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Nur ameisengroß wirkt der Arbeiter auf dem Maschinenhaus im Vergleich zum einschwebenden Rotor. Foto: be

Bardowicks Windpark fast fertig für den Betrieb

Bardowick. Der Bau des Windparks nordwestlich des Domfleckens Bardowick ist abgeschlossen. Dafür rückte am Wochenende ein letztes Mal ein gigantischer Radkran a n mit einer Mastspitze von 157 Metern und einem Gesamtgewicht, inklusive Ballast, von rund 850 Tonnen. Da auf den Bardowicker Feldern ausreichend Platz war, montierten die Arbeiter den Rotor der Windkraftanlage direkt am Boden und hievten den sternförmigen Koloss mit einem Durchmesser von 120 Metern und einem Gewicht von 64,6 Tonnen am Stück in die Höhe, montierten ihn am Maschinenhaus. „Unser Ziel ist es, dass alle acht Windräder bis zum Ende der Woche online sind“, sagte Henry Schaukellis, Bauleiter und Sitemanager bei General Electric (GE).

Der Anblick des Raupenkrans, der in den vergangenen Wochen die Turmelemente der Windräder aufeinanderstapelte, war schon zur Normalität geworden. Doch neben dem nun wesentlich wuchtigeren Radkran wirkte der nur noch wie ein Spielzeugauto. Die Türme seien sogenannte Hybridtower aus Beton und Stahlelementen, erklärt Schaukellies. Die ersten 80 Meter bestehen aus aufeinander geschichteten Betonringen. Darauf setzen zwei Stahlelemente auf, das erste misst 29 Meter Höhe und wiegt 58 Tonnen, das zweite kommt auf 30 Meter Höhe und 44 Tonnen Gewicht.

Auf die Turmhöhe von 139 Metern wurde in den Tagen zuvor das Maschinenhaus geliftet mit einem Gesamtgewicht von weiteren 83 Tonnen, wovon allein das Getriebe 24 und der Generator elf Tonnen auf die Waage bringen, rechnete Schaukellies auf LZ-Nachfrage vor.
Erklärtes Ziel war es, den Windpark bis spätestens 30. September fertigzustellen, um noch die alte Einspeisevergütung zu erhalten. Dabei haben die Windanlagenbauer eine Verzögerung von rund sechs Wochen wieder einholen müssen, nachdem einige benötigte Schwertransporte die A1 aus Richtung Bremen nicht passieren durften.

Die ersten Anlagen sind ans Netz angeschlossen über eine Erdverkabelung zum Umspannwerk Lüneburg Nord im Gewerbegebiet Goseburg. Jede der acht rund 200 Meter hohen Anlagen verfügt über eine elektrische Leistung von 2,75 Megawatt. Betreiber des Windparks ist die „Bürgerwindpark Bardowick Projektentwicklungsgesellschaft mbH&Co. KG“, zu den Gesellschaftern zählen die Samtgemeinde Bardowick, 14 Flächeneigentümer und der Bauernverband Nordostniedersachsen.

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