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Nathan (7) wirft einen ersten Blick auf den Stadtplan, den eine Arbeitsgruppe speziell für Kinder entworfen hat. Foto: t&w

Lüneburg mit Kinderaugen sehen

Lüneburg. Auf der Ilmenau treibt ein Tretboot, im Liebesgrund spielen zwei Kinder Fußball, an der Soltauer Straße macht sich ein Kaninchen auf in Richtung Kurpa rk. Es ist ein Lüneburg-Stadtplan mit Liebe zum Detail, er wurde speziell für Kinder entworfen. Deshalb sind darauf viele Freizeitangebote verzeichnet, neben den zahlreichen Spielplätzen in der Innenstadt auch der Bootsverleih bei „Schröder‘s Garten“, das Theater und die Ratsbücherei. Mit roten Fähnchen sind Orte markiert, an denen Aufgaben auf die Kinder warten. 17 Rätsel gilt es insgesamt zu lösen, so sollen sie beispielsweise den verspielten Schneckengiebel am Platz Am Sande finden oder an der Ilme­nau nach bunten Fischen suchen.

Die Idee für einen Kinderstadtplan hatte Silke Straatman vom Ostpreußischen Landesmuseum. „Ich war voriges Jahr in der Schweiz unterwegs, da gab es wunderschöne Stadtkarten für Kinder. Da habe ich mich gefragt, warum es so etwas nicht in Lüneburg gibt“, erzählt sie. Ihren Vorschlag trug sie in die Arbeitsgruppe, die sich für Bildung und Vermittlung in den Lüneburger Museen und im Kloster Lüne einsetzt. Das Team hat sich 2014 zusammengefunden, ein erstes Projekt war das Familienprogramm „Ferienstarter“.

Karte soll Lust auf die historische Altstadt machen

Am Kinderstadtplan hat auch Stadtarchäologe Dr. Edgar Ring mitgewirkt, gemeinsam hat der Arbeitskreis einen Rundgang durch Lüneburg unternommen. Silke Straatman: „Wir haben versucht, die Stadt mit Kinderaugen zu sehen und uns gefragt, was für sie interessant sein könnte.“ Im Januar starteten die Arbeiten, wichtig war den Organisatoren, dass am Ende eine Karte steht, die Lust auf die historische Altstadt macht. Das fertige Produkt reicht bis zur Hindenburgstraße im Norden, im Süden bis an den Munstermannskamp, im Westen ist noch der Parkplatz an den Sülzwiesen eingezeichnet, im Osten sind es die Bahnschienen.

Für die Optik ist Vivian Roth verantwortlich, die Grafikerin hat rund 100 Stunden Arbeit in die Karte gesteckt. Dabei musste sie sich natürlich an bestimmte Vorgaben halten, so sollten Kirchen, Kulturstätten, Bahnhof, Parkplätze, öffentliche Toiletten und Wickelräume eingezeichnet sein. Mit bunten Farben und vielen Details hat sie einen Stadtplan erstellt, der Kinder anspricht. „Mir war wichtig, dass er nicht zu stringent wird. So muss ein Haus oder eine Kirche nicht den wirklichen Dimensionen entsprechen.“

Bürgerstiftung spendete 4000 Euro

23 Kinder der St.-Ursula-Schule waren nun die ersten, die den neuen Plan begutachten durften. Bei Juno und Matilda, beide sieben Jahre alt, war die Freude groß, eigentlich stand bei den Zweitklässlerinnen Mathe auf dem Stundenplan. „Ich finde es sehr gut, dass wir damit jetzt die Stadt entdecken können“, sagt Juno und ergänzt, dass sie in Wittorf wohnt und deshalb noch gar nicht so viel von Lüneburg sehen konnte.

„Ich freue mich schon auf die Aufgaben, die man da lösen muss.“ Matilda will den Plan gleich zu Hause ihrem Zwillingsbruder und ihrer großen Schwester zeigen. Das Trio kämpft regelmäßig mit dem Stadtplan der Eltern. „Der ist voll kompliziert, mit vielen Strichen und Wegen. Da weiß man gar nicht, was man machen soll.“

Die Umsetzung des Projekts hat im Wesentlichen die Lüneburger Bürgerstiftung möglich gemacht, sie spendete 4000 Euro. Den Druck von zunächst 25.000 Exemplaren bei der von Stern‘schen Druckerei haben Sparkassenstiftung und Verkehrsverein finanziert. Straatman hofft nun auf viele Rückmeldungen von Kindern, denn eine zweite Auflage mit Verbesserungen schließt sie nicht aus.

Der Kinderstadtplan liegt in den Lüneburger Museen, im Kloster Lüne, im Wasserturm und bei der Tourist-Info aus.

Von Anna Paarmann

One comment

  1. hat man in lüneburg schon mal nachgeschaut, wo überall ,,spielen verboten,, steht?