Mittwoch , 26. September 2018
Aktuell
Home | Lokales | lokale Wirtschaft | Schulen und Firmen fördern den Ausbildungsnachwuchs
Meike Bergmann bildet in ihren drei Edeka-Märkten derzeit 40 Azubis in unterschiedlichen Berufsbildern aus. Foto: A

Schulen und Firmen fördern den Ausbildungsnachwuchs

Lüneburg. Null Bock auf Lehre? Meike Bergmann bildet in ihren drei Edeka-Märkten derzeit 40 Azubis in unterschiedlichen Berufsbildern aus. Auch die Salzhausener Maschinenbautechnik, kurz Salmatec, kann über einen Mangel an Ausbildungsnachwuchs nicht klagen. Ist die „Mangelware Lehrling“ also eine Mähr? „Nein“, sagt Renate Peters vom Lüneburger Arbeitgeberverband (AV). Denn: „Viele Schüler entscheiden sich nach ihrem Abschluss zunächst für eine weitere schulische oder universitäre Laufbahn, für viele das vermeintlich sichere Sprungbrett auf der Karriereleiter.“ Die betriebliche Ausbildung spiele dagegen bei etlichen Schülern nur eine untergeordnete Rolle. „Höchste Zeit also für eine Imagekorrektur“, sagt Peters.

Wie diese gelingen kann, zeigt der Arbeitskreis Schule/Wirtschaft des Arbeitgeberverbandes, der Möglichkeiten der Zusammenarbeit aufzeigt, unterstützend begleitet und bei der Kontaktaufnahme vermittelt. „Zahlreiche Schulen und Unternehmen aus dem Kreis Lüneburg sind auf diese Weise bereits zu aktiven Partnern geworden“, freut sich Peters. Jetzt trafen sich im Haus der Wirtschaft an der Stadtkoppel Vertreter aus Schulen und Unternehmen zum Erfahrungsaustausch: Meike Bergmann (Edeka Bergmann), Stefan Puls und Christopher Gerdau (Salmatec), Uwe Wegener, Schulleiter der Oberschule am Wasserturm, Gudrun Voigt, Schulleiterin der Oberschule Salzhausen, und als Vertreterin der Landesschulbehörde Dezernentin Elke Oppermann folgten der Einladung von Renate Peters.

Wer Ausbildungsnachwuchs sucht, muss heute Präsenz zeigen

Schulvertreter wie Unternehmer blicken bereits auf mehrjährige Erfahrungen mit ihren Kooperationspartnern zurück. So auch Unternehmerin Meike Bergmann. Die Kooperation mit der Oberschule am Wasserturm in Lüneburg sei für sie eine sehr bewusste Entscheidung gewesen. Gemeinsam mit Schulleiter Uwe Wegener beschreitet sie bereits seit drei Jahren neue Wege, um Schulabsolventen das Berufsbild im Einzelhandel nahe zu bringen – mit Erfolg. Neben intensiven Betriebspraktika bietet die Unternehmerin auch ein Praktikum für Lehrkräfte, die so die Möglichkeit erhalten, selbst in die Branche hinein zu schnuppern. Die Schule am Wasserturm pflegt mit fünf weiteren Wirtschaftspartnern Kooperationen, weitere sollen folgen. „Es ist mir wichtig, unseren Schülern eine Vielfalt anbieten zu können“, so Uwe Wegener, „in der sich jeder mit seinen Stärken und Präferenzen wiederfindet.“

Im Gegenzug sind auch die Arbeitgeber gefordert. Wer Ausbildungsnachwuchs sucht, muss heute Präsenz zeigen, weiß Stefan Puls, Produktions- und Betriebsleiter der Firma Salzhausener Maschinenbautechnik. Er und sein Stellvertreter Christopher Gerdau sind auf zahlreichen Jobmessen vertreten. Ihre Kooperation mit der Oberschule in Salzhausen stellt für sie ein weiteres erfolgreiches Instrument dar, um den Imagewandel des Lehrberufs voranzutreiben.

„Der derzeitige Stand unbesetzter Ausbildungsplätze macht die Brisanz des Themas deutlich“, sagt Peters. Ohne aktives Gegensteuern drohe der Wirtschaft langfristig eine erhebliche Fachkräftelücke. „Erkennen Schulen wie Unternehmen den Mehrwert einer Zusammenarbeit, können alle Beteiligten profitieren.“ av