lions Club Lüneburg-Ilmenau. Anette Brand vom Club war 2015 selbst in Südafrika und hat sich dort ein Bild von der Arbeit gemacht, sie zeigt den Schülern Fotos von ihrer Reise. kkw