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Aline Henke bewirbt sich um das Präsidentenamt der IHK Lüneburg-Wolfsburg. (Foto: t&w)

Henke soll Kahle beerben

Lüneburg. Die Unternehmerin Aline Henke aus Hankensbüttel soll neue Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg werden. Wie die Kammer am Dienstag mitteilte, wurde die 44-Jährige vom Präsidium einstimmig als Nachfolgerin für den kürzlich vom Amt des IHK-Präsidenten zurückgetretenen Olaf Kahle nominiert. Derzeit ist sie noch Vize-Präsidentin, auf einer Sonder-Vollversammlung am 18. Oktober in Celle werde sie sich zur Wahl stellen. Sie wäre die erste Frau an der Spitze der Kammer.

Aline Henke ist geschäftsführende Gesellschafterin der Hankensbütteler Kunststoffverarbeitung GmbH aus dem Landkreis Gifhorn. Das Familienunternehmen ist als Automobilzulieferer tätig und beschäftigt am Stammsitz Hankensbüttel und in Mexiko 160 Mitarbeiter. Seit 2007 ist Henke Mitglied der Vollversammlung der IHK Lüneburg-Wolfsburg. Zwischen 2010 und 2012 war sie Gründungsmitglied und Kreisvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Gifhorn-Wolfsburg, seit 2011 ist sie IHK-Innovationsbotschafterin und seit 2013 im Ausschuss „Industrie und Forschung“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Dem Präsidium der IHK Lüneburg-Wolfsburg gehört sie seit 2015 an.

Entwicklung des ländlichen Raumes ist Herzensangelegenheit

Die Neuwahl eines Präsidenten ist erforderlich geworden, nachdem der bisherige Amtsinhaber Olaf Kahle Mitte September mit sofortiger Wirkung zurückgetreten war. Er hatte sich zu dem Schritt entschlossen, da seine Pläne für eine Fusion mit der IHK Braunschweig von der Vollversammlung nicht mitgetragen worden waren. Heftige Kritik gab es auch von Politikern und Vertretern der Kommunen der Region, die eine Schwächung ihrer Interessen in einer nach Süden vergrößerten IHK befürchteten. Auch eine von Kahle angebotene abgespeckte Version einer Konföderation fand bei der Vollversammlung keine Zustimmung (LZ berichtete).

Welche Ziele Aline Henke verfolgen will, sollte sie am 18. Oktober gewählt werden, dazu gibt es keine Informationen. Zu Presseanfragen wolle sie sich vor der Wahl nicht äußern. Auf der Internetseite der IHK sagt sie zu ihren bisherigen Aufgaben: „Das IHK-Ehrenamt bietet gute Möglichkeiten, die verschiedenen Meinungen zu den Themen kennenzulernen und kritisch gegeneinander abzuwägen und dann die wirtschaftliche Entwicklung des Kammerbezirks zu unterstützen. Die infrastrukturelle Entwicklung des ländlichen Raums liegt mir besonders am Herzen.“

Ob Aline Henke bei der anstehenden Wahl auch tatsächlich das Rennen machen wird, ist noch nicht entschieden. „Sie ist bislang einzige Kandidatin. Weitere Kandidaturen sind aber nicht ausgeschlossen“, sagte IHK-Sprecherin Grit Preibisch. Das Amt wird zunächst bis Ende des nächsten Jahres vergeben, dann endet die aktuelle Legislaturperiode.

Aufgaben des Präsidenten

Das Präsidium ist der Kopf der IHK-Vollversammlung, das Gremium gibt die grundlegende Richtung der Kammer vor. Präsident und Präsidium leiten die IHK im Sinne der Entscheidungen und Vorgaben der Vollversammlung.

Das Präsidium unterstützt die Arbeit der Vollversammlung, indem es wichtige Themen oder erforderliche Beschlüsse der Vollversammlung inhaltlich vorbereitet. Die Führungsriege setzt sich aktuell aus zehn Unternehmern zusammen, die zugleich Vizepräsidenten der Kammer sind. Der Präsident vertritt die IHK nach außen. Die Stelle ist aktuell unbesetzt.

Von Ulf Stüwe